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SEAT: "Dieselmotoren galten nicht als ideale Technologie"

23. Januar 2012 - 15:53 Uhr

Jaime Puig blickt zurück auf die Dieselmotor-Ära in der WTCC: Der SEAT-Sportchef spricht über die ersten Erfolge und die anschließenden Triumphe

Gabriele Tarquini
Gabriele Tarquini (Foto) und Yvan Muller kamen im TDI-Auto zu WM-Titelehren
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - An dieser Technologie schieden sich die Geister: SEAT setzte in der WTCC zwischen 2007 und 2011 einen Dieselmotor für seine Fahrzeuge ein und sorgten damit für große Stimmungs-Schwankungen im Fahrerlager. Vor allem die Einstufung der TDI-Autos machte den Verantwortlichen und den Rivalen reichlich Sorgen, denn die Dieselautos aus Spanien schienen immer noch einige Reserven zu haben.

Aus der Sicht von SEAT entwickelte sich freilich alles prächtig, schließlich fuhren die Rennwagen nach einer gewissen Lernphase konstant an der Spitze mit. Für Jaime Puig, Sportchef der spanischen Marke, war der Erfolg mit dem Dieselmotor die Krönung des Engagements in der Tourenwagen-WM. Dies betont der Spanier im offiziellen Jahrbuch der WTCC, als er das Rennprojekt Revue passieren lässt.

"Schon als wir der WTCC beitraten, war es stets unser Ziel, Weltmeister zu werden. Wir hätten aber nicht damit gerechnet, bereits so früh derart konkurrenzfähig zu sein", sagt Puig im Rückblick auf die frühen Gehversuche seiner Marke. Der erste Sieg mit dem SEAT Leon in Valencia 2005 sei eine "schöne Überraschung" gewesen, mit der man zu dieser Phase nicht unbedingt gerechnet hatte.

SEAT-Stammpilot Jordi Gene legte mit diesem Erfolg aber den Grundstein für ein noch wichtigeres Projekt, wie Puig erläutert. "Durch dieses gute Tempo konnten wir uns auf eine neue Herausforderung konzentrieren: die Entwicklung des dieselgetriebenen SEAT Leon TDI. Damals hatten wir den Eindruck, dass der Benzinermotor mehr oder weniger am Limit war", hält Puig rückblickend fest.

"Andere Teams hielten dieses Konzept hingegen weiter für den bestmöglichen Weg. Dieselmotoren galten allgemein nicht als ideale Technologie, um Sprintrennen zu gewinnen", stellt der Sportchef von SEAT heraus und merkt an: "Es war daher ein sehr stolzer Augenblick, als wir damit gleich in unserem ersten Jahr den Titel holten. Noch dazu, weil wir ein sehr umweltfreundliches Aggregat hatten."

"Wir gewannen die WM mit dem saubersten Auto in der Startaufstellung", meint Puig - und das gleich zweimal, denn Gabriele Tarquini tat es 2009 seinem Teamkollegen Yvan Muller gleich, der 2008 in der Fahrerwertung triumphiert hatte. Und gerade dieser erste Erfolg blieb Puig als prägend in Erinnerung: "Viele unserer Rennsiege waren etwas Besonderes, doch dieser Titelgewinn war der Höhepunkt."

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