Drama um Mercedes und Audi: Identischer Fehler stoppt Top-Autos
Irrer Vorfall bei den 24 Stunden von Dubai: Innerhalb einer Stunde erleiden zwei Siegkandidaten denselben Defekt - Für einen ist das Rennen bereits beendet
(Motorsport-Total.com) - Auf verrückte Weise schlug bei der 21. Auflage der 24 Stunden von Dubai (hier im Livestream!) eine Duplizität der Ereignisse zu: Innerhalb von 40 Minuten verloren mit dem Winward-Mercedes #81 (Salichow/Piana/Dienst/Cairoli) und dem Haas-RT-Audi #2 (Buchanzow/Ciosek/Geschew/King/Winslow) zwei Siegkandidaten durch denselben Defekt an derselben Stelle (Gegengerade) massiv Zeit oder schieden ganz aus.
© Creventic/YouTube
Der Haas-RT-Audi verlor in Führung liegend ein Rad Zoom
Nach sieben Stunden, in denen es an der absoluten Spitze des Feldes relativ ruhig zugegangen war, überschlugen sich in der achten Stunde die Ereignisse. Zunächst musste Marvin Dienst den Mercedes-AMG GT3 #81 abstellen, nachdem sich das rechte Hinterrad gelöst hatte. Dienst befand sich am Ende eines einstündigen Stints und warf frustriert seine Handschuhe auf den Asphalt. Er hatte zuvor den AMG in eine aussichtsreiche Position gebracht.
Das Fahrzeug wurde unter Code 60 mit einem Abschleppwagen zurück an die Box gebracht, dort gab Winward Racing das Rennen aber sehr schnell auf. Offenbar war der Schaden nicht zu reparieren. Der Grund für den Reifenverlust bleibt unklar, das Team hüllte sich in Schweigen.
Kaum war das Rennen nach der Code 60 wieder gestartet, wiederholte sich exakt der gleiche Defekt am führenden Audi R8 LMS GT3 Evo II von Haas RT. Routinier James Winslow, der ebenfalls auf einer Inlap war, stellte den Boliden an exakt der gleichen Stelle ab, nachdem er ebenfalls das rechte Hinterrad verloren hatte. Er knallte wutentbrannt die Tür zu.
Winslow äußert sich detailliert im Interview: "Platz eins und das Rad geht flöten, da kann man von keinem guten Tag sprechen. Ich bin aufs Heftigste enttäuscht. Wir hatten alle unsere Fahrer schon einmal im Auto und lagen aufgrund ehrlicher Pace mit einem Am-Fahrzeug in Führung."
"Ich spürte schon zu Beginn meines zweiten Stints, dass irgendetwas hinten nicht stimmte. Das Lenkrad stand schief und beim Bremsen machte das Auto seltsame Bewegungen, aber ich konnte noch gute Rundenzeiten fahren. Ich dachte, das wäre nur etwas Kleines, wie es in einem 24-Stunden-Rennen schon mal vorkommen kann, deshalb haben wir weitergemacht."
Der Audi wurde nach rund 20 Minuten Reparatur wieder auf die Strecke geschickt., musste aber kurze Zeit später wieder reinkommen. "Ich hatte in Kurve 10 plötzlich keine Bremsen mehr. Das Pedal ist einfach durchgefallen und ich habe die Mauer knapp verfehlt", erklärt Winslow, der im Auto geblieben war.
"Wahrscheinlich wurde [durch den Radverlust] eine Bremsleitung beschädigt, vielleicht sogar der Sattel. Der gesamte hintere Bremskreislauf war weg. Es hat hinten rechts geraucht, das ist ganz klar ein Folgeschaden."
Da aller guten Dinge drei sind, verlor kurze Zeit später auch noch der Razoon-Porsche #914 (Bönighausen/Stantschin/Owsjenko/Drexel/van Soelen) ebenfalls ein Rad, allerdings das linke Vorderrad, und das auch in einem anderen Bereich der Strecke. Der Porsche 911 GT3 Cup (992) schleppte sich aus eigener Kraft zurück an die Box.
An der Spitze des Rennens gibt es nach dem Wegfall zweier Favoriten eine BMW-Dreifachführung: In Führung liegt der Paradine-BMW #991 (Leung/Kellett/Farfus/Day/Ebrahim), der erst kurz vor dem Event noch nachgenannt wurde, vor den beiden WRT-BMW.
Alle anderen Fahrzeuge sind bereits überrundet. Da aber Boxenstopps in der 24h-Series mehrere Runden dauern, muss ein Rundenrückstand nicht heißen, dass das Rennen schon gelaufen ist. So befinden sich der Herberth-Porsche #10 (Au/Bohn/Hartog/Sturm), der Paradine-BMW #992 (Leung/Kellett/Mcintosh/Al Harthy) und der Winward-Mercedes #16 (Stoljarow/Arrow/Engel/Stolz) noch in erweiterter Schlagdistanz.

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