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Mücke gegen effiziente Ferrari ohne Chance

Stefan Mücke fuhr in Silverstone ein beherztes Rennen, das auf Platz drei der GTE-Klasse endete - Beim Unfall mit Andrea Bertolini sieht sich der Berliner schuldlos

(Motorsport-Total.com) - In der Schlussrunde des Sechs-Stunden-Rennens von Silverstone kam es zu einer diskussionswürdigen Szene, in der Stefan Mücke einer der Beteiligten war. Der Aston-Martin-Pilot fuhr nach einem beherzten Rennen dicht hinter dem Ferrari von Andrea Bertolini, der zu diesem Zeitpunkt auf Position drei der GTE-Klasse fuhr. Beim Anbremsen der Schikane setzte sich Mücke neben das Auto des Italieners, der sich dann plötzlich von der Strecke drehte. Mücke und seine Kollegen Darren Turner und Adrian Fernandez wurden somit Dritter in der GTE und Zweite in der WEC-Wertung.

Darren Turner, Stefan Mücke, Adrian Fernandez

Stefan Mücke sicherte sich in letzter Sekunde eine Podiumsplatzierung Zoom

"Es war eine interessante Schlussphase, die sehr viel Spaß gemacht hat", blickt Mücke im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' auf das Rennen zurück. Den Unfall mit Bertolini beschreibt der Berliner wie folgt: "Er ist schlecht aus der Kurve herausgekommen und hat seine Linie verteidigt und innen zugemacht. Ich bin nach rechts. Er kam dann immer weiter rüber nach rechts, ich konnte irgendwann nicht mehr weiter rüber nach rechts, denn ich war am Randstein. Am Bremspunkt waren wir Seite an Seite."

"Was soll ich denn tun? Ich kann ja nicht auf der Wiese fahren." Stefan Mücke

"In dem Moment, als wir gebremst haben, spürte ich eine kleine Berührung und sah, dass er sich innen wegdrehte. Beim Wegdrehen hat er mich vorne erwischt", so der 30-Jährige, der als Unfallursache einen Fahrfehler von Bertolini ausgemacht hat: "Ich denke nicht, dass ich das Auto auf der Bremse verloren habe, bei mir war nichts unstabil. Ich glaube, er hat beim Bremsen die Hinterachse ein wenig verloren und hat deswegen einen kleinen Schlenker gemacht."

Ungleicher Kampf gegen die Ferrari

Eine Möglichkeit, die Kollision zu vermeiden, hatte Mücke laut eigener Aussage nicht. "Was soll ich denn tun? Ich kann ja nicht auf der Wiese fahren. Dass ich es probiere, ist ja klar, und die Kurve hätte er so oder so nicht bekommen." Zuvor hatten sich Mücke uns seine Fahrerkollegen von Startplatz sechs in der Klasse aus sukzessive nach vorne gekämpft. "Das war eine gute Phase. Das Auto ging richtig gut", so Mücke.


Fotos: WEC in Silverstone


Gegen Rennende tauchte dann der AF-Corse-Ferrari vor dem Aston Martin auf und damit die Chance auf das Podium. "Sie haben gesagt: 'Es ist eine theoretische Chance da, probiere es einfach.' Das habe ich getan, und es hat geklappt", freut sich Mücke über seinen Erfolg in letzter Sekunden. Im Kampf um den Sieg spielte Aston Martin aber auch in Silverstone keine Rolle. Der Rückstand auf die Rennsieger Giancarlo Fisichella und Gianmaria Bruni im Ferrari 458 Italia betrug zwei Runden.

"Da haben wir keine Chance, da hat Porsche keine Chance." Stefan Mücke

Gegen die sehr effizienten Ferrari ist die Konkurrenz in der GTE-Klasse derzeit chancenlos. "Ja, ganz klar", sagt Mücke. "Man sieht ja, wie viele Runden sie mehr fahren können. Da haben wir keine Chance, da hat Porsche keine Chance. Vom Speed her könnten wir es durchaus." Der Deutsche sieht keine Möglichkeit, daran kurzfristig etwas zu ändern. "Du kannst sicherlich ein wenig Feinabstimmung machen, aber wir haben eigentlich schon das Beste herausgeholt. Du müsstest schon irgendetwas umkonstruieren, damit es besser wird."

Auch der Wechsel auf eine Direkteinspritzung, wie sie der Ferrari verwendet, würde nach Ansicht von Mücke am Gesamtbild kaum etwas verändern: "Damit spart man vielleicht 0,1 Liter pro Runde. Sie fahren aber fast einen halben Stint länger, da brauchen wir mit sowas gar nicht erst anfangen", winkt Mücke ab.

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