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WEC China 2017: Nächster Matchball für Porsche-Trio

30. Oktober 2017 - 13:09 Uhr

Porsche konzentriert sich in Schanghai auf den WM-Titelkampf mit Bamber/Bernhard/Hartley: "Spielen alle denkbaren Szenarien noch einmal durch"

Timo Bernhard, Earl Bamber
Wollen den Titel endlich im Sack haben: Bamber, Hartley und Bernhard
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Die WM geht in den Endspurt, und der Druck steigt: Der achte von neun Läufen zur Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) vom 3. bis 5. November 2017 in Schanghai wird der vorletzte Renneinsatz des Porsche-LMP-Teams mit dem Porsche 919 Hybrid. Sentimentalitäten müssen dennoch warten: Auf dem chinesischen Formel-1-Kurs geht es für die Mannschaft aus Weissach um die Titelverteidigung von Fahrer- und Hersteller-Weltmeisterschaft.

Die in der Tabelle führenden Porsche-Piloten Earl Bamber, Timo Bernhard und Brendon Hartley haben 172 WM-Punkte gesammelt, die bestplatzierten Toyota-Fahrer kommen auf 133 Zähler. Sollte diese Toyota-Crew in China die maximale Punktzahl holen - für einen Sieg plus Pole-Position gibt es 26 Punkte -, müssen Bamber/Bernhard/Hartley mindestens auf Platz drei ins Ziel kommen, um sich vorzeitig den Fahrertitel zu sichern.

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Das Trio mit dem zweiten Porsche 919 Hybrid, Neel Jani, Andre Lotterer und Nick Tandy, rangiert mit 98 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. In der Herstellerwertung liegt Porsche mit 270 Punkten an der Spitze, Toyota folgt mit 211,5 Punkten. Porsche ist Hersteller-Weltmeister, wenn der Vorsprung bei der Zieldurchfahrt in China noch mindestens 44 Punkte beträgt. Das Rennen in China wird am Sonntag um 11:00 Uhr Ortszeit (04:00 Uhr MEZ) gestartet und kann via Internet und TV weltweit verfolgt werden.

Porsche-Stimmen vor dem Cina-Rennen

Fritz Enzinger (Leiter LMP1): "Nach drei Le-Mans-Gesamtsiegen in Folge wollen wir nach 2015 und 2016 auch wieder beide WM-Titel holen. Diese Krönung des LMP-Programms bleibt unser Ziel. Beim zurückliegenden 6-Stunden-Rennen in Japan hatten wir den ersten Matchball, konnten ihn aber nicht verwandeln. Stattdessen haben wir unter schwierigen Bedingungen etwas von unserem Punktevorsprung auf Toyota eingebüßt. In Schanghai haben wir die nächste Chance. Volle Konzentration bleibt oberstes Gebot."

Andreas Seidl (Teamchef): "Wir gehen davon aus, dass die Streckenbeschaffenheit des Schanghai International Circuit dem Porsche 919 Hybrid eher entgegenkommt als zuletzt der Fuji Speedway. Auf dem fünfeinhalb Kilometer langen GP-Kurs sollte unser Aerodynamikpaket gut funktionieren. Wir versuchen, uns auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Wir trainieren extra hart und spielen nochmals alle Szenarien durch. Die Mannschaft kann mit Druck umgehen, das hat sie auch unter höchstem Stress in Japan bewiesen. Gleichzeitig haben wir wieder einmal erlebt, dass ein 6-Stunden-Rennen jederzeit überraschende Wendungen nehmen kann. In China wird jeder einzelne im Team alles geben."

Neel Jani: "Mit dem vorletzten Rennen rückt der Abschied vom 919 Hybrid näher, und wir müssen noch beide Titel holen. In den vergangenen Jahren waren wir gut in Schanghai, haben dort 2015 und 2016 die Hersteller-WM fixiert. Unser neues Aero-Paket sollte dort passen. Woran ich mich auch erinnere: In Schanghai lagen besonders viele Reifenrückstände auf der Strecke. Wenn man beim Überholen die saubere Linie verlässt, kann man sich durchs Aufsammeln des Gummiabriebs mit den weichen Rennreifen leicht den Grip ruinieren."

Andre Lotterer: "Ich habe von meinem Zuhause in Tokio eine relativ kurze Anreise, das ist natürlich komfortabel. Der Schanghai Circuit gehört allerdings nicht gerade zu meinen Favoriten. Die Streckenführung hat einige Kurvenradien, die ich als unnatürlich empfinde. Gleichzeitig ist der Kurs gerade deshalb technisch besonders anspruchsvoll zum Fahren und sowohl hinsichtlich der Abstimmungsarbeit als auch bezüglich des Reifen-Managements fordernd. Wir stehen sicher vor keinem einfachen, aber einem sehr wichtigen Rennen."

Nick Tandy: "Ich bin bislang erst einmal in Schanghai gestartet, das war 2015. Die Strecke ist anspruchsvoll, recht schnell und hart zu den Autos. Wir werden erneut mit unserem Aerodynamik-Paket für hohen Abtrieb antreten. Der Asphalt ist sehr griffig, das wird insgesamt eine große Herausforderung mit dem 919. Ich freue mich besonders auf den ersten Rundenabschnitt mit den Kurven eins und zwei. Sie wirken wie eine schier endlose Verzögerungszone, das ist nicht einfach. Der schnelle Mittelsektor hingegen ist Fahrspaß pur."

Earl Bamber: "Ich fahre sehr gerne Rennen in Schanghai, dabei ist die Nähe zu meinem Zuhause in Kuala Lumpur natürlich auch angenehm. Ich bin schon oft in Schanghai gestartet. Viele gute Erinnerungen sind mit dem Porsche Carrera Cup Asia verbunden, der im Rahmenprogramm der WEC fährt. In diesem Cup hat meine Porsche-Karriere begonnen. Die Meistertitel 2013 und 2014 halfen, dass ich zum Werksfahrer und wenig später in das LMP1-Team befördert wurde. Der Cup bedeutet in vielerlei Hinsicht Familie für mich. Mein 23-jähriger Bruder Will ist dort gut unterwegs, und ich freue mich darauf, ihn fahren zu sehen. Außerdem betreue ich schon die ganze Saison sechs Junioren, denen ich jetzt vor Ort das LMP1-Team zeigen kann. Aber im Vordergrund steht ganz klar, dass wir in China ein sauberes Rennen fahren und dem WM-Titel näherkommen."

Timo Bernhard: "Mir hat die Rennstrecke von Schanghai schon immer viel Spaß gemacht, weil sie verschiedene Elemente bietet; beispielsweise die lange Gegengerade und den bezüglich der Fahrtechnik sehr anspruchsvollen Mittelsektor. Der Kurs liegt auch unserem Porsche 919 Hybrid. Wir haben dort 2015 und 2016 jeweils gewonnen und den Herstellertitel für Porsche geholt. Das sind tolle Erinnerungen. Eine solche Leistung wollen wir auch in diesem Jahr abliefern."

Brendon Hartley: "Bei mir ist momentan einiges los, ich fühle mich richtig gut und super motiviert. Das Wichtigste ist, sich immer auf die unmittelbar nächste Aufgabe zu konzentrieren. In Schanghai wollen Earl, Timo und ich mit unserem Porsche 919 Hybrid die Fahrerweltmeisterschaft für uns entscheiden. Das zurückliegende 6-Stunden-Rennen in Fuji ist nicht wie gewünscht gelaufen. Die Strecke in Schanghai sollte unserem Auto liegen. Dort müssen wir uns in jedem Bereich perfekt aufstellen."

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