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Muller auf Titelkurs: Und wer kann ihn stoppen?

22. April 2012 - 12:36 Uhr

Vier Siege aus sechs Rennen und die souveräne Führung in der WM: Yvan Muller liegt vorn, doch können ihn Rob Huff und Alain Menu noch abfangen?

Yvan Muller
Chevrolet ist klar vorn: Yvan Muller an der Spitze, dahinter Rob Huff und Alain Menu
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Zwei Siege in Monza und jeweils einer in Valencia und Marrakesch: Yvan Muller ist auf dem besten Weg, seinen WM-Titel in der WTCC auch in diesem Jahr zu verteidigen. Der französische Chevrolet-Pilot führt nach bisher sechs Rennen mit 130 Punkten klar in der Gesamtwertung. Und nur seine beiden Teamkollegen scheinen dazu in der Lage zu sein, ihm den ersten Platz streitig zu machen.

Doch Muller ist 2012 in Bestform unterwegs. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr erwischte der 42-Jährige einen perfekten Saisonstart und setzte sich schon am ersten Wochenende von seinen Rivalen ab. Am meisten schockierte Muller die Verfolger aber nicht mit seinen Rennleistungen, sondern eher mit seinem Auftritt im Qualifying von Valencia. Dort fuhr der dreimalige Weltmeister in einer eigenen Liga.

Muller in Valencia in einer eigenen Liga

"Da hat er etwas ganz Besonderes hingekriegt", sagt Huff über das Zeittraining von Spanien. Muller hatte die gesamte Konkurrenz um mehr als drei Zehntel distanziert und seine Bestzeit gleich noch einmal bestätigt. Niemand konnte ihm folgen. "Das waren wirklich spezielle Runden", meint Huff. "Ich würde sagen, solche Runden fährt man höchstens einmal im Jahr - und nur wenn man Glück hat."

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"So etwas ist sehr, sehr selten."
Rob Huff

"So etwas ist sehr, sehr selten", erklärt der Chevrolet-Pilot. Auch Menu zeigt sich verblüfft: "Das Ding ist ja, dass er seine Bestzeit bist auf eine Zehntel genau bestätigen konnte." Eine starke Leistung, die Mullers Rivalen überlegen lässt, wie das möglich war. Menu hat eine Theorie: "Vielleicht kam ihm das Bremsen mit dem linken Fuß entgegen." Diese Fahrtechnik wendet Muller offenbar verstärkt an.

Ganz im Gegenteil zu seinen beiden Chevrolet-Stallgefährten, wie Huff hinzufügt. "Alain und ich, wir gehören da noch der alten Schule an. Ich probierte es mal drei Tage lang in Pembrey aus. Die Zeiten waren absolut identisch, doch in der Rennsimulation waren meine Vorderreifen beim Linksbremsen etwas mehr hinüber." Deshalb verzichtet der Brite bis heute meist darauf, mit Links zu bremsen.

Ist der WM-Zug schon abgefahren?

"In manchen Kurven ist es aber eine große Hilfe - und in Valencia funktionierte es einfach gut für Yvan", ergänzt Menu. Die einzige Erklärung für eine wirklich beeindruckende Fahrt? Huff verneint und merkt an: "In Valencia hat Yvan sicherlich auch schon tausende Runden abgespult. Das gilt für alle SEAT-Piloten. Jordi Gene war immer nur in Valencia sehr schnell, aber fast nirgendwo sonst."

"Vor ihm ins Ziel kommen und möglichst viele Rennsiege holen."
Alain Menu

Anders Muller. Der frühere SEAT-Fahrer und jetzige Chevrolet-Pilot ist auf allen Strecken sehr gut unterwegs. Der Franzose macht kaum Fehler, fährt ungeheuer konstant und verfügt über jede Menge Erfahrung. Wie also ist der aktuelle WM-Führende überhaupt zu knacken? "Im Prinzip geht es für uns darum, vor ihm ins Ziel zu kommen und möglichst viele Rennsiege zu holen", sagt Verfolger Menu.

"Eine gute Antwort", findet Huff. Allerdings werde die derzeitige Tabellensituation - Muller führt mit 130 Punkten vor Menu (106) und Huff (97) - zu sehr dramatisiert. "Wir haben erst drei Wochenenden hinter uns und noch stehen 18 Rennen aus", meint Chevrolet-Pilot Huff und zeigt sich zuversichtlich: "Es wird eine sehr enge Nummer. Du weißt es aber nicht. Irgendetwas kann immer passieren."

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