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LMP2: Wie sich Oreca in die Topposition bringen konnte

29. Juni 2017 - 16:09 Uhr

Eine kluge Strategie vor der Einführung des neuen LMP2-Regelwerks hat Oreca den entscheidenden Vorteil gesichert: Ligier, Dallara und Riley hinken hinterher

Nicolas Prost, Julien Canal, Bruno Senna
Die Orecas waren bei den 24 Stunden von Le Mans nicht zu packen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Für Oreca-Boss Hugues de Chaunac waren die 24 Stunden von Le Mans zum Jubeln und zum Weinen zugleich. Der erneut verpasste Sieg von Toyota, deren Einsätze teils von der Mannschaft aus Signes bewerkstelligt werden, brachte den Franzosen wieder einmal ins Tal der Tränen. Auf der anderen Seite ein lachendes Auge. Die neuen Oreca 07 hatten die LMP2-Szene fest im Griff: zwei Fahrzeuge auf dem Gesamtpodest, vier (inklusive eines baugleichen Alpine A470) an der Spitze der Klassenwertung.

Oreca hat die LMP2-Szene in Le Mans komplett bestimmt. Im Training und in den Qualifyings waren die Fahrzeuge der Prototypenschmiede von Hugues de Chaunac nahezu unschlagbar. Von den vier zugelassenen Herstellern in der "kleinen Prototypenklasse" stellte Oreca die meisten Autos. 25 Fahrzeuge gingen in Le Mans an den Start, 14 davon kamen aus den Werkshallen in Signes nahe der Formel-1-Rennstrecke von Le Castellet.

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In der aktuellen WEC-Saison 2017 sind in der Nennliste für das gesamte Jahr ausschließlich Orecas zu finden. Einzig die Gaststarts des Ligiers von Tockwith bringen etwas Abwechslung hinein. Der große Erfolg des Oreca 07 soll bald auch in den für das Unternehmen wichtigen US-Markt schwappen. Man ist angeblich gleich mit drei Herstellern in Gesprächen und versucht zur Saison 2018 ein Dpi-Programm auf die Beine zu stellen. Wahrscheinlich wird man mit Honda (HPD) und Penske zusammenspannen.

Die Grundlagen für den aktuellen Erfolg von Oreca am LMP2-Markt legte das Unternehmen bereits in den Vorjahren. Der Vorgänger, der Oreca 05, war von Technikchef David Floury und seinen Ingenieuren bereits konsequent mit Blick auf die Regularien ab 2017 auf die Räder gestellt worden. Der Oreca 05 wurde derart gestaltet, dass den Teams einfach ein Updatekit verkauft werden konnte, um aus einem "Altfahrzeug" ein LMP2-Auto neuester Generation zu machen.

Oreca-Clou: Updatepaket statt komplettes Neufahrzeug

Diese Option nutzten viele Teams aus Kostengründen. Der weitere Vorteil: Abgesehen vom neuen Gibson-V8-Motor im Heck waren die Kniffe bei Betrieb und Set-up des Fahrzeuges schon bekannt. Zahlreiche Testfahrten unter anderem des erfahrenen Nicolas Lapierre machten dem 07 derart Beine, dass selbst der in Branchenkreisen hoch eingeschätzte Dallara keine echte Bedrohung darstellt. Der größte Verlierer in diesem Spiel: Jacques Nicolet mit seinem Unternehmen Onroak.

Der neue Ligier aus der Fabrik des leidenschaftlichen Racers konnte die Erwartungen sportlich bislang kaum erfüllen. Das beste Auto der Baureihe JS P217 landete in Le Mans auf Klassenrang fünf. Nachbesserungen für den Klassiker an der Sarthe waren nicht möglich. Onroak will seinen einzigen Updateschuss innerhalb der Homologierungsphase von vier Jahren nicht zu einem solch frühen Zeitpunkt setzen. So war man im Wettbewerb ähnlich schwach aufgestellt wie Dallara, deren Le-Mans-Paket zu wenig Abtrieb produzierte.

Schlimmer noch für Jacques Nicolet: Die Nachfragen von Teams fielen erheblich schwächer aus als erwartet. In der WEC hatte sich Onroak fest positioniert, nun hat man dort kein Bein mehr am Boden. Immerhin: In den USA konnte man gemeinsam mit Nissan ein DPi-Programm etablieren, in der europäischen ELMS ist man mit fünf Fahrzeugen gegenüber Oreca (4) und Dallara (3) in der Überzahl. Auch in Asien rennen einige Ligiers.

"Es ist vielleicht nicht optimal gelaufen bisher, aber wir arbeiten weiter hart", sagt Jacques Nicolet im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Der erfahrene Geschäftsmann gerät keineswegs in Panik. "Mein Geschäftsmodell in der LMP2-Klasse funktioniert, sobald ich zehn Autos verkauft habe. Und das ist selbst unter den aktuell schwierigen Voraussetzungen gelungen." In der LMP3-Klasse hat Onroak mit dem JS P3 nahezu eine Monopolstellung. Dies lässt den kühlen Rechner Nicolet weiterhin ruhig schlafen.

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