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WEC Schanghai 2017: Toyota erringt hart erkämpfte Pole

04. November 2017 - 08:14 Uhr

Mike Conway und Kamui Kobayashi holen die Pole-Position für die 6 Stunden von Schanghai, mussten aber mehr kämpfen als erwartet - Porsche in Reihe eins

Mike Conway, Kamui Kobayashi
Es reichte für den Favoriten: Toyota schnappt sich die Pole in Schanghai
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Am Ende setzten sich die Favoriten durch, doch es war eine engere Kiste als ursprünglich erwartet: Mike Conway und Kamui Kobayashi haben im Toyota #7 (Conway/Kobayashi/Lopez) die Pole-Position für das 6-Stunden-Rennen auf dem Schanghai International Circuit errungen. In einer Sitzung, in der Porsche zunächst urplötzlich eine Nummer stärker als Toyota erschien, stellten sich Andre Lotterer und Earl Bamber selbst ein Bein und vergaben die mögliche Pole.

Wie immer bei den 6-Stunden-Rennen zählte der Rundendurchschnitt zweier Fahrer. Porsche sorgte im ersten Anlauf für hochgezogene Augenbrauen: Nick Tandy und Brendon Hartley belegten die ersten beiden Plätze nach dem ersten Schlagabtausch, obwohl Toyota bis dato alle Trainingssitzungen dominiert hatte. Tandy fuhr in 1:42.966 Minuten die Bestzeit im ersten Stint. Hartley brauchte für seine 1:43.029 Minuten zwei Anläufe. Toyota wurde überrumpelt, ließ sich aber mit niedrigen 43er-Zeiten nicht abschütteln. (Ergebnis des WEC-Qualifyings aus Schanghai)

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Der zweite Stint sollte entscheiden. Nun sorgte Porsche wieder für hochgezogene Augenbrauen, aber im negativen Sinne: Zunächst bekam Andre Lotterer seine schnellste Rundenzeit aberkannt, weil er die Track Limits missachtete. Es gelang ihm, danach eine Zeit von 1:43.579 zu markieren, die im Bereich seiner aberkannten Runde lag. Earl Bamber drehte sich unterdessen auf seiner ersten fliegenden Runde. Das sollte Folgen haben, denn er konnte mit den eckigen Reifen nur noch 1:43.966 Minuten bewerkstelligen - der Porsche #2 (Bernhard/Bamber/Hartley) fiel bis auf Rang vier zurück.

Kobayashi zaubert Toyota zur Pole

Dass es letztlich eine Toyota-Pole wurde, ist der bärenstarken Leistung von Kamui Kobayashi zu verdanken, der im zweiten Stint die schnellste Zeit des Wochenendes markierte: 1:42.526 Minuten. Somit steht nun doch wieder ein zu erwartender Vorsprung von 0,440 Sekunden auf den Porsche #1 (Jani/Lotterer/Tandy) zu Buche. Anthony Davidson gelang es im Toyota #8 (Davidson/Buemi/Nakajima) nicht, in die erste Reihe zu fahren. Da das Trio somit den Bonuspunkt für die Pole-Position verpasste, reicht dem Porsche #2 im Rennen nun ein vierter Platz zum Titelgewinn.

Das LMP2-Qualifying gestaltete sich wie erwartet als eng. Besonders spannend machte es der G-Drive-Oreca #26 (Russinow/Roussel/Müller), der mit leichter Verspätung in die Sitzung startete und somit den letzten Schuss hatte. Es sollte nicht für die Pole reichen, aber man scheiterte mit Platz zwei nur knapp um zwei Zehntelsekunden. Bruno Senna und Julien Canal holten sich die Bestzeit im Rebellion-Oreca #31 (Canal/Prost/Senna). Ein wichtiger Fingerzeig im Meisterschaftskampf inklusive Bonuspunkt. Vor allem Sennas Runde von 1:48.509 Minuten war ein wahres Sahnestück.

Dass es für Rebellion nicht zu einer kompletten ersten Startreihe reichte, war der Tatsache geschuldet, dass im Fahrzeug #13 (Beche/Heinemeier Hansson/Piquet) David Heinemeier Hansson den zweiten Stint fahren musste und dabei Zeit liegen ließ. Es reichte aber noch immer zu Rang drei. Der Oreca #13 bildet damit im Meisterschaftskampf einen wichtigen Puffer für die #31 vor dem DC-Oreca #38 (Tung/Jarvis/Laurent), der auf die vierte Position kam.

Aston Martin fängt Porsche ab

Auch in der GTE Pro schien Porsche zunächst die Nase vorn zu haben: Michael Christensen markierte die erste Bestzeit im GT-Qualifying in 1:59.578 Minuten, was die schnellste Zeit des Qualifyings bleiben sollte. Doch Teamkollege Kevin Estre konnte nur eine Zeit von 2:00.254 Minuten bewerkstelligen, was den Durchschnitt auf 1:59.916 Minuten nach oben zog.

Das sollte nicht ausreichen, denn die Aston-Martin-Paarung Marco Sörensen und Nicki Thiim erwies sich mit 1:59.806 und 1:59.589 Minuten als deutlich konstanter und sicherte sich damit die Pole-Position mit einem Durchschnitt von 1:59.697 Minuten. Der erste Meisterschaftskandidat findet sich auf Startposition drei in Form des AF-Corse-Ferraris #51 (Calado/Pier Guidi) wieder. Dessen Hauptkonkurrent, der Porsche #91 (Lietz/Makowiecki), kam nicht über den siebten Platz hinaus und konnte nur den zweiten Aston Martin hinter sich lassen.

Unterhaltsamer Randaspekt: Die Startreihenfolge Aston Martin - Porsche - Ferrari - Ford - Ford- Ferrari - Porsche - Aston Martin bildet ein Palindrom; sie kann also vor- und rückwärts gelesen werden.

In der GTE Am legte zunächst Miguel Molina im Spirit-of-Race-Ferrari #54 (Flohr/Castellacci/Molina) die Bestzeit in 2:01.494 Minuten vor, an die keiner mehr herankommen sollte. Doch Amateurfahrer Thomas Flohr zog mit seiner Rundenzeit den Durchschnitt auf 2:03.062 Minuten hoch und machte damit den Weg frei für Pedro Lamy und Paul Dalla Lana im Aston Martin #98 (Dalla Lana/Lamy/Lauda), der sich die Bestzeit vor dem Proton-Porsche #77 (Ried/Cairoli/Dienst) sicherte.

Das Rennen startet am Sonntag um 11 Uhr Ortszeit, was 4 Uhr MEZ entspricht.

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