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Doppelerfolg für Toyota: Soll in Spa-Francorchamps erfüllt

07. Mai 2017 - 02:25 Uhr

Zum zweiten Mal dürfen Anthony Davidson, Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima jubeln - Toyota #7 vom Gelbphasenpech verfolgt - Erstmals drei TS050 Hybrid im Ziel

Anthony Davidson, Kamui Kobayashi, Kazuki Nakajima, Mike Conway, Sebastien Buemi
So und nicht anders: Toyota feierte in Spa den ersten Doppelerfolg seit 2014
© Speedpictures.de

(Motorsport-Total.com) - Toyota Gazoo Racing holte durch einen Doppelsieg bei den 6 Stunden von Spa-Franchorchamps den zweiten Sieg in Folge bei der Langstrecken Weltmeisterschaft (WEC) 2017. Erneut standen schon die in Silverstone siegreichen Piloten des TS050 Hybrid mit der Startnummer 8 - Sebastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima - ganz oben auf dem Podium und verteidigten somit ihre Führung in der Fahrerweltmeisterschaft. In einem engen und dramatischen Rennen kamen Mike Conway und Kamui Kobayashi mit der Nummer 7 nur 1,992 Sekunden hinter den Siegern auf Platz zwei ins Ziel und sicherten dadurch den ersten Doppelsieg für Toyota seit dem Rennen in Schanghai 2014.

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Die Crew des Wagens mit der Startnummer 9, Stephane Sarrazin, Yuji Kunimoto und Nicolas Lapierre, die zum ersten Mal zusammen fuhren, rundeten ein problemfreies Rennen als Fünfte ab. Sie sammelten darüber hinaus wertvolle Daten über die Leistung des TS050 Hybrid in der Low-Downforce-Variante.

Vom Start weg erwiesen sich die Toyota als Kandidaten für den Sieg, als zunächst Sebastien und dann Mike den von der Pole-Position gestarteten Porsche mit der Nummer 1 unter Druck setzten. In der zehnten Runde ging Mike in der Bus-Stop-Schikane in Führung und Mike holte drei Runden später Rang zwei.

Beim ersten Fahrerwechsel übernahm Yuji die #9 für seine ersten Rennrunden in Spa überhaupt. Während seiner insgesamt zwei Stints zeigte er eine konstante und reife Leistung, als er die Überrundungen sicher bewältigte - eine Schlüsselaufgabe in der Phase der Gewöhnung an die WEC.

Gelbphasen erwischen Nummer 7 zweimal kalt

Kurz nach Halbzeit des Rennens hatte Kamui in der #7 eine solide Führung vor Anthony auf #8 aufgebaut. Doch dann nahm das Rennen eine dramatische Wendung, verursacht durch zwei Gelbphasen, die jeweils für die gesamte Strecke galten. Unglücklicherweise war die #7 jeweils gerade in den Boxen, als die Gelbphasen verhängt wurden. Andere Wagen kamen erst nach den Gelben Flaggen an die Box und verloren deshalb wegen des 80 km/h-Tempolimits, das unter Gelb auf der gesamten Piste herrscht, keine Zeit. Mike büßte insgesamt etwa eine Minute ein, während die Konkurrenten vor ihren Stopps im Renntempo unterwegs waren.

Kazuki ging während der ersten Gelbphase in Führung und baute diese in der zweiten Gelbphase deutlich aus. Mike dagegen fand sich im Zweikampf mit dem Porsche #2 wieder und fiel auf Rang drei zurück. Dann verlor der Porsche #2 Zeit durch eine Unfallreparatur. Das bedeutete, dass Sebastien zu Beginn der letzten Stunde mit einer halben Minute vor Kamui auf #7 in Führung lag. Zwar schloss Kamui diese Lücke noch, doch er behielt seine Position während der letzten Runden bei und überquerte die Ziellinie knapp hinter Sebastien, der den 13. Sieg für Toyota seit dem WEC-Debüt 2012 einfuhr. Nicolas beendete eine reibungslose Fahrt für die #9 auf Rang fünf.

Stimmen nach dem Rennen

Toshio Sato, Team Präsident: "Das war ein dramatisches und aufregendes Rennen und ich hoffe, dass es den Fans gefallen hat. Nach einem weiteren intensiven Kampf mit Porsche sind wir sehr glücklich mit dem Ergebnis. Die Nummer 7 hatte Pech mit den beiden Gelbphasen. So etwas kann bei Langstreckenrennen vorkommen, aber es ist sehr frustrierend für Mike, Kamui und deren Crew. Sie hatten heute das schnellste Auto im Rennen und machten keinerlei Fehler."

"Nummer 8 hat es sehr gut gemacht. Sie haben nicht aufgegeben und sich ihren Lohn abgeholt. Auch vom technischen Standpunkt her gesehen war es ein sehr produktives Wochenende - die gesammelten Daten der Low-Downforce-Variante der Nummer 9 sind hilfreich für die Vorbereitung auf Le Mans. Le Mans ist unser großes Ziel und wir werden nun die letzten Schritte unternehmen, um bereit zu sein."

Stimmen Startnummer 7

Mike Conway: "Ich bin schon ein bisschen enttäuscht, aber es ist ein großartiges Teamergebnis. In der ersten Hälfte des Rennens waren wir sehr schnell unterwegs und hatten eine schöne Führung aufgebaut. Doch die beiden Gelbphasen kamen genau zum falschen Zeitpunkt. Aber so ist es eben manchmal im Motorsport. Wir müssen das Positive aus diesem Wochenende nach Le Mans mitnehmen."

Kamui Kobayashi: "Unser Auto war heute wirklich schnell und wir haben das Rennen durch Pech verloren. Am Ende hatte ich Sebastien eingeholt, aber es wäre unfair, bei einer Doppelführung während der letzten Runden anzugreifen, also blieb ich hintendran. Für das Team ist es schön, maximale Punkte einzufahren, vor allem in einem unserer Heimrennen. Jeder hat sein Bestes gegeben."

Stimmen Startnummer 8

Sebastien Buemi: "Wir waren heute nicht der schnellste Toyota - die Nummer 7 hätte den Sieg mehr verdient. Unserem Wagen fehlte es etwas an Höchstgeschwindigkeit, darum ist es schön zu gewinnen, ohne der Schnellste gewesen zu sein. Vielleicht ist das ein gutes Zeichen. Letztes Jahr lagen wir mit einer Runde Vorsprung in Führung, als wir ein technisches Problem bekamen, dieses Mal aber hat es das Glück gut mit uns gemeint."

Anthony Davidson: "Heute hatten wir wirklich Glück, denn die zwei Gelbphasen verschafften uns etwa eine Minute Vorteil auf #7. Mike und Kamui waren von Beginn des Rennens an wahnsinnig schnell und wir konnten nichts tun, also hätten sie den Sieg verdient gehabt. Für das Team aber ist das ein fantastisches Resultat und eine tolle Vorbereitung auf Le Mans."

Kazuki Nakajima: "Es war kein leichtes Rennen und, um ehrlich zu sein, ich habe gemischte Gefühle. Ich bin glücklich, auf dem Treppchen ganz oben zu stehen, aber #7 hatte wirklich großes Pech. Am Ende ist es ein fabelhaftes Ergebnis für das Team und es ist schön, dass wir mit unserem Auto jetzt all das Glück haben, das uns im letzten Jahr so oft fehlte. Nun gehen wir mit einem guten Gefühl nach Le Mans."

Stimmen Startnummer 9

Stephane Sarrazin: "Es war ein schwieriges Rennen für uns mit der Low-Downforce-Variante, denn die Reifen bauten ab. Doch ich genoss das Rennen, drückte aufs Gas und die Pace war ziemlich gut. Für Yuji war es wichtig, zum ersten Mal ein WEC-Rennen zu fahren und es zu beenden. Alles in allem war es also ein gutes Wochenende für uns und die Low-Downforce-Variante ist eine gute Basis, sie hat großes Potential für Le Mans."

Yuji Kunimoto: "Mein erstes WEC-Wochenende und mein erstes Rennen in Spa haben Spaß gemacht. Es gibt jede Menge zu lernen und es war wirklich gut, heute einige Runden zu fahren. Ich habe Erfahrungen im Rennverkehr und im Reifen-Management gesammelt. Um das Resultat ging es heute nicht so sehr - es war ein wichtiger Schritt für uns alle in der Vorbereitung auf Le Mans, darum bin ich sehr glücklich."

Nicolas Lapierre: "Es ist ein großartiger Tag für das Team und ein tolles Ergebnis. Leider fehlte es unserem Wagen an Abtrieb, was normal ist für die Le-Mans-Version. Aber das bedeutete auch, dass wir starken Reifenverschleiß hatten und deshalb nicht angreifen konnten. Doch es ist eine wertvolle Erfahrung für Le Mans und am wichtigsten war es, das Rennen zu beenden. So gesehen war es ein gutes Wochenende."

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