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Audi-WEC-Ausstieg: Wie sich Joest noch retten konnte

23. Oktober 2017 - 21:14 Uhr

Einsatz ohne Grenzen und Hoffnung auf zukünftige Programme: So haben Reinhold Joest und Ralf Jüttner die langjährige Audi-LMP1-Mannschaft vor dem Ende bewahrt

Reinhold Joest und Ralf Jüttner
Reinhold Joest und Ralf Jüttner werden nun die Mazda-Autos in der IMSA betreuen
© Audi

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Abschied von Audi aus der LMP1-Szene der 24 Stunden von Le Mans und der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) am Ende der Saison 2016 stand die langjährige Einsatzmannschaft von Joest plötzlich ohne festes Programm da. Das Team von Reinhold Joest und Ralf Jüttner musste viele Monate überstehen, bevor sich ein neuer Auftrag von Mazda ergab. Joest soll nun das DPi-Programm der Japaner in der IMSA endlich voranbringen.

Im Herbst 2016, den bevorstehenden Audi-Ausstieg vor Augen, hatten die Verantwortlichen des Privatteams aus Wald-Michelbach keinen Plan-B in der Schublade. "Unsere einzige Chance war es, einfach mit Vollgas weiter zu machen. Wir haben nichts anders gemacht. Man kann nicht plötzlich aufhören, keine Überstunden mehr machen", sagt Reinhold Joest. "Wir haben unseren Job gemqacht und sind letztlich mit einem Sieg in Bahrain belohnt worden." Audi hatte das Saisonfinale 2016 für sich entscheiden können.

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"Was folgte: schwierige, schlaflose Nächte", beschreibt Joest seine Gemütslage nur wenige Tage nach dem Ende der Saison 2016. Es gab Angebote von anderer Seite, aber schnell hatte man den Fokus auf ein mögliches Engagement in der nordamerikanischen IMSA-Serie gelegt. "Wir mögen die Rennserie dort drüben", sagt der Teamgründer. Ralf Jüttner informierte sich im Rahmen der 24 Stunden von Daytona 2017 über die Entwicklungen in der Serie.

Vor dem Start des Langstreckenrennens in Florida traf sich der Technikdirektor mit den Mazda-Nordamerika-Verantwortlichen John Donnan und Jim Bowie. "Ralf war zufrieden. Er meinte sofort, dass er das Gefühl habe, dass Doonan sehr seriös ist. Es gab dann ein Meeting bei uns, ein weiteres später in Chicago. Dann war alles klar. Es ging schnell, was immer ein gutes Zeichen ist." Schnell baute man ein Team für die Entwicklung und den Einsatz der DPI-Mazdas auf.

"Wir haben viel Erfahrung, und die bringen wir nun quasi kostenlos zusätzlich mit ein", beschreibt der Teamboss. Der von Riley und Multimatic entwickelte Mazda RT24-P war 2017 weit hinter den Erwartungen geblieben. Die Schwächen wurden bei Testfahrten in Hockenheim und später in den USA sehr deutlich. Für 2018 wird ein nahezu komplett neues Fahrzeug erwartet. "Jetzt wollen wir siegen", sagt Joest selbstbewusst. "Wir sind kein Hobbyteam. Wir wollen Resultate sehen."

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