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Rückblick 2011: Das erste Saisondrittel

12. Dezember 2011 - 12:40 Uhr

Der Traumstart von Chevrolet, der Überraschungs-Erfolg von Tarquini, der "Doppelsieg" von Huff, die gelungene Budapest-Premiere: Teil 1 des Rückblicks

Start in Curitiba 2011
Los geht's: Im brasilianischen Curitiba nahm die WTCC-Saison 2011 ihren Auftakt
© WTCC

(Motorsport-Total.com) - 344 Rennrunden, zahlreiche packende Zweikämpfe, sechs strahlende Laufsieger und ein erfolgreicher Titelverteidiger: Die WTCC begeisterte im abgelaufenen Rennjahr durch engen Motorsport und viele spektakuläre Szenen. Von Südamerika über Europa nach Asien - Chevrolet hatte die Konkurrenz von Anfang an sehr gut im Griff und setzte sich letztendlich deutlich gegen BMW, SEAT und Volvo durch.

Doch so souverän die Herstellerwertung entschieden wurde, so erbittert kämpften die Piloten um die Fahrerkrone. Yvan Muller, Rob Huff und Alain Menu lieferten sich ein sehr beeindruckendes Duell, das schließlich in einem ungeheuer spannenden Finale mündete. 'Motorsport-Total.com' blickt nun zurück auf die WTCC-Saison 2011 und zeichnet den Jahresverlauf nach. Heute: Das erste Saisondrittel.

Curitiba (Brasilien): Chevrolet fährt gleich vorneweg

Nach der 116-tägigen Winterpause kam Chevrolet im brasilianischen Curitiba am besten aus den Startlöchern. Das einzige WTCC-Werksteam hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv auf die "Operation Titelverteidigung" vorbereitet und den neuen 1,6-Liter-Turbomotor zur Rennreife gebracht. Die Früchte dieser Arbeit erntete die Mannschaft prompt schon im Qualifying.

Carlos Bueno, Yvan Muller, Robert Huff
Chevrolet hatte alles im Griff: Yvan Muller, Rob Huff und Carlos Bueno in Curitiba
© xpb.cc

Rob Huff stellte den Chevrolet Cruze 1,6T im ersten Zeittraining des Jahres auf die Pole-Position und sicherte sich tags darauf auch den ersten Saisonsieg. Yvan Muller fegte 0,873 Sekunden hinter dem Teamkollegen als Zweiter über die Linie, Gastpilot Carlos Bueno überraschte als starker Dritter und komplettierte den Chevrolet-Dreifachsieg. Bester Verfolger war Tom Coronel auf dem vierten Rang.

Der niederländische Rennfahrer spielte vor allem im zweiten WM-Lauf eine wichtige Rolle, denn anfangs hatte Coronel im neuen BMW 320 TC die Führung inne. Alain Menu stach jedoch in eine kaum vorhandene Lücke und verdrängte seinen Rivalen von der Spitze - der zweite Chevrolet-Sieg war perfekt! Muller, Huff und Bueno rundeten das Topergebnis der Champions auf den Plätzen ab.

Neben Kristian Poulsen und Gabriele Tarquini, die beide solide WM-Punkte abstaubten, wussten sich auch einige WTCC-Neulinge gekonnt in Szene zu setzen. Der erst 16-jährige Pepe Oriola und sein 23-jähriger spanischer Landsmann Javier Villa fuhren an ihrem jeweils ersten WM-Wochenende in die Top 10 und erwischten einen Einstand nach Maß. Der Deutsche Franz Engstler punktete ebenfalls.

Zolder (Belgien): Tarquini ringt die Favoriten nieder

Knapp einen Monat nach dem Saisonauftakt schienen sich die Ereignisse zu wiederholen: Huff stellte seinen Chevrolet erneut auf die Pole-Position. Beim Start zum ersten Rennen wurde sich der Brite mit seinen Stallgefährten zunächst nicht über die Vorfahrt einig, ehe die WM-Spitzenreiter doch wieder einen sicheren Dreifach-Sieg über die Linie brachten: Huff gewann in Zolder vor Menu und Muller.

Gabriele Tarquini
Gabriele Tarquini bescherte SEAT den letzten Sieg mit dem Dieselfahrzeug
© WTCC

Erstmals 2011 schepperte es allerdings auch richtig: In der dritten Runde ging es erst im Hinterfeld drunter und drüber, kurz darauf krachte es auch weiter vorne. Als sich der Staub lichtete, waren Fredy Barth, Tom Coronel und Franz Engstler nach einer Verkettung unglücklicher Umstände nicht mehr mit dabei. Eines hatte zum Anderen geführt - und so strandeten binnen einer Runde gleich fünf Autos.

Action ganz anderer Natur gab es indes im zweiten Rennen, denn Tarquini gewann den Start und führte vor Huff, dem WM-Führenden. Letzterer wollte sich mit dem Verfolgerrang freilich nicht lange zufriedengeben und attackierte Tarquini, dessen SEAT Leon TDI plötzlich so breit wie die Strecke wurde. In Runde acht kam es zur Kollision, die Huff zurückfallen und Tarquini weiter vorne bleiben sah.

Der italienische Ex-Champion fuhr nach 13 Runden schließlich auch als Erster ins Ziel, während Menu und Tiago Monteiro die weiteren Podestplätze erbten. Hinter Darryl O'Young und Michel Nykjaer holte Huff noch Rang sechs. Muller schied indes nach einem technischen Defekt vorzeitig aus und büßte dadurch weiter an Boden ein. Freude hingegen bei Volvo: Robert Dahlgren holte erstmals WM-Zähler.

Monza (Italien): Zweimal Huff und ein bitteres Aus

In Monza standen die WTCC-Zeichen wieder vollkommen auf Chevrolet. Huff sicherte sich bereits die dritte Pole-Position in Folge und ging daher als Favorit in die beiden italienischen Sprintrennen - und dort brannte das Chevrolet-Trio ein wahres Feuerwerk ab! Huff, Menu und Muller setzten sich rasch vom Feld ab, um sich anschließend so intensiv zu beharken, dass es in Runde acht etwas schepperte.

Yvan Muller, Alain Menu, Robert Huff
Das ging nicht gut: Muller (hinten) und Menu (Mitte) kamen sich etwas zu nahe...
© xpb.cc

Muller hatte Menu leicht angeschubst, sodass dieser auf der Anfahrt zur ersten Lesmo-Kurve ins Schlingern geriet und schließlich ins Kiesbett kreiselte. Für den Schweizer bedeutete dieser Ausfall einen herben Rückschlag im Titelkampf, zumal Huff und Muller auf den Plätzen eins und zwei abgewinkt wurden. Monteiro fuhr als Dritter ebenfalls aufs Treppchen, Barth holte seine ersten Punkte.

Auch im zweiten Lauf gab Chevrolet den Ton an und sorgte für reichlich Action: Huff gewann den Start und führte vor Monteiro und Poulsen, die Muller allerdings rasch niederrang. Der Franzose tauchte rasch als Zweiter im Rückspiegel von Huff auf und setzte den Briten massiv unter Druck. Es half aber alles nichts: Huff machte seinen zweiten Sieg in Monza perfekt und setzte sich in der WM weiter ab.

Hinter den beiden Chevrolet-Piloten sauste Poulsen als starker Dritter ins Ziel uns sicherte sich sein erstes Podestergebnis in der WTCC. Monteiro wurde Vierter vor Menu, der sich nach seinem Ausfall im ersten Rennen klasse zurückgekämpft hatte. O'Young als Sechster und Norbert Michelisz auf Rang sieben strichen genau wie Villa, Engstler und Tarquini die verbleibenden WM-Zähler aus Monza ein.

Budapest (Ungarn): Ein herausragendes Renndebüt

Ursprünglich hätte Marrakesch den vierten Saisonevent ausrichten sollen, kurzfristig kam es aber nicht dazu. Der Hungaroring bei Budapest sprang in die Bresche und lieferte eine klasse Premiere ab: Im Wochenend-Verlauf strömten über 70.000 Fans an den Kurs, um ihren "Norbi" Michelisz nach vorne zu peitschen. Die Stimmung auf den Rängen sorgte für regelrechte Gänsehaut-Atmosphäre!

Norbert Michelisz
Norbert Michelisz vor der beeindruckenden Kulisse beim Debüt am Hungaroring
© xpb.cc

Diese gipfelte nach der Qualifikation - erstmals ging die Pole-Position 2011 an Menu - zunächst darin, dass sich Michelisz in Kurve eins direkt hinter Menu auf Rang zwei schieben konnte. Der Ungar und sein BMW 320 TC traten vor heimischem Publikum in Topform auf den Plan, doch Menu brachte den Sieg sicher ins Ziel. Michelisz' Platz zwei wurde von den Fans aber trotzdem frenetisch gefeiert.

Viel Applaus gab es auch für Villa: Der WTCC-Neuling manövrierte sich in der letzten Runde geschickt und in bester Tarquini-Manier an eben diesem vorbei und wurde starker Dritter. Huff und Muller fuhren ebenfalls noch am Ex-Champion vorbei. Viel Action dann im zweiten Rennen: Ausgerechnet Michelisz knallte beim Start in Poulsen und sorgte für Chaos, ehe der Regen für eine Unterbrechung sorgte.

Tarquini führte nach dem Neustart auf Regenreifen, musste Muller und Huff aber rasch ziehen lassen und sich mit Rang drei begnügen. Coronel und Monteiro landeten vor Engstler auf den Plätzen vier und fünf, während Dahlgren für Volvo trotz einer Durchfahrts-Strafe noch Neunter wurde. Barth fuhr als Zehnter zum zweiten Mal an diesem Wochenende in die Top 10 - mit dem neuen Turbomotor.

Der WTCC-Saisonrückblick 2011:

01. Das erste Saisondrittel
02. Das zweite Saisondrittel
03. Das letzte Saisondrittel
04. Die Privatierwertung
05. Fakten und Zahlen zur Saison
06. Yvan Muller
07. Chevrolet
08. BMW
09. SEAT
10. Volvo
11. Team Engstler
12. Team Wiechers

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