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Müller: Business as usual

04. November 2008 - 15:26 Uhr

BMW Pilot Jörg Müller über den ganz normalen Rennfahrer-Alltag an einem Rennwochenende und die Automatismen, die sich mit der Zeit herausbilden

Jörg Müller
Entspannt: Vor dem Start hat Jörg Müller nicht mal Augen für sein Gridgirl...
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Jörg Müller gehört zu den Routiniers im Feld der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC. Der 39-Jährige sitzt schon seit der Wiederbelebung der Rennserie im Jahr 2005 am Steuer eines BMW und jagt seinen großen Traum, eines Tages den WM-Titel einfahren zu können. In dieser Saison hat es für den einzigen deutschen Werkspiloten in der WTCC nicht ganz gereicht, denn mehr als ein Saisonsieg war bislang nicht drin. Ganz bestimmt zählt Müller aufgrund seiner Erfahrung aber zu den schnellsten Fahrern im Feld.

Wie aber gestaltet sich ein Einsatz in der Tourenwagen-WM für Müller? "Unsere Rennveranstaltungen dauern in der Regel immer nur zwei Tage", erläutert der Rennfahrer. "Man ist aber dennoch schon freitags an der Strecke und verbringt viel Zeit mit den Ingenieuren. Wir gehen dann die Daten, Ergebnisse und Fahrwerksabstimmungen durch, die wir in der Vergangenheit auf der jeweiligen Strecke hatten."

"Das wichtigste Ziel ist immer, das man ab der ersten Trainingsrunde schnell sein kann", meint der BMW Team Germany Pilot. Dessen Teamkollege Augusto Farfus gilt als großer Spezialist auf eine schnelle Runde, was der Brasilianer unlängst in Okayama einmal mehr unter Beweis stellen konnte. Dort sicherte sich Farfus in sämtlichen Trainingssessions die Bestzeit und anschließend auch die Pole-Position.

Müller landete in Reihe zwei, macht sich aber vor dem Start nicht mehr allzu viele Gedanken: "In den letzten Minuten vor dem Start geht einem eigentlich gar nichts mehr durch den Kopf. Ich steige immer relativ spät ins Auto ein, laufe herum und halte einen Smalltalk mit meinen Mechanikern. Wenn ich dann am Steuer sitze, läuft ein gewisser Automatismus ab und man ist voll und ganz darauf fokussiert, am Start sein Bestes zu geben."

Und sollte es einmal schiefgehen und man sich nach wenigen Rennmetern im Kiesbett wiederfinden? Müller: "Im ersten Augenblick merkt man die Enttäuschung gar nicht. Dazu sind der Adrenalinspiegel im Körper und die Konzentration wahrscheinlich zu hoch. Man merkt erst, wie frustriert man eigentlich ist, wenn man tatenlos in der Box sitzt und den anderen beim Rennen zuschaut. Man braucht erst eine gewisse Zeit, um herunterzukommen."

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