Neues Spitzen-Team von Black Falcon greift bei 24h Nürburgring an

Sechs Jahre nach dem Verkauf der GT3-Sparte an das Haupt Racing Team meldet sich Black Falcon in der Topklasse auf der Nürburgring-Nordschleife zurück

(Motorsport-Total.com) - Black Falcon ist zurück im Reigen der Gesamtsieganwärter auf der Nürburgring-Nordschleife. Erstmals seit dem Verkauf des GT3-Arms an Hubert Haupt im Jahr 2020 wird in diesem Jahr wieder ein SP9-Fahrzeug von Black Falcon beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und in der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) an den Start gehen, das siegfähig ist.

Titel-Bild zur News: Black Falcon Porsche

Black Falcon wird mit einem Porsche angreifen Zoom

Das Unterfangen kommt mit großen Ambitionen daher. Finanzier und Fahrzeugbesitzer ist der Luxemburger Auto-Großhändler Losch, der sich seit mehreren Jahren am Nürburgring engagiert. 2024 sicherte sich die Mannschaft gleich den Titel in der Porsche-Endurance-Trophy-Nürburgring (PETN) in der Klasse Cup2, 2025 folgte beim 24-Stunden-Rennen der Cup2-Klassensieg.

Die Fahrerpaarung unterstreicht die Ambitionen: Tobias Müller und Dylan Pereira gehören zu den schnellsten Porsche-Piloten weltweit, hinzu kommt Nordschleifen-Spezialist Patrick Assenheimer, der bereits fünf NLS-Läufe gewonnen hat.

Zwei Nordschleifen-Spezialisten treffen also auf den Luxemburger, der als GT3-Allrounder gilt und in den vergangenen Jahren auf verschiedensten Marken in Europa und Asien unterwegs gewesen ist. Am Ende führt ihn sein Weg aber wieder zurück zu Porsche; so gewann er 2025 den asiatischen Porsche-Carrera-Cup mit einer 75-prozentigen Siegquote.

So glaubt er, von Anfang an mitmischen zu können. "Ich habe mich 2023, als ich auf dem Walkenhorst-M4-GT3 gefahren bin, bereits schnell auf der Nordschleife wohlgefühlt. Natürlich ist eine komplette Saison jetzt etwas Neues, aber es ist eine coole Sache", so der 28-Jährige, der kürzlich erneut als luxemburgischer Motorsportler des Jahres ausgezeichnet wurde, im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Und natürlich ist es cool, als Luxemburger an einem luxemburgischen Projekt mitzuwirken."

Was können die Goodyear-Reifen leisten?

Eine Unbekannte in der Gleichung sind allerdings die Reifen, deren Entwicklung für 2026 im Fokus stehen wird. Das Team rund um Alexander Böhm, das am Nürburgring groß geworden ist und in diesem Jahr sein 20. Jubiläum feiert, hat eine Partnerschaft mit dem US-Konzern geschlossen und wird 2026 an acht NLS-Läufen und dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an den Start gehen.

Black Falcon Porsche

Black Falcon: Angriff auf den Gesamtsieg Zoom

Zwar ist der Porsche 911 GT3 R (992) mit Goodyear aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) bekannt, doch auf der Nordschleife ist er in Kombination mit dem Heckmotor-Boliden ein unbeschriebenes Blatt.

Nach Michelin, Falken, Pirelli und Hankook ist Goodyear bereits die fünfte Reifenmarke auf der Nordschleife für den Porsche 911 GT3 R (992), der in diesem Jahr mit einem Evo-Paket versehen wurde. Beim Fahrzeug von Black Falcon handelt es sich Informationen von Motorsport-Total.com zufolge um ein komplett neues Chassis.

"Wir hoffen, dass wir ein paar Podiumsplätze einfahren können", so Pereira über die Ziele für die Saison 2026. "Vom Line-up her ist das absolut machbar. Und es wäre natürlich schön, wenn wir am Ende der Saison in der Speed-Trophäe unter den besten drei landen würden."

"Wir haben mit Falken eine gute Benchmark. Wenn wir die schlagen können, können wir die anderen auch schlagen. Ich sage immer, wenn die Competition hoch ist, dann lernt man am meisten. Und von daher ist es schon gut, dass wir diese Konkurrenz haben, damit wir uns selbst pushen, um das letzte Detail rauszukitzeln."

Mit dem Black-Falcon-Team ist Pereira bestens vertraut, allerdings eher als Gegner, wie er mit einem Schmunzeln erklärt: "Wir kennen uns ja seit langer Zeit aus dem Carrera-Cup. Unser Freund Carlos Rivas ist ja immer bei denen gefahren. Mittlerweile habe ich auch einige Einsätze für sie absolviert."

Vierter GT3 für Assenheimer in vier Jahren

Tobias Müller ist der erfahrenste Fahrer des Teams, schließlich ist er seit Beginn des Losch-Projekts im Jahr 2024 Stammfahrer bei Black Falcon. Auf dem Porsche 911 GT3 R hat er bereits Erfahrung aus mehreren Jahren bei Rutronik, Frikadelli, Falken und jüngst einem Rennen im Pro-Am-Auto von Black Falcon, das das Team im vergangenen Jahr bereits eingesetzt hat.

Black Falcon Porsche

Black Falcon: 24h und NLS-Läufe geplant Zoom

Patrick Assenheimer wird sich umstellen müssen: Nach Mercedes-AMG GT3, Aston Martin Vantage AMR GT3 und zuletzt Ford Mustang GT3 wird der Porsche 911 GT3 R (992) nun sein viertes Fabrikat in ebenso vielen Jahren. Angesichts seiner Erfolge in der Vergangenheit wird das Team eine schnelle Eingewöhnung erwarten.

"Im vergangenen Jahr konnten wir zahlreiche wertvolle Erkenntnisse im Umgang mit dem Porsche 911 GT3 R gewinnen. Die technischen Anforderungen an Set-up und Fahrzeugmanagement im Rennbetrieb unterscheiden sich deutlich von denen eines Cup-Fahrzeugs. Entsprechend wichtig war es für das Team, sämtliche Abläufe über die gesamte Saison hinweg zu verinnerlichen und weiterzuentwickeln", erklärt Alexander Böhm.

Nach Winward, Ring Racing und Prosport ist das Black-Falcon-Projekt nun das vierte offiziell angekündigte SP9-Projekt für die Saison 2026. Außerdem wird ein Einsatz von Verstappen.com Racing auf einem Mercedes-AMG GT3 erwartet.

Neueste Kommentare