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Lauf 1: Rydell siegt - SEAT holt sich vorzeitig den Herstellertitel!

26. Oktober 2008 - 07:31 Uhr

Ein überaus spannendes und aufregendes erstes Rennen endete in Okayama mit dem Sieg von Rickard Rydell und einem SEAT-Triumph - Müller auf P2

Rickard Rydell
Rickard Rydell bescherte SEAT den Sieg in Okayama und den Hersteller-Titel
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - SEAT ist am Ziel. Im viertletzten Rennen des Jahres machten die Iberer den Titel in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC perfekt. Der 'Okayama International Circuit' war dabei Schauplatz eines hervorragenden Laufs, der sicherlich noch eine Weile für Gesprächsstoff sorgen wird. Rickard Rydell (SEAT) behielt am Ende die Oberhand über das BMW Duo Jörg Müller und Andy Priaulx. Die größten Pechvögel des ersten Rennens waren allerdings Augusto Farfus und James Thompson.

Auf nasser Strecke ging's los in die Aufwärmrunde, wo sich die Fahrer unmittelbar vor der Zielgeraden für den Fliegenden Start formierten. Kaum war die grüne Ampel aufgeblendet worden, fächerte sich das Feld weit auseinander und so kam es in Kurve eins zu mehreren Scharmützeln. WM-Aspirant Gabriele Tarquini ging sehr optimistisch zu Werke und setzte dabei wahrscheinlich sämtliche Chancen auf den Titel ins japanische Kiesbett, aus dem er sich aber wieder befreien konnte.

Turbulente Anfangsphase in Kurve eins

An der Spitze kollidierten indes Polesitter Farfus und Alain Menu (Chevrolet), für den das Rennen damit beendet war. In der Reihenfolge Müller, Tiago Monteiro (SEAT), Rydell, Rob Huff (Chevrolet), Stefano D'Aste, Félix Porteiro, Priaulx (alle BMW), Yvan Muller (SEAT) und Sergio Hernández (BMW) machte sich das Feld auf die 14-Runden-Reise auf einer noch immer feuchten, aber langsam abtrocknenden Rennstrecke im japanischen Bergland.

Farfus hatte durch sein Intermezzo in Kurve eins kräftig an Boden verloren und jagte - wie auch Tarquini - der Konkurrenz hinterher. Es sollten nicht die einzigen Zwischenfälle des Rennens bleiben. In Runde zwei wurde Honda-Pilot James Thompson plötzlich auf Position sechs auf, während Menu seinen Wagen in der Box abstellte und auch Porteiro sein Auto am Streckenrand abstellte. Wiechers-Debütant Matthew Marsh untersuchte indes die Kiesbetten näher, rodelte aber wieder zurück auf Kurs.

Über die gesamte Distanz von 14 Runden wurde gefightet, geboxt und gerangelt - in manchen Fällen ging es über den allseits beliebten Lackaustausch hinaus. Zunächst allerdings konnte sich Müller an der Spitze ein kleines Polster auf seine Verfolger zurrecht legen, während Teamkollege Farfus von Position elf aus Druck auf seine Vordermänner ausübte. Thompson und Priaulx legten sich zeitgleich mit dem ausgezeichnet gestarteten D'Aste an und rangen den Privatier schließlich auch nieder.

Thompson wieder einmal im Pech

Schon in der Anfangsphase entwickelten sich dann die Zweikämpfe, die auch für den weiteren Rennverlauf einiges an Action bereithalten sollten: So traf Priaulx erstmals im Lauf auf WM-Leader Muller und Thompson geriet mit Chevrolet-Fahrer Huff aneinander. In Runde sechs knackte Priaulx schließlich seinen Widersacher, der einen Umlauf später auch einem starken Farfus Platz machen musste. Der Brasilianer war wieder einmal auf dem Vormarsch.

Ab Runde acht wurde es wieder wild: Erst rutschte Thompson für einen Moment von der Linie, dann zerlegte BMW Pilot Ibrahim Okyay sein Arbeitsgerät heftig in den Mauern am Streckenrand. Das Safety-Car blieb allerdings in der Boxengasse stehen, sodass die WTCC-Meute ungehindert ihren Duellen frönen konnte. In Umlauf elf hatte Rydell zum Führenden Müller aufgeschlossen und passierte den Deutschen nur wenige Kilometer später - Müller hatte keine Chance gegen den TDI des Schweden.

Die abtrocknende Strecke und die zahlreichen Zweikämpfe pressten das Feld wieder zusammen und auf einmal entwickelte sich hinter dem drittplatzierten Monteiro eine große Kampfgruppe. Priaulx ließ den Portugiesen in der Schlussphase stehen und schnappte sich Rang drei - Huff, Monteiro, Farfus, Muller, Tom Coronel (SEAT), D'Aste und Tarquini rasten hinterher. Doch war Thompson? Der Brite schien das Unheil wieder einmal unmittelbar anzuziehen, welches sich dieses Mal in Form von Muller zeigte.

Rydell und D'Aste die großen Gewinner

Der Franzose stach etwas optimistisch in eine kaum vorhandene Lücke, Thompson kam erst quer und flog schließlich gänzlich ab - so war für den N.Technology-Piloten nicht nur ein tolles Ergebnis im ersten Lauf dahin, sondern auch eine hervorragende Ausgangsposition für Rennen zwei. Unbeeindruckt davon zog Rydell seine abschließenden Kreise und gewann das erste Gastspiel der WTCC in Okayama vor Müller und Priaulx - womit sich SEAT bereits vorzeitig das lang ersehnte Ziel erfüllte und den Herstellertitel perfekt machte.

Bei den Privatiers schlug Stefano D'Aste erfolgreich zurück, nachdem zuletzt Teamkollege Sergio Hernández eine Erfolgsserie auf die Rennstrecken dieser Welt geknallt hatte. D'Aste verpasste dabei nur knapp die große Sensation und landete in Lauf eins auf P9 - Platz acht und somit die Pole für Lauf zwei schnappte sich Coronel noch auf den letzten Metern. Der Deutsche Franz Engstler wurde als drittbester Privatier abgewinkt, Lokalmatador Takayuki Aoki stellte den Wiechers BMW auf P4.

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