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Coronel und einige "wirklich spezielle Tage"

30. Oktober 2008 - 13:45 Uhr

Sensationssieger Tom Coronel hatte in Japan fantastische Stunden und schaffte endlich den lange ersehnten ersten Sieg in der Tourenwagen-WM

Tom Coronel
Tom Coronel zeigte der Konkurrenz in Okayama erstmals die Rückleuchten
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Schlussphase des ersten Rennens der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC auf dem 'Okayama International Circuit' gestaltete sich äußerst turbulent, sodass erst nach der Zieldurchfahrt eine Bestandsaufnahme gemacht werden konnte. Und dabei leuchtete der Name Tomo Coronel auf dem achten Platz auf. Der Niederländer hatte sich für Lauf zwei die Pole-Position gesichert - eine entscheidende Ausgangsposition, wie sich im zweiten Rennen des Tages zeigen sollte: Coronel siegte.

"Wir hatten hier wirklich einige sehr spezielle Tage in Japan", schrieb Coronel auf seiner Homepage. "Ich habe nicht vielen Leuten davon erzählt, aber ich bin schon am Mittwoch nach Japan geflogen und habe dort eine Reihe von Menschen besucht, mit denen ich in der Vergangenheit zusammengearbeitet habe. Es hatte sich wirklich gar nichts verändert, das habe ich an den Reaktionen der Fans an der Strecke gemerkt."

Die Last-Minute-Pole in Lauf eins

"Es war, als wäre ich niemals weg gewesen. Es war einfach großartig für mich zu sehen, dass man sich noch immer an mich erinnert - und das nach all den Jahren", so der Niederländer, der in den 1990er-Jahren im Land der aufgehenden Sonne in der Formel 3, der Formel Nippon und verschiedenen GT-Meisterschaften unterwegs gewesen war. "Dennoch waren wir in erster Linie in Japan, um Rennen zu fahren", meinte Coronel.

Dabei präsentierten sich die Wetterbedingungen nicht gerade von ihrer besten Seite, sodass der erste Lauf noch umkämpfter war, als üblich. Coronel lag bis wenige Meter vor Schluss außerhalb der Top 10, konnte sich aber noch einmal deutlich steigern: "Das musste ich in der letzten Runde ändern. Vor mir sind einige Leute rausgerutscht und durch ein Überholmanöver gegen D'Aste (Stefano D'Aste; Anm. d. Red.) habe ich noch einen zusätzlichen Platz gewonnen."

"Zu diesem Zeitpunkt wusste ich über meine Position im Feld nicht Bescheid, dementsprechend groß war meine Überraschung, als mir das Ergebnis mitgeteilt wurde", berichtete der 36-Jähirge. "Ich hatte mich eigentlich für Slicks entschieden und bin auf Trockenreifen in die Startaufstellung gefahren. Dabei ist mir allerdings das Heck oft ausgebrochen. In der Startaufstellung haben wir lange darüber debattiert, welche Reifen wir aufziehen sollten."

Gewagte Reifenwahl führt zum Erfolg

"Ich habe dann gesagt: 'Schnallt mir hinten Regenreifen drauf und gebt mir Slicks für vorne.' Sie haben mich dann gefragt, ob ich das wirklich ernst meinte. Ich sagte nur: 'Ja, klar! Überhaupt kein Problem.'" - der Rest ist Geschichte: "Nach ein paar Runden habe ich mich mit Monteiro (Tiago Monteiro; Anm. d. Red.) angelegt, der seine Frontreifen schon ruiniert hatte", wie Coronel auf der Pressekonferenz abschließend zu Protokoll gab.

"Ich habe dann nur abgewartet und ihn schließlich überholt - nur um dann selbst einen Fehler zu machen. Dadurch kam Farfus (Augusto Farfus; Anm. d. Red.) wieder näher heran und in den letzten zwei Runden habe ich mir gesagt: 'Okay, Tom, das sind jetzt die beiden wichtigsten Runden deines Lebens. Sei also bitte vernünftig!' Ich habe mich dann clever verhalten und konnte endlich den ersten Sieg einfahren - nach so vielen Jahren in dieser Meisterschaft."

"Ich hatte ein gutes Auto und ein super Team - ich kann mich da nur herzlich bei allen meinen Unterstützern bedanken! Das war wirklich eine großartige Sache für mich. Ich habe diesen Sieg jetzt seit fünf Jahren gejagt und wusste, dass ich nur in Oschersleben oder eben Japan die Chance dazu bekommen würde. In Oschersleben waren wir Zweiter und hier haben wir ein überaus dramatisches Rennen für uns entschieden."

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