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Die SEAT-Story: Weltmeister in sechs Jahren

03. Januar 2009 - 17:15 Uhr

Nachdem SEAT den ganz großen Wurf 2007 noch knapp verpasste, landete die spanische Truppe 2008 einen satten Volltreffer und holte sich beide WM-Titel

Tiago Monteiro vor Jordi Gené
Entwicklungsarbeit mit Erfolg: SEAT steigerte sich stetig und gewann 2008
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - SEAT und der Motorsport sind seit vielen Jahren untrennbar miteinander verbunden. Allein drei Weltmeisterschaftstitel in der Rallye-Weltmeisterschaft stehen dabei in der erfolgreichen Bilanz. Auf dem Fundament dieser Siege entschloss sich SEAT 2003, in die Europäische Tourenwagen-Meisterschaft ETCC einzusteigen. Heute heißt diese Serie Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC - 2008 wurde SEAT erstmals Weltmeister. Grund genug für einen Rückblick...

In der Saison 2003 setzte SEAT den Toledo Cupra in der damaligen ETCC ein. Am Steuer saßen Jordi Gené und Frank Diefenbacher. In Oschersleben holte sich das Team mit einem dritten Rang den ersten Podiumsplatz - ein gutes Omen. 2004 wurde das Team durch Rickard Rydell verstärkt. Mit drei Autos auf der Strecke sowie der im Vorjahr gesammelten Erfahrung wurden die Ergebnisse zunehmend besser.

Erste erfolgreiche Gehversuche in der ETCC

Den Höhepunkt dieser Saison stellte der Teamsieg mit Rydell dar - erneut in Oschersleben. Neben vier Podiumsplätzen, zwei Pole-Positions und vier schnellsten Runden bestätigte insbesondere dieser erste Triumph, dass sich SEAT auf dem richtigen Weg befand. 2005 bewog die zunehmende Bedeutung der ETCC die FIA dazu, der Rennserie den Status einer Weltmeisterschaft zu verleihen, den bis dahin nur die Formel 1 und die Rallye-WM hatten.

Gabriele Tarquini vor seinen SEAT-Kollegen
SEAT schickte 2008 ein fünf Wagen starkes Werksteam an den WTCC-Start
© xpb.cc

Bei SEAT sprang Peter Terting in diesem Jahr für Diefenbacher ein und gewann das Rennen in Puebla, während Rydell in Silverstone einen weiteren Sieg holte. In der Zwischenzeit arbeitete SEAT am Debüt eines völlig neuen Autos: des SEAT Leon WTCC. Er stand ab der Mitte der Saison zur Verfügung, exakt zum selben Zeitpunkt, an dem der neue SEAT Leon auch auf den internationalen Märkten eingeführt wurde.

Das Auto zeigte schnell seine Wettbewerbsfähigkeit und Gené fuhr es im spanischen Rennen der Weltmeisterschaft in Valencia zum ersten Sieg. Der ohnehin erfolgreiche Start der SEAT Leon Serienversion wurde so auch auf der Ebene des Motorsports unterstrichen. Mit dem Rückenwind eines sehr wettbewerbsfähigen Rennautos und einer Menge Spielraum für die Weiterentwicklung verstärkte SEAT das 2006er-Team mit den Fahrern Gabriele Tarquini, Yvan Muller und James Thompson.

Diese WM-Saison war eine der am härtesten umkämpften der Geschichte, da es noch im letzten Rennen in Macao neun Fahrer mit rechnerischen Chancen auf den Titel gab. SEAT wurde mit drei Siegen - Muller in Brands Hatch, Gené in Curitiba und Tarquini in Istanbul - sowie insgesamt 22 Podiumsplätzen, fünf Pole-Positions und acht schnellsten Runden Vizeweltmeister bei den Konstrukteuren.

Yvan Muller vollendet das Unternehmen "WM-Titel"

In die Saison 2007 startete SEAT mit fünf Fahrern: Gené, Michel Jourdain Jr., Tiago Monteiro, Muller und Tarquini. Letzterer fuhr den SEAT León WTCC im niederländischen Zandvoort nach einem spektakulären Rennen zum Sieg. Dann folgte das Debüt des SEAT Leon TDI. Dieses Auto stellte einen entscheidenden Wendepunkt dar. SEAT setzte auf eine neue Technologie und wurde nach einer Vorbereitungs- und Entwicklungsphase, die fast ein Jahr an geheimer Arbeit kostete, mit der Einführung des neuen, sehr guten Autos in Anderstorp belohnt.

Feierstunde bei SEAT
Feierstunde bei SEAT: In Okayama machte die spanische Truppe Titel #1 perfekt
© xpb.cc

Im folgenden Rennen stellten Gené und Muller die Wettbewerbsfähigkeit der Benzin- und Dieselversion unter Beweis: In Oschersleben fuhr Muller mit dem SEAT Leon TDI vor Tarquini auf der Benzinversion als erster Fahrer über die Ziellinie. Es war ein Doppelfinish, mit dem das Team das große Potenzial beider Modelle unterstrich. Parallel schrieben SEAT und Yvan Muller in diesem Rennen Geschichte.

Zum ersten Mal hatte ein Fahrzeug mit Dieselmotor ein gewertetes Rennen in der WTCC gewonnen. Das Saisonende wurde für SEAT Sport mit zwei Siegen in Monza von Muller und Gené zur Nervenprobe: Im letzten Rennen in Macao waren sie sehr dicht daran, den Weltmeistertitel zu holen, doch sowohl Muller als auch SEAT mussten sich mit der Vizeweltmeisterschaft zufrieden geben. Dann kam das Jahr 2008 und mit ihm der große Triumph.

Die SEAT Entscheidung pro Diesel, die im Winter geleistete Entwicklungsarbeit, ein hochmotiviertes Team und sehr schnelle Fahrer - all diese Faktoren - machten diese Saison zur erfolgreichsten in der Rundstreckengeschichte von SEAT Sport: Nach elf Siegen gewann SEAT den ersten Weltmeisterschaftstitel in der WTCC und der Franzose Yvan Muller wetzte seine Niederlage von 2007 durch den Titelgewinn 2008 aus.

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