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Thierry Neuville: Tränen nach Befreiungsschlag auf Korsika

Nach zwei vergebenen Siegen schlägt Hyundai-Pilot Thierry Neuville bei der Rallye Frankreich zu und reagiert darauf ungewohnt emotio

(Motorsport-Total.com) - Normalerweise legt Thierry Neuville eine coole bis zuweilen stoische Art an den Tag, doch nach seinem Sieg bei der Rallye Frankreich, dem vierten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2017, war der Belgier am Sonntag regelrecht aufgewühlt. "Ich bin kein besonders emotionaler Mensch, aber hatte ich beim Überqueren der Ziellinie zum ersten Mal Tränen in den Augen", sagt Neuville. "Denn ich wusste, dass das ein wichtiges Ergebnis für uns war."

Thierry Neuville, Nicolas Gilsoul

Pure Erleichterung: Thierry Neuville und Nicolas Gilsoul siegen auf Korsika Zoom

Zum ersten Mal in dieser Saison gelang es Neuville, das Potenzial des Hyundai i20 WRC in ein entsprechendes Resultat umzusetzen, nachdem er bei der Rallye Monte Carlo und der Rallye Schweden jeweils in Führung liegend ausgeschieden war. "Es war eine lange Zeit seit Jahresbeginn. Wir wussten, dass wir schnell genug sind, haben viele Wertungsprüfungen gewonnen und lagen oft in Führung, haben es aber nicht ins Ziel gebracht", blickt Neuville auf den schwierigen Saisonstart zurück.

Während die anderen drei Hersteller nach den ersten drei Rallyes der WRC-Saison 2017 alle schon einen Sieg auf dem Konto hatte, stand Hyundai vor der Rallye Frankreich unter Druck. Doch Neuville wusste, dass er auf den winkligen Asphaltstraßen Korsikas um den Sieg kämpfen kann. "An diesem Wochenende hatte ich hohe Erwartungen, denn ich wusste, dass wir auf Asphalt schnell sind, und nach den Tests hatte ich ein gutes Gefühl."

Doch dieses gute Gefühl bestätigte sich am ersten Tag der Rallye noch nicht. Neuville fuhr laut eigener Aussage am Limit, war aber dennoch langsamer als Kris Meeke (Citroen) und Sebastien Ogier (Ford), die die Rallye am Freitag anführten. "Ich bin gut gefahren, aber die Zeiten waren nicht das, was wir haben wollten. Also haben wir reagiert und das Auto umgebaut", so der Belgier.


Fotos: WRC: Rallye Frankreich


Nach einigen Set-up-Änderungen legte Neuville zu, und nach dem Ausfall von Meeke kämpfte er mit Ogier um die Führung - bis dieser bei der letzten Wertungsprüfung des Samstags durch einen Hydraulikdefekt zurückfiel. So ging Neuville mit einem deutlichen Vorsprung in den Schlusstag. Angst, den Sieg wie in Monte-Carlo und Schweden durch einen Fehler wegzuwerfen, hatte er nicht. "Ich habe mir gesagt: Es ist zweimal passiert, also kann es nicht zum dritten Mal in Folge passieren."

Und so war im Ziel die Freude nach dem ersten Saisonsieg groß: "Man sagt, dass die positiven Dinge zu denen kommen, die darauf warten. Dieser Satz gilt auch für uns", sagt Teamchef Michel Nandan. "Das Ergebnis dieser Rallye ist fantastisch und ich bin begeistert, dass wir die Belohnung für unsere harte Arbeit erhalten haben. Ich hoffe, dass noch mehr Siege hinzukommen. Thierry und Nicolas (Gilsoul, Beifahrer; Anm. d. Red.) hatten ein großartiges Wochenende, trotz eines schwierigen Starts am Freitag. Sie haben diesen Erfolg wirklich verdient, vor allem nach ihrem Pech in Monte Carlo und Schweden."

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