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Kolumne: Was uns 2016 in der WTCC erwartet

30. März 2016 - 11:05 Uhr

Redakteur Markus Lüttgens blickt voraus auf die WTCC-Saison 2016: Wer die Favoriten sind und was von den Regeländerungen zu halten ist

Start eines WTCC-Rennens
Es geht wieder los! Die WTCC startet in die Saison 2016!
© WTCC

(Motorsport-Total.com) - Liebe WTCC-Freunde,
der Koffer ist gepackt, Tickets und Pass liegen griffbereit, der Notizblock ist mit (hoffentlich) interessanten Fragen gefüllt - die Rennsaison der WTCC geht endlich wieder los. Und das ist auch gut so! Nach vier Monaten Winterpause freue ich mich darauf, ab Freitag in Le Castellet wieder den Motoren zu lauschen und den Geruch von verbranntem Gummi in der Nase zu haben - und für Sie darüber zu berichten, was sich beim Saisonstart der Tourenwagen-WM auf und abseits der Strecke alles ereignet.

Und wie immer in den vergangenen Jahren wartet die WTCC in der neuen Saison mit etlichen Neuerungen auf. Waren es 2014 das neue TC1-Reglement und 2015 ein grundlegend überarbeiteter Kalender, so haben sich die Serienorganisatoren von Eurosport Events und die Regelhüter der FIA für dieses Jahr das Sportliche Reglement vorgenommen.

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Und immer wenn das passiert, habe ich ein wenig Bauchschmerzen. Zum einen weil ich kein Freund davon bin, die Spielregeln allzu oft zu verändern. Fußball und Tennis sind meiner Meinung nach auch deshalb weltweit so populär, weil man eben nicht alle Nase lang die Grundzüge des Spiels ändert. Und zum anderen gibt es gerade im Motorsport die Neigung, Dinge zu "verschlimmbessern". Mehr als die Worte Formel 1 und Qualifying muss ich wohl nicht sagen...

Neues Rennformat verspricht mehr Spannung

Doch die Idee, Rennen 1 und 2 umzudrehen und im nun Eröffnungsrennen genannten ersten Lauf die umgekehrte Startaufstellung anzuwenden, ist für mich ein Schritt in die richtige Richtung. Denn wie nicht zuletzt das Saisonfinale 2015 in Katar gezeigt hat, waren die ersten Rennen in der Vergangenheit meist nicht so der Knaller.

Die schnellsten Fahrer aus dem Qualifying standen vorne, und so lange keiner den Start versemmelte, stand die Reihenfolge meist schon nach der ersten Kurve fest. Die Top-Fahrer, in aller Regel die Citroen-Piloten, fuhren vorne weg, dahinter sortierte sich das Feld ein und die Fahrer aus dem Mittelfeld waren tunlichst darauf bedacht, ihr Auto zu schonen, mit dem sie im zweiten Rennen von vorne starten werden. Überholmanöver? Oft Fehlanzeige.

WTCC 2016: Das ist alles neu!

Neue Regeln, neue Fahrer, neue Teams: Die Neuerungen in der WTCC-Saison 2016 im Überblick


März 2016
Foto 1 von 15
In der Saison 2016 erfindet sich die WTCC wieder einmal teilweise neu. Unsere Fotostrecke liefert den Überblick, was sich im Vergleich zum vergangenen Jahr alles geändert hat.
In der Saison 2016 erfindet sich die WTCC wieder einmal teilweise neu. Unsere Fotostrecke liefert den Überblick, was sich im Vergleich zum vergangenen Jahr alles geändert hat.

Im zweiten Rennen konnten sich die Piloten aus dem Mittelfeld oft nicht lange vorne halten, denn von hinten fuhren die Top-Leute durchs Feld. Da sie ihre Punkte in der Regel schon im ersten Rennen eingefahren hatten, konnten sie mehr riskieren. Und genau das ist jetzt anders herum, denn nun müssen die schnellsten Fahrer im Eröffnungsrennen sorgsam abwägen, ob sie in einen Zweikampf gehen und dabei riskieren, ihr Auto vor dem Hauptrennen zu demolieren.

MAC3: Top oder Flop?

Allerdings muss man abwarten, ob dadurch die Chancen der Privatfahrer steigen, auch in der Gesamtwertung vorne zu landen, denn ein Problem wird durch diese Umstellung nicht gelöst: Das Pokern um Position zehn im Qualifying, welche die Pole-Position im Eröffnungsrennen bedeutet. Ich hoffe nur, dass uns eine Farce wie 2015 in Vila Real in dieser Saison erspart bleibt. Habt ihr zugehört, Citroen?

Die zweite große Änderung ist das neue Team-Zeitfahrern MAC3. Da bewundere ich einmal mehr den Mut von Serienchef Francois Ribeiro, solch eine radikale Neuerung einzuführen. Ob dieser Mut allerdings belohnt wird, da bin ich mir nicht so sicher. Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich keine Ahnung habe, ob MAC3 zu einem Flop wird oder tatsächlich ein neues Spannungselement ist. Da warte ich einfach mal die Premiere in Le Castellet ab, bevor ich mir ein Urteil erlaube.

Und dann gibt es ja noch einen neuen Hersteller: Volvo. Die S60 Polestar sehen gut aus und hören sich auch gut an, davon konnte ich mich beim Test in Vallelunga überzeugen. Der Auftritt des Teams wirkt professionell, was aber nicht die typisch skandinavische Lockerheit ausschließt. Ich sage es offen: Mir ist die Truppe aus Schweden sympathisch. Doch in der WTCC gewinnt nicht das Team mit den meisten Sympathiepunkten, sondern das mit dem schnellsten Auto und den schnellsten Fahrern.

Warum Citroen weiterhin das Maß der Dinge ist

Gemessen an den Eindrücken des Test ist Volvo absolut bei der Musik dabei. Das Erstaunen der Konkurrenten über die absolut konkurrenzfähigen Zeiten der Schweden wirkte echt und nicht gespielt. Allerdings darf man die Erwartungen nicht zu hoch hängen. Für das Team und die beiden Fahrer Thed Björk und Fredrik Ekblom, die in den vergangenen Jahren in Skandinavien unterwegs waren, sind fast alle Rennstrecken neu. Sollte Volvo in diesem Lernjahr ein Sieg gelingen, wäre das schon aller Ehren wert.

Von Citroen hingegen kann man mehr als nur einzelne Siege erwarten, die Franzosen sind für mich auch in diesem Jahr der ganz klare Favorit. Wenn Yvan Muller in einer Pressemitteilung meint, dass Gewinnen schwierig werden könnte, so ist das nicht mehr als Tiefstapelei. Auch die von Citroen vielfach beklagte Erhöhung des Kompensationsgewichts auf 80 Kilogramm wird dem C-Elysee nicht so weh tun, dass das Auto seine Postion als Maßstab für die Konkurrenz verliert.

Außerdem denkt Citroen nicht daran, im letzten Jahr vor dem Ausstieg aus der WTCC seine Anstrengungen merklich zu reduzieren. Im Winter wurde dem C-Elysee nicht nur eine schicke rote Lackierung, sondern auch eine neue Aerodynamik verpasst. Beim Test in Vallelunga waren prompt nicht nur die Werksautos, sondern auch Mehdi Bennani und Tom Chilton aus dem Team von Sebastien Loeb schnell unterwegs. Und Citroen wird in Italien bestimmt noch nicht alle Karten aufgedeckt haben.

Ungleiche Voraussetzungen in der Privatfahrerwertung

Das galt in Vallelunga auch für Honda, aber ich erwarte, dass sich die Japaner im Vergleich zum Vorjahr steigern werden. Zumindest hoffe ich es. Im Winter haben das Einsatzteam JAS und die Entwickler in Japan Chassis, Aufhängung und Motor des Civic gründlich überarbeitet und dabei einige hartnäckige Probleme gelöst. Hinzu kommt, dass sich Honda mit Rob Huff und Norbert Michelisz fahrerisch verstärkt hat. Alles andere als ein deutlicher Fortschritt von Honda wäre für mich eine Enttäuschung.

Den erwartet man auch im Hause Lada, wo der Vesta im vergangenen Jahr im Qualifying zwar immer wieder einmal für schnelle Runden gut war, im Rennen mit seiner schlechten Traktion aber immer zurückfiel. Wie groß der Rückstand auf die Konkurrenz ist, kann man manchmal auch zwischen den Zeilen lesen. Wenn einem Gabriele Tarquini zu seinem neuen Auto als positivstes Urteil lediglich einfällt, dass es "nicht schlecht" sei, sagt das schon einiges. Wenn allerdings jemand ein WTCC-Auto entwickeln kann, dann der überaus erfahrene Italiener. Mit Nick Catsburg und Hugo Valente verfügt er dabei über zwei schnelle Teamkollegen.

Ganz schnell abhandeln können wir die Privatfahrerwertung. Dort werden Tom Chilton und Mehdi Bennani den Kampf um den Sieg unter sich ausmachen. SLR hat das beste Auto und genießt Unterstützung durch das Werks, sodass auch ein Ass wie Tom Coronel mit seinem ROAL-Chevrolet auf verlorenem Posten kämpfen wird. Von John Filippi und den Zengö-Tennies ganz zu schweigen. Dass trotz der Regeländerungen und des erhöhten Preisgelds das Feld der Privatiers eher schrumpft als wächst, sollte den Serienorganisatoren übrigens zu denken geben.

Doch Sorgen will ich mir jetzt erst einmal nicht machen. Vielmehr freue ich mich darauf, dass die Saison 2016 endlich losgeht. Eine Saison, in der ich die Serie zu Rennstrecken in nahen und fernen Ländern begleiten werde. Und vor allem darauf, dass die Zeit des Spekulierens endlich vorbei ist. Am Samstag nach dem Qualifying wissen wir endlich, wer wie schnell ist, und ob in diesem Jahr ein spannenderer Kampf um die Spitze zu erwarten ist. Zu wünschen wäre es der WTCC.

Auf ein gutes WTCC-Jahr 2016, Ihr

Markus Lüttgens

P.S.: Folgt mir bei Twitter unter @MST_MarkusL und ihr bleibt immer in Sachen WTCC auf dem Laufenden.

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