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Nick Cassidy: Warum sich WEC-Hypercars für ihn "wie Urlaub" anfühlen
Nick Cassidy beschreibt den Umstieg in die WEC als überraschend entspannt: Warum sich Hypercar-Systeme für ihn einfacher anfühlen als Formel-E-Technik
(Motorsport-Total.com) - Nick Cassidy fällt der Umstieg in die Hypercar-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) leichter als erwartet. Der Neuseeländer erklärt, dass die Systeme der aktuellen WEC-Prototypen im Vergleich zur hochkomplexen Technik der Formel E beinahe entspannt wirken.
© Peugeot Sport
Mit dem Peugeot-Hypercar kommt Nick Cassidy überraschend gut zurecht Zoom
"In Bezug auf die Komplexität und die Systeme ist das vielleicht noch 30 Prozent von dem, was wir in der Formel E haben. In dieser Hinsicht fühlt es sich für mich fast wie ein kleiner Urlaub an", sagt Cassidy.
Ab der Saison 2026 wird Cassidy ein Doppelprogramm bestreiten. Neben seinen Verpflichtungen in der Formel E für Citroen startet er mit dem Werksteam von Peugeot in der höchsten Kategorie der WEC. Für den 31-Jährigen ist es erst das zweite Jahr in der Langstrecken-WM. Zuvor war er 2022 im letzten Jahr der GTE Am-Klasse mit einem Ferrari 488 für AF Corse angetreten.
Erinnerungen an die Super GT
Zwar gelten moderne LMH- und LMDh-Fahrzeuge mit ihren Hybridantrieben weiterhin als technisch anspruchsvoll, doch Cassidy profitiert von seiner langjährigen Erfahrung aus der Formel E, wo Energiemanagement eine entscheidende Rolle spielt.
"Ich werde mit der Zeit immer mehr Selbstvertrauen gewinnen und hoffe, dass ich mich kontinuierlich verbessern kann. Aber mit meinem aktuellen Niveau bin ich zufrieden", sagte Cassidy nach seinem zweiten Test mit dem Peugeot 9X8 in Bahrain.
Cassidy bringt umfangreiche Erfahrung aus verschiedenen Disziplinen mit. In der zweiten Hälfte der 2010er Jahre fuhr er in Japans beiden größten Rennserien und gewann sowohl den Titel in der Super Formula als auch in der GT500-Klasse der Super GT. 2021 wechselte er anschließend in die Formel E.
Erfahrung aus Japan hilft beim Multi-Class-Racing
Während die WEC früher mit der LMP1-Klasse die schnellsten Prototypen der Welt stellte, sind die heutigen Hypercars deutlich langsamer. Im Vergleich zu den GT500-Fahrzeugen aus seiner Vergangenheit sieht Cassidy dennoch Parallelen.
"Das Manövrieren im Verkehr oder der Rundenzeit-Unterschied zu GT3 ist sehr ähnlich. Ich hoffe, das macht die Anpassung an das Multi-Class-Racing einfacher. Damit fühle ich mich sehr wohl."
Gleichzeitig betont Cassidy die deutlich geringeren Performance-Reserven der aktuellen Hypercars. "Der mechanische Grip, der Reifengrip und das Abtriebsniveau sind deutlich niedriger. Als Fahrer hat man nicht das Gefühl, das Auto wirklich anzugreifen. Man fährt fast wie auf rohen Eiern."
Geringer Grip "eine völlig andere Welt"
Besonders überrascht habe ihn der insgesamt geringe Grip. "Ich war sehr überrascht vom fehlenden Grip und vom geringen Abtrieb der heutigen Hypercars. Wenn man das mit dem vergleicht, was ich aus Super GT oder Super Formula kenne, ist das eine völlig andere Welt."
© Getty Images
In der Formel E fährt Nick Cassidy aktuell für Citroen Zoom
Der Neuseeländer sieht sogar größere Ähnlichkeiten zur Formel E als bei früheren Wechseln. "Es ist fast näher an der Formel E als die Anpassung, die ich damals gemacht habe. Es hilft mir, dass ich zwei Serien fahre, die sich in gewisser Weise ähneln."
In der Saison 2026 wartet auf Cassidy ein sehr voller Terminkalender. Neben seinem neuen WEC-Programm bestreitet er eine weitere Formel-E-Saison und muss sich dort zudem an ein neues Umfeld gewöhnen. Nach dem Abschied von Jaguar tritt er nun für Citroen an, das zuvor unter dem Namen Maserati aktiv war.
Doppelprogramm sorgt für gewaltigen Stress
Der Zeitaufwand wird zusätzlich steigen, da die Hersteller bereits intensiv an der Entwicklung der kommenden Gen4-Antriebseinheiten arbeiten. Cassidy gibt offen zu, dass Zeit aktuell ein kritischer Faktor ist, lobt aber die Unterstützung seines neuen WEC-Teams.
"Peugeot hat mich wirklich umgehauen. Sie sind großartig in der Zusammenarbeit und sehr verständnisvoll in Bezug auf meinen Zeitplan. Sie tun alles, um mich trotz meiner begrenzten Zeit optimal zu integrieren."
"Im Moment versuche ich, mich voll auf zwei Programme zu konzentrieren. Mit der Einführung von Gen4 in der Formel E, der laufenden Saison dort und dem gleichzeitigen Einstieg in die WEC ist es extrem stressig."
"Mir fehlt Zeit. Für Simulatorarbeit, Meetings und all diese Dinge. Aber ich arbeite seit zweieinhalb Monaten praktisch fünf Tage pro Woche über alle Programme hinweg, um sicherzustellen, dass ich für beide Meisterschaften bestmöglich vorbereitet bin."

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