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Porsche-Ausstieg: LMP1 ist "nur noch mäßig interessant"

07. August 2017 - 12:11 Uhr

Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner über die Gründe für den Rückzug aus der LMP1-Szene: "Nur Le Mans rechtfertigt Engagement in dieser Größenordnung"

Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
Für Porsche rechnet sich nur der Klassiker in Le Mans
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Nach Abschluss der aktuellen Saison 2017 der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zieht sich Porsche aus der LMP1-Szene zurück und konzentriert sich in der Serie auf die Einsätze der beiden 911 RSR. Der Sportwagen-Hersteller aus Zuffenhausen hatte seine Motorsport-Aktivitäten zuletzt mehrfach kritisch hinterfragt. Spätestens seit dem Abschied von Audi Ende 2016 kam man zu der Erkenntnis, dass Investition und Ertrag in der WEC nicht mehr in einem passenden Verhältnis stehen.

"Fakt ist, dass sich Wettbewerber verabschiedet haben. Die aktuelle Situation mit nur noch zwei Teilnehmern ist für uns nur mäßig interessant", sagt Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner im Interview mit 'auto motor und sport'. Im Duell gegen Toyota - im "wahren Leben" auf der Straße kein direkter Konkurrent - kann Porsche nicht entscheidend punkten, wenngleich die sportlichen Erfolge beeindruckend sind. Gegen Audi zu gewinnen hat schlichtweg mehr Wert.

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Zudem haben die WEC-Macher um Promoter Gerard Neveu die wichtigen Baustellen wie Vermarktung und TV-Präsenz nicht gut genug beackert. "Es ist über die letzten Jahre nicht wirklich gelungen, die Serie auf ein adäquates Wahrnehmungsniveau zu stellen", meint Steiner. "Eigentlich", so der Chefentwickler von Porsche, "rechtfertigt nur das Rennen in Le Mans und der damit verbundene Mythos ein Engagement in dieser Größenordnung." Die 6-Stunden-Rennen der WEC erzielen zu wenig Aufmerksamkeit.

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Vom Porsche 917K aus dem Jahr 1970 bis zum hochmodernen 919 Hybrid von 2017: 19 Le-Mans-Siegerautos von Porsche


19.07.2017
Foto 1 von 19
Le Mans 1970: Richard Attwood und Hans Herrmann bescheren Porsche den ersten Gesamtsieg im 917K. Das Duo fuhr im Fahrzeug der Salzburger Porsche Holding von Louise Piech, der Tochter von Ferdinand Porsche.
Le Mans 1970: Richard Attwood und Hans Herrmann bescheren Porsche den ersten Gesamtsieg im 917K. Das Duo fuhr im Fahrzeug der Salzburger Porsche Holding von Louise Piech, der Tochter von Ferdinand Porsche.

Porsche hatte die WEC-Bühne betreten, um mit dem modernen Fahrzeug- und Antriebskonzept des 919 Hybrid Erfahrungen für den Bau von Sportwagen zu sammeln und im Wettbewerb gegen Audi, Nissan und Toyota Kompetenz zu beweisen. Als erster Hersteller hatte man ein 8MJ-Hybridsystem in Betrieb, weitere Schritte der Entwicklung waren in Planung, konnten aber aufgrund von Einschränkungen im Reglement nicht umgesetzt werden. Der Peugeot-Wunsch nach Kostensenkungen setzte sich bei ACO und FIA gegen die Versprechen an die bereits beteiligten Hersteller durch.

"Das verstehen wir zwar, letztlich konnte man damit aber keine neuen Hersteller für die Serie begeistern", zieht Steiner eine deutliche Negativbilanz. Peugeot beteuert immer wieder das Interesse an einem Comeback, doch trotz aller Zugeständnisse fehlt bisher ein klares Bekenntnis. Für Steiner deutet dies auf ein mögliches Ende der aktuellen Le-Mans-Topkategorie hin: "Die aktuelle LMP1-Prototypengeneration war offenbar nur für ein begrenztes Zeitfenster lukrativ und hoch spannend."

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