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Enzinger: "Nicht zu sehr verbiegen für dritten Hersteller"

03. April 2017 - 16:13 Uhr

In der WEC wird es 2017 ein Duell zwischen Porsche und Toyota um WM-Titel geben - In Zukunft soll hier jedoch ein neuer Rivale angelockt werden

Fritz Enzinger Porsche
Fritz Enzinger ist der Leiter-LMP1 bei Porsche in der WEC
© Porsche

(Motorsport-Total.com) - Die Testfahrten der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) in Monza haben einen ersten Einblick auf die anstehende Saison gebracht. Dabei lagen Toyota und Porsche extrem dicht beieinander, was ein sehr spannendes Jahr verspricht. Doch auch schon in den Tagen vor dem Prolog wurde ordentlich Gas gegeben. Das Porsche-LMP1-Team absolvierte beispielsweise eine Ausdauertest in Paul Ricard. Und der lief richtig gut. "Das war jetzt der dritte 30-Stunden-Test und für mich einer der besten, die wir jemals hingelegt haben", ist Leiter-LMP1 Fritz Enzinger regelrecht euphorisch.

Während Konkurrent Toyota sich bereits festgelegt hat, beim Saisonauftakt in Silverstone mit dem Paket für viel Abrieb zu fahren, steht bei Porsche die Entscheidung hierzu noch aus. "Dadurch, dass dieses Jahr nur noch zwei Pakete erlaubt sind, muss man einfach einen Kompromiss finden. Richtig beurteilen wird man das Ganze aber erst, wenn die ersten beiden Rennen vorbei sind", bleibt Enzinger weiter zugeknüpft.

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Grundsätzlich ist die Aerodynamik in diesem Winter ein großes Thema gewesen. Denn neben der Beschränkung auf zwei Aero-Kits wurde zusätzlich auch die Aerodynamik erheblich beschnitten, um die LMP1 wieder etwas langsamer zu machen. Ob das gelungen ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt Papier. "Es könnte durchaus sein, dass man wieder an die Zeiten hinkommt. Das muss man natürlich noch abwarten, doch spätestens nach Silverstone kann man das genauer einschätzen", erklärt Enzinger.

WEC sucht einen dritten LMP1-Hersteller

Wie stark die WEC in den kommenden Jahren sein wird, steht nach dem Ausstieg von Audi Ende 2016 aktuell noch etwas in den Sternen. Hier gilt es für die Serienverantwortlichen neue Wettbewerber anzulocken. "Sicherlich muss man versuchen, einen dritten Hersteller zu finden. Dabei darf man sich aber nicht zu sehr verbiegen", stellt Enzinger klar.

"Natürlich sind wir auch daran interessiert, die Kosten zu senken. Aber da ist man doch sowieso aktuell schon dran. Wir haben die Anzahl der Windkanaltage runter gesetzt und auch mit nur einem Aeropaket würden wir klarkommen", so Enzinger. "Das ist sogar eine zusätzlich Herausforderung, da man dann eine Aerodynamik braucht, die auf neun Strecken funktionieren muss."

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Foto 1 von 15
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Um Kosten zu sparen haben Porsche und Toyota per Gentleman Agreement beschlossen, weiterhin die vorhandenen Monocoques zu verwenden. "Dazu hat uns keiner gedrängt. Aber vielleicht kann man auch weitere Bereiche definieren, die man in gewissen Zeiträumen nicht anrührt", macht Enzinger einen Vorschlag, wie man einem weiteren Hersteller die WEC schmackhaft machen könnte.

Ob dann tatsächlich ein drittes Werk in die Klasse einsteigen wird ist aktuell unklar. Als heißester Anwärter wird derzeit Peugeot gehandelt. Und auf Rennen gegen die Franzosen hätte Enzinger richtig Lust. "Peugeot hatte damals eine richtig guten Eindruck gemacht. Das Auto war sehr konkurrenzfähig und wunderschön. Peugeot würde schon passen!"

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