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Mücke beim Ford-Heimspiel: Rummel, Rot und Rangeleien

17. Juli 2017 - 13:59 Uhr

Das große Ford-Heimspiel auf dem Nürburgring 2017 mit straffem Programm: Boxenstopp in Köln und wilde Jagd in der GTE-Pro-Klasse am Sonntag in der Eifel

Stefan Mücke, Chip Ganassi
Stefan Mücke und Olivier Plan fuhren im Nürburgring-Rennen auf Rang sechs
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Ford hat im 6-Stunden-Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) auf dem Nürburgring die Führung in der Fahrermeisterschaft verteidigen können. Das nimmt das amerikanische Werksteam aus dem "Heimspiel" in der Eifel mit. Der US-Hersteller betrieb rund um den vierten Saisonlauf 2017 hohen Aufwand. Den Titel Heimspiel wählte man ganz bewusst, weil die beiden großen Ford-Werke in den Kölner Stadtteilen Niehl und Merkenich mit ihren über 17.000 Mitarbeiten ausreichend Anlass dafür boten.

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Zahlreiche Beschäftigte der vier deutschen Standorte des Automobilkonzerns verfolgten das WEC-Geschehen nicht nur vor Ort am Nürburgring. Werkspilot Stefan Mücke legte auf seinem Weg von seiner Heimat Berlin in Richtung Eifel in Köln einen Boxenstopp ein und brachte den dortigen Kollegen den Ford GT und das Engagement in der Langstreckenszene besonders nahe. "Ein toller Event, der richtig Spaß gemacht hat. Das Interesse war riesig", so Mücke im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Es war viel Rummel. Viele Fans, viele PR-Aktivitäten, tolle Aktionen und auf der Strecke sind Dinge passiert, die ich in meinem Rennfahrerleben so noch nie erlebt habe", fasst der 35-Jährige eine ereignisreiche Woche zusammen. "Ich habe es genossen, hier beim Heimspiel dabei gewesen zu sein." Auf der legendären Strecke in der Eifel war nicht nur die Performance des Ford GT ein Thema, sondern auch äußerst kuriose Vorfälle in den Sessions.

Training: Rot winken und Schwarz sehen

Mücke ist am Freitagnachmittag im zweiten Freien Training bei der ganz normalen Arbeit: Reifentests und Abstimmungsarbeiten mit dem Ziel, auf Longruns ein möglichst gutes Tempo gehen zu können. Nach rund 50 Minuten fährt der Berliner seinen Ford GT durch die Mercedes-Arena, anschließend auf dem Weg in Richtung Ford-Kurve steht ein Fotograf völlig ungeschützt und unachtsam direkt in der Schusslinie. Meldung an die Rennleitung, rote Flaggen.

"Ich habe dann ganz normal den Pitlimiter reingemacht und bin mit 80 km/h in Richtung Box gezuckelt", so Mücke. "Plötzlich merke ich, wie auf der Zufahrt zum Dunlop-Bogen ein Auto näher kommt und sich rechts neben mich setzt. Ich dachte: 'Du weißt schon, dass Überholen unter Rot nicht gerade angesagt ist?' Aber es ging weiter. Wie bei einem Elefantenrennen schob sich der LMP2 mit drei bis fünf km/h Überschuss langsam an mir vorbei. Plötzlich lenkt er aus dem Nichts nach links, berührt meine Front und dreht sich in den Kies."

"Ich habe in meinen Rennfahrerleben schon viel mitgemacht und erlebt, aber so etwas noch nicht", meint der Deutsche über seine Begegnung mit Manor-Pilot Jonathan Hirschi, der für seine unglaubliche Aktion eine Sieben-Minuten-Strafe für das Rennen aufgebrummt bekam. "Wir waren beide bei der Rennleitung. Er hat da erklärt, dass er irgendwas mit seinem Pitlimiter ausprobiert hat. Eine seltsame Erklärung", meint Mücke im Rückblick schmunzelnd.

Das Rennwochenende wurde positiv fortgesetzt. Startplatz vier im Qualifying mag nach außen keinen großen Glanz versprühen, aber aufgrund einer taktischen Herangehensweise waren im Lager von Ford alle zufrieden und zuversichtlich. "Nach dem Qualifying sind wir beiden Fahrer aus dem Auto gestiegen und haben gesagt: 'Geiles Auto, nichts anfassen vor dem Rennen, denn mehr geht nicht'. Aber dann ließ sich das nicht umsetzen", sagt Mücke.

Balance hinüber: Crash vernichtet Chancen

"Wir hatten als eine von ganz wenigen Crews im Qualifying nur einen Reifensatz genutzt. Wir waren da eigentlich im Vorteil. Bei anderen hat sich dieser Vorteil voll ausgezahlt, bei uns unter dem Strich nicht", erklärt der Berliner. "Es fing ganz gut an. Olivier ist auf Platz drei nach vorn, während an der Spitze der Aston alle aufgehalten hat. Aber dann gab es leider eine Berührung mit einem Porsche. Da ist ihm der Christensen irgendwo ziemlich hart auf die Achse gefahren. Danach war die Balance weg."

"Man kann am Auto nichts sehen, aber es ging nicht mehr viel. Vor allem haben die Reifen gelitten. Bei Olis Doppelstint war so viel Untersteuern drin, dass wir die inneren Räder wechseln mussten. Auch bei meinem Doppelstint brauchte ich einen frischen Reifen. Ging nicht anders", sagt der erfahrene Werksfahrer. "Bei meinem letzten Stint hatte ich noch drei neue Reifen und einen gebrauchten von Oli, der schon einen Doppelstint drauf hatte. Das war alles andere als ideal. Es war hart, sehr hart."

Unter dem Strich landeten Mücke/Pla mit einem angeschlagenen Auto in der Endabrechnung hinter dem Schwesterauto von Priaulx/Tincknell auf dem sechsten Klassenrang. Nicht berauschend, aber immerhin ausreichend, um in beiden WM-Wertungen vorn dabei zu bleiben. "Natürlich will man speziell bei diesem Rennen besser abschneiden. Es ist ein Heimspiel für Ford, weil Köln mit dem großen Werk nicht weit weg ist. Und auch ich als Berliner bin quasi schon in der Eifel zu Hause. Ich war so oft hier, dass ich es nicht mehr zählen kann. Jetzt kommen die Überseerennen - und die werden ruhiger."

"Mexiko ist ganz, ganz speziell. Da weiß ich überhaupt nicht, was da kommen wird", meint Mücke. "Durch den besonderen Asphalt und die Höhenlage mit der dünnen Luft ist es ganz anders als alle anderen Strecken. Im vergangenen Jahr mussten wir Sachen machen, die wir nirgends sonst so tun müssen. Durch den niedrigen Druck musst du dein Set-up anders gestalten, weil sich auch der Reifendruck anders entwickelt. Dann verhält es sich natürlich auch mit dem Ladedruck des Turbos völlig anders als auf anderen Strecken. Vielleicht müssen wir auch die weicheren Le-Mans-Reifen nochmal rausholen."

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