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Hirvonen: Mit coolem Schlüpfer zum Sieg?

Was es braucht, um in Neuseeland zu gewinnen: Spaß-Unterwäsche, ein tanzendes Auto, einen Sprung vom Hochhaus, einen Bleifuß und bloß keinen Wetterfrosch

(Motorsport-Total.com) - Mikko Hirvonen hat die Rallye Neuseeland noch nie gewonnen, stand auf der anderen Seite des Globus aber schon fünf Mal auf dem Podium. Der Citroen-Pilot führte das Klassement am ersten Tag zwischenzeitlich an und ist am Abend noch immer in Schlagdistanz zu Teamkollege Sebasiten Loeb. Die starke Leistung des Finnen und seines Beifahrers Jarmo Lehtinen ist kein Zufall, sondern hat fünf Geheimnisse - Hirvonen verrät sie.

Mikko Hirvonen

Hirvonen weiß, was Neuseeland im und außerhalb des DS3 von ihm fordert Zoom

Erstens: Komme mit all deinem Gepäck an. Gebügelte Oberhemden meint ein von Reisestrapazen geplagter Hirvonen damit aber nicht: "An meinem Flieger gab es ein Hydraulikproblem", berichtet er. Eine Stunde nachdem die Maschine Frankfurt verlassen hatte, musste sie umkehren und einen elfstündigen Notstopp einlegen. Der Rallye-Star verpasste in Singapur seinen Anschlussflug und kam mit zwölf Stunden Verspätung in Auckland an - ohne seine Koffer.

Immerhin wusste Beifahrer Lehtinen die Zeit sinnvoll zu nutzen und ging an den Flughäfen auf Shoppingtour. "Ich habe ihn gebeten, mir einige Sachen mitzubringen", erzählt Hirvonen - was er bereute. "Als Jarmo zurückkam, hatte er Boxershorts mit der Aufschrift 'Party Animal' und drei Paar Socken mitgebracht." Einige Zeit nach der Odyssee ist auch Hirvonens Gepäck in Neuseeland angekommen - so schicke Schlüpfer wie das Präsent des Beifahrers waren aber sicher nicht dabei.

Zweitens: Lass' es fliegen. Neuseelands Pisten sind alles andere als flach, sondern rau und uneben, echte Schotter-Achterbahnen. Es geht darum, zu verstehen, wie das Auto versetzt, einen Rhythmus zu bekommen und das Auto zum Tanzen zu bringen. "Wer es richtig macht, hat das Gefühl, der Wagen würde von selbst fahren", weiß Hirvonen, meint aber auch: "Dazu braucht es Instinkt, was die Straßen betrifft."

Drittens: Suche die Herausforderung. Genauer gesagt den "Sky Jump". In Auckland ist es möglich, vom Sky Tower, dem höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre, zu springen - gesichert durch ein Bungee-Seil. 328 Meter in die Tiefe zu blicken und festen Boden unter den Füßen verlassen: "Das braucht Eier", macht Hirvonen klar. Er stürzte sich trotzdem in das Vergnügen. "Ziemlich cool, aber auch angsteinflößend. Da andere Fahrer dabei waren, gab es aber kein Zurück."


Viertens: Traue keinem Wetterfrosch. Im neuseeländischen Winter ist das Wetter extrem wechselhaft, bleibt aber feucht und kalt. "Wir stimmen das Auto anders ab, wenn es regnet. Und wer der Vorhersage vertraut, lässt sich auf ein riskantes Spiel ein", weiß der Citroen-Pilot. Ausgang: ungewiss. "Manchmal klappt es und manchmal klappt es nicht", so Hirvonen weiter.

Fünftens: Erlebe den Rausch der Geschwindigkeit. Wer zweifelt, sollte das Gaspedal auf einer Rallye, die brachiales Tempo wie keine andere fordert, durchtreten. Für Hirvonen eine willkommene Gelegenheit, den DS3 durchzupusten. "Wir haben eine Menge Rallyes auf groben Schotter, aber hier geht es mehr um Vollgas. Was ganz nach meinem Geschmack ist", erklärt der Finne. "Wir haben gezeigt, dass und das liegt. Ich werde also ordentlich Druck machen."

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