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Doppelstart: Vorteil für die SEAT-Gastpiloten?

09. Januar 2010 - 11:00 Uhr

Mit mehr Streckenzeit an die Spitze: Gaststarter aus dem SEAT-Eurocup bringen zuweilen die Hackordnung bei den Privatfahrern durcheinander

Stefano D'Aste, Tom Coronel
Die Independents' Trophy der WTCC war auch im vergangenen Jahr sehr umkämpft
© fiawtcc.com

(Motorsport-Total.com) - Nachwuchsförderung wird im Hause SEAT schon seit geraumer Zeit groß geschrieben: Wer sich im Eurocup bewährt, erhält seine Chance in der Tourenwagen-WM und darf sich beim nächsten Event mit den WTCC-Profis messen. Dabei profitieren die Privatfahrer von SEAT allerdings von einem nicht zu unterschätzenden Vorteil: Sie dürfen parallel in Eurocup und WTCC an den Rennstart gehen.

Das schmeckt der Konkurrenz nur bedingt - schließlich kommen die Gastpiloten so in den Genuss, deutlich mehr Runden auf einer Rennstrecke absolvieren zu können als ihre Rivalen, die nur in einer Meisterschaft aktiv sind. Dass die Fahrzeuge aus Eurocup und WTCC nicht grundverschieden sind, verleiht dieser Sache eine zusätzliche Würze. Ist hier möglicherweise ein Umdenken gefragt?

"Das ist sicherlich nicht zu einhundert Prozent in Ordnung", sagt Thomas Schiemann gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Die Extrazeit, welche diese Jungs auf der Strecke verbringen können, ist sehr wertvoll. Außerdem haben diese einmaligen Gaststarter schon manchmal sehr stark in das Geschehen eingegriffen. Sie können das Meisterschaftsbild also maßgeblich mit beeinflussen."

Nicht zuletzt deswegen, weil sie aufgrund ihres höheren Trainingspensums zu schnelleren Runden in der Lage sind als die versammelte Privatierkonkurrenz, die sich mit zwei kurzen Freien Trainings und einem 15-minütigen Warmup begnügen muss. Entsprechend gut schneiden die Gastpiloten zuweilen ab - und nehmen so den regulären Fahrern der Independents' Trophy wichtige Punkte weg.

Doch Schiemann, Technischer Leiter beim deutschen Wiechers-Team, will nicht nur schwarzmalen: "Man muss SEAT andererseits auch ein Kompliment für ihre Nachwuchsförderung aussprechen. Im vergangenen Jahr haben es ja wieder zwei Piloten aus dem Förderprogramm ins permanente Starterfeld der WTCC geschafft", erklärt Schiemann - Tom Boardman und Marin Colak stiegen auf.

Dennoch plädiert Schiemann für eine bessere Lösung der Gastfahrer-Frage: "Ich denke, man sollte den jeweiligen Piloten für das Eurocup-Rennen sperren. Vielleicht sollte SEAT aber auch überlegen, den besten Eurocup-Piloten am Jahresende mit einer kompletten WM-Saison zu belohnen, statt nach jedem Rennen jeweils einen Fahrer in die WTCC zu hieven", so Schiemann abschließend.

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