Ferrari bleibt bis Ende 2029 in der Hypercar-Klasse der WEC

Ferrari hat entschieden: Das Hypercar-Engagement läuft bis 2029 weiter - mit klarem Fokus auf Kontinuität

(Motorsport-Total.com) - Ferrari wird mindestens bis zum Ende der Saison 2029 in der Hypercar-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) antreten. Das gab der frischgekrönte Hersteller- und Fahrerweltmeister 2025 offiziell bekannt.

Titel-Bild zur News: Antonio Fuoco, Nicklas Nielsen, Miguel Molina

Ferrari wird den 499P bis 2029 in der WEC einsetzen Zoom

Der italienische Sportwagenhersteller hat sein ursprüngliches Engagement in der Topklasse der WEC um zwei Jahre verlängert. Die Entscheidung steht im Einklang mit der Verlängerung des aktuellen Reglements, die beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Juni 2024 bekanntgegeben wurde.

Ferraris Sportwagen-Chef Antonello Coletta erklärte: "Unser Programm war ursprünglich auf fünf Jahre von 2023 bis 2027 ausgelegt, weil dies dem damals von der FIA definierten Regelzyklus entsprach. Jetzt hat die FIA das Ende des Zyklus auf 2029 verschoben, und für Ferrari ist bestätigt, dass wir bis 2029 weitermachen."

Programm wird um mindestens zwei Jahre verlängert

Die im vergangenen Jahr von FIA und Automobile Club de l'Ouest (ACO) vorgestellte Regelverlängerung ermöglicht es den Herstellern, ihre aktuellen Fahrzeuge bis 2029 einzusetzen. Damit kann Ferrari den 499P Le-Mans-Hypercar, mit dem die Marke nach 50 Jahren in den Werkssport zurückkehrte, weitere vier Jahre einsetzen.

Die Ankündigung aus dem Juni 2024 bezog sich auf die Verlängerung der Homologation der aktuellen Fahrzeuge. Beim diesjährigen Le-Mans-Rennen wurde zudem bestätigt, dass die Hypercar-Klasse insgesamt bis Ende 2032 fortgeführt werden soll.

Ziel von FIA und ACO, das offenbar von allen Herstellern unterstützt wird, ist es, die technischen Regeln der LMH- und LMDh-Kategorien ab der Saison 2030 zu vereinheitlichen.

IMSA-Programm weiterhin kein Thema

Coletta bekräftigte Ferraris Unterstützung für diesen sogenannten Konvergenzprozess, der im September mit einem ersten Treffen in Paris begonnen hat. "Wenn wir die gleiche Plattform haben, wird es einfacher sein, die Fahrzeuge auszugleichen als heute", sagte er.


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Gleichzeitig betonte er, dass es derzeit zu früh sei, über ein Ferrari-Engagement über 2029 hinaus zu sprechen. "Im Moment ist es zu früh, darüber zu reden, weil wir noch nichts Konkretes auf dem Tisch haben, nur hypothetische Ideen", so Coletta.

Das erste Treffen zwischen FIA, ACO, den Herstellern und der nordamerikanischen IMSA-Serie diente lediglich dazu, den Zeitplan für die Einführung des neuen Regelwerks festzulegen und die technischen Elemente von LMH und LMDh schrittweise anzugleichen. Vorschläge, die beiden Klassen schon vor 2030 zusammenzuführen oder vollständig auf LMDh-Regeln umzusteigen, wurden verworfen.

Eine Ausweitung des 499P-Programms auf die nordamerikanische IMSA-Meisterschaft steht derzeit nicht zur Debatte. "Nicht in naher Zukunft", sagte Coletta auf Nachfrage. "Langfristig weiß ich es nicht, aber im Moment konzentrieren wir uns auf die WEC."

Fahreraufgebot bleibt stabil

Ferrari wird seine WEC-Titelverteidigung 2026 voraussichtlich mit unverändertem Fahreraufgebot antreten. "Wir sind sehr zufrieden mit unseren Fahrern", erklärte Coletta. Änderungen im Line-up des von AF Corse eingesetzten Werksteams seien "kein Thema".

Bereits bei den 24 Stunden von Le Mans hatte Coletta betont, dass es "keine Absicht gibt, jemanden zu ersetzen". In den vergangenen zwölf Monaten wurden die Verträge von fünf der sechs Ferrari-Hypercar-Piloten verlängert, zuletzt Ende Oktober jener von James Calado.

Coletta bestätigte zudem, dass Alessandro Pier Guidi, dessen jüngster Vertrag Anfang 2024 bekanntgegeben wurde, auch im kommenden Jahr unter Vertrag steht.

Angaben zu den Verträgen von Calado, Antonio Giovinazzi und Nicklas Nielsen über 2025 hinaus machte Ferrari bisher nicht. Dieses Vorgehen entspricht der üblichen Praxis des Werksteams. Coletta erklärte, dass die Planungen für die Fahrereinsätze erst nach Abschluss der laufenden Saison in Bahrain konkretisiert werden.