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Zukunfts-Träume: GT-Auto in Le Mans bald Gesamtsieger?

18. Juli 2017 - 09:24 Uhr

Vor dem Hintergrund eines drohenden Porsche-LMP1-Ausstiegs sind für Le Mans und die WEC neue Lösungen gefragt: Wird die GTE-Szene in den Fokus gerückt?

Michael Christensen, Kevin Estre, Frederic Makowiecki
Enge Kämpfe, tolle Autos: Die GTE-Szene bietet derzeit großen Motorsport
© Porsche

(Motorsport-Total.com) - Die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) steht vor einer schwierigen Phase. Nach dem peinlichen Kurzauftritt von Nissan und dem Ausstieg von Audi droht nun der Abschied der LMP1-Mannschaft von Porsche zum Ende des Jahres. Sollte sich dieses Szenario, über das in gut einer Woche abschließend abgestimmt wird, eintreten, dann wäre Toyota nominell der Alleinunterhalter ab 2018. Das kann für eine Szene mit WM-Status niemals gut sein.

Die Verantwortlichen von FIA, ACO und WEC müssen sich intensive Gedanken machen und eine andere Reaktion zeigen als nach dem Audi-Ausstieg. Damals hatte WEC-Boss Gerard Neveu lapidar kommentiert: "Hersteller kommen und gehen. Das ist normal." Es ist ein generelles Umdenken gefragt. Entsprechende Planspiele gibt es bereits. Zumindest im Fahrerlager bei Teams und Piloten. Ein Wunschszenario vieler: Die boomende GTE-Szene soll an die Spitze der Szene rücken.

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Ein GT-Fahrzeug als Gesamtsieger der 24 Stunden von Le Mans? Dies wäre kein allzu ungewöhnliches Szenario. Ford konnte seine legendären Le-Mans-Triumphe in den 1960er-Jahren mit dem GT erringen, zuletzt fuhr Porsche 1998 mit dem 911 GT1 einen Nicht-Prototypen-Erfolg ein - wobei zur Zeiten der GT1 die Grenze zwischen Grand-Tourismo-Fahrzeugen und Le-Mans-Prototypen sehr fließend war. Ein ähnliches Szenario wäre auch heute wieder denkbar.

Wie schnell könnten die aktuellen GTE-Autos werden?

"Das wäre der Hammer, und das hätte die GTE-Pro-Szene voll verdient", meint Aston-Martin-Haudegen Nicki Thiim im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Der Däne ergänzt: "Wir erleben gerade eine großartige Phase in der Szene. Wir haben jetzt schon viele tolle Hersteller dabei. Nun kommt BMW und mit 80 prozentiger Sicherheit noch mindestens ein weiteres Werk. Alles ist hoch professionell. Die Fahrer kämpfen am Limit, absolut top. Es macht so viel Spaß!"

"Wir könnten unsere GTE-Autos locker viel schneller machen. Ich denke schon, dass wir mit mehr Motorleistung und mehr Aero in Le Mans Rundenzeiten im Bereich von 3:35 Minuten fahren könnten. Wenn man dann die LMP2-Autos etwas bremst, dann wird es ein grandioser Kampf um Gesamtsiege - so wie früher mit den starken GT1-Autos", sagt Thiim. Aus Sicht einiger Kollegen übertreibt der leidenschaftliche Vollblutracer etwas. 3:35 Minuten in Le Mans? Kaum machbar, meinen viele.

"Alle könnten aber locker sofort mit 100 PS mehr fahren. Dann könnte man auch Gewicht rausnehmen., Wir alle haben einiges an Ballast im Auto. Das hat aber natürlich Grenzen, weil sich ab einem gewissen Punkt die Balance und Gewichtsverteilung zu stark verändert. Mit solchen Maßnahmen könnten wir aber ganz easy auf Rundenzeiten von 3:44 Minuten in Le Mans kommen", nennt Fred Makowiecki einen realistischen Rahmen. "Wenn es noch schneller werden soll, dann wird es teuer."

1.000-PS-Monster im feinen GTE-Kleid: Warum nicht?

"Restriktor raus, Karbonbremsen rein und ein bisschen mehr Aero - dann wären wir sofort mindestens drei oder vier Sekunden schneller", stimmt Porsche-Kollege Richard Lietz zu. "Wir haben unseren Vierliter-Saugmotor, aus dem wir auch locker über 600 PS abrufen könnten. Sollen es aber 700 oder 800 PS sein, dann kommt der Motor an seine Grenzen." Aber dann, so Lietz, müsse halt per Reglement die nächste Stufe des GTE-Feuerwerks gezündet werden.

"Wenn wir sagen, wir wollen GTs mit 1.000 PS, dann brauchen wir einen anderen Motor. Das wäre nur so machbar, aber es wäre machbar. Warum nicht ein 1.000-PS-Motor in einem GT-Auto?", so der Österreicher. "Ein solches Szenario hätte auch noch einen anderen charmanten Aspekt. Die Autos sind homologiert. Das bedeutet, dass Kunden die gleiche Spezifikation fahren würden. Das wäre sicherlich für viele Kundenteams reizvoll. Das Feld würde noch voller, bunter und spektakulärer."

"Und dann der geile Sound und die Optik, wo jeder das Straßenauto wiedererkennt", schwärmt Nicki Thiim. "Es sind zwei Hauptkomponenten und einige Nebenkomponenten, über die man sich dann Gedanken machen müsste", erklärt Porsche-GTE-Projektleiter Marco Ujhasi in einer weniger emotionalen Analyse. "An erste Stelle stehen da mal die Reifen. Sie bieten die einzige Kontaktfläche zur Straße. Da steckt sicherlich viel Potenzial drin. Und dann haben wir Motorleistung. Die ist aber endlich. Da sind Grenzen gesetzt."

"Wenn man zudem an der Aero arbeitet, kann man viel Performance zulegen, aber dann kommt man bezüglich der Bremsen ans Limit. Mit Stahl geht es dann nicht mehr, dann brauchst du Karbon. So kommt halt eins zum anderen", sagt Ujhasi, der sich beim Gedanken an mögliche Gesamtsiege "seines" 911 RSR ein Lächeln nicht verkneifen kann. "Es wäre tatsächlich ein Traum!"

Der Stolz der ACO-Herren: Ein Blick in die USA ...

"Vermutlich wird es aber ein Traum bleiben", sagen die Piloten unisono. Warum? Unter anderem weil sie die Vorlieben des ACO kennen. In Le Mans muss ein Le-Mans-Prototyp gewinnen, so offenbar die Haltung im Kreise der Veranstalter des größten Langstreckenrennens der Welt. Außerdem, so wird an vielen Stellen gemunkelt, könnte sich der ACO ein solches Szenario gar nicht leisten. Der Hintergrund: Die neuen LMP2-Autos sind für vier Jahre homologiert, viele Teams locken ihre Bezahlfahrer mit der enormen Performance.

Unter diesen Voraussetzungen kann man nicht plötzlich einen Stock in die Speichen stecken und die LMP2-Autos um 20 oder 30 Sekunden einbremsen - auch wenn es aus Sicht zahlreicher Piloten besser wäre. "Die neue LMP2 ist viel, viel zu schnell. Man muss sich mal vor Augen halten, dass der Audi R8 nicht einmal in der Nähe von 3:30 Minuten in Le Mans gefahren ist. Und jetzt fahren die LMP2-Autos Zeiten von 3:25 Minuten. Wenn man bedenkt, wer teilweise in diesen Autos sitzt, dann ist das völlig verrückt", sagt Fred Makowiecki.

"Es gibt nur zwei Varianten: Entweder die LMP1 fahren um Gesamtsiege, oder wir mit dem GTE-Autos. Aus meiner persönlichen Sicht als GT-Fahrer hoffe ich natürlich auf die zweite Variante", meint der Franzose, der ein zukünftiges Starterfeld mit DPi-Autos ausschließt: "Das Problem - und das sage sogar ich als Franzose - ist folgendes: Der ACO wird nie eingestehen, wenn jemand anderes eine bessere Idee hatte. Vor allem nicht, wenn diese Idee vielleicht auch noch aus den USA kommt. Da ist viel Stolz im Spiel ..."

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