Offiziell: Alpine bestätigt Ausstieg aus der Langstrecken-WM nach Saison 2026

In den letzten Tagen wurde bereits über einen Ausstieg spekuliert, jetzt ist das Ende offiziell bestätigt: Alpine wird die Langstrecken-WM nach der Saison 2026 verlassen

(Motorsport-Total.com) - Die sportliche Zukunft von Alpine in der Langstrecken-WM (WEC) ist geklärt! Nachdem in den letzten Tagen bereits über einen Ausstieg der Franzosen spekuliert wurde, folgte am Donnerstagnachmittag eine offizielle Bekanntgabe. Demnach verlässt Alpine die Serie nach der Saison 2026.

Titel-Bild zur News: Alpine wird die WEC nach der Saison 2026 verlassen

Alpine wird die WEC nach der Saison 2026 verlassen Zoom

"Wir mussten schwierige Entscheidungen treffen, um die langfristigen Ambitionen von Alpine zu schützen", begründet Alpine-Geschäftsführer Philippe Krief das WEC-Aus zum Ende der Saison. "Einerseits wächst die Automobilindustrie - und insbesondere der Markt für Elektrofahrzeuge - langsamer als erwartet."

"Andererseits müssen wir für nachhaltigen Erfolg unsere laufenden Investitionen in das Alpine-Produktportfolio und die Marke konsequent fortsetzen. Das bedeutet, dass wir entschlossen handeln müssen, um eine Marke mit tragfähiger Zukunft zu schaffen."

"Im Motorsport bedauern wir es, nach dieser Saison nicht mehr in der WEC vertreten zu sein. Die Fokussierung auf die Formel 1 bietet uns jedoch eine einzigartige Plattform, um die Markenbekanntheit im Einklang mit unseren Ambitionen hinsichtlich Produkt- und Marktwachstum weiter auszubauen."

"Der Siegeswille ist Teil der DNA von Alpine, in allen Unternehmensbereichen", sagt Alpine-Boss Krief weiter. "Deshalb bin ich überzeugt, dass wir bis zur allerletzten Sekunde des allerletzten Rennens, an dem wir bis 2026 teilnehmen, weiterkämpfen werden."

Renault steht vor unklarer Motorsport-Zukunft

Anschließend endet eine langjährige Ära von Alpine in der WEC. Die französische Marke war zur Saison 2021 von der LMP2 in die Top-Klasse der Serie aufgestiegen und hatte gleich in der Debütsaison die erste Poleposition in Portimao geholt. Der Debütsieg gelang ein Jahr später, im Regenchaos beim 1000-Meilen-Rennen von Sebring.

Mick Schumacher fährt seine zweite WEC-Saison mit Alpine

Alpine kehrt der Langstrecken-WM nach 2026 den Rücken Zoom

Alpine hatte sich anschließend verpflichtet, ab 2024 mit einem LMDh in der WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans anzutreten. Was zunächst wie ein langfristiges Projekt aussah, wird nun allerdings vorzeitig eingestellt. Damit sind die Franzosen nach Porsche bereits der zweite Hersteller, der die WEC schon wieder verlässt.

Die Entscheidung wurde vor allem durch den aktuellen Vorstandsvorsitzenden Francois Provost getroffen, der seinen Vorgänger Luca de Meo im Juli vergangenen Jahres abgelöst hatte. Anfangs stand sogar die WEC-Saison 2026 auf der Kippe, ehe der Vorstand doch noch einmal grünes Licht für die Abschiedssaison gab.

Hinter den Kulissen zeichnet sich ein personeller Umbruch ab: Bruno Famin, Vizepräsident Motorsport bei Alpine, steht vor dem Ruhestand. Zudem gilt auch Francois Champod, stellvertretender Sportdirektor und langjähriger Renault-Manager, als möglicher Abgang.

So geht es am Standort in Viry-Chatillon weiter

Erst am Mittwoch hatte Dacia, ebenfalls Teil der Renault-Gruppe, bekanntgegeben, im kommenden Jahr nicht mehr an der Rallye Dakar teilzunehmen. Das macht den Erhalt des traditionsreichen Renault-Standorts in Viry-Chatillon nicht einfacher, was bereits zu heftigen Anschuldigungen gegen Renault durch den Bürgermeister führte.

Im aktuellen Statement heißt es jedoch, dass der Standort - nun unter dem Namen Alpine Tech firmierend - "seine Transformation fortsetzen und sich auf Innovationen für die Renault Group und die Marke Alpine konzentrieren" wird.

Mick Schumacher weiß, dass Alpine keine großen Schritt machen darf

Mick Schumacher hat Alpine wohl zum richtigen Zeitpunkt verlassen Zoom

Die Neuausrichtung von Alpine Tech stützt sich laut Unternehmensangaben auf die einzigartigen Kompetenzen der Belegschaft sowie auf die bestehende High-End- und Hightech-Infrastruktur am Standort. Seit Januar sondiert das Unternehmen zudem gezielt Partnerschaften mit externen Firmen, die von diesen Ressourcen profitieren können.

"Wir haben intensiv an der Definition der neuen Struktur und Organisation von Alpine Tech gearbeitet", ergänzt Vizepräsident Axel Plasse. Das Ziel sei es, Know-how und Talente im Unternehmen zu halten und die Mitarbeitenden bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung und Karriereplanung zu begleiten.

Ein umfassender Beschäftigungssicherungsplan soll den Transformationsprozess flankieren. Vorgesehen sind unter anderem interne Versetzungen innerhalb des Unternehmens, maßgeschneiderte Weiterbildungsprogramme sowie Optionen für ein freiwilliges Ausscheiden oder den Vorruhestand.

"Wir haben sorgfältig sichergestellt, dass die neue Aufstellung es uns ermöglicht, die innovative und technologisch führende Expertise unserer Belegschaft voll auszuschöpfen und Dienstleistungen für neue Projekte und Geschäftsfelder anzubieten. Mit diesem neuen Fokus ist bereits ein arbeitsreiches Jahr gestartet - parallel zur letzten WEC-Saison."