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Wie Tom Kristensen beinahe bei Toyota gelandet wäre

24. März 2017 - 16:00 Uhr

Tom Kristensen wurde mit Audi zur Le-Mans-Legende, doch es hätte anders kommen können: Wie er schon Anfang der 90er-Jahre beinahe für Toyota gefahren wäre

Toyota TS010, 1993
Der Traum war so nahe: Doch Kristensen fuhr den Toyota TS010 nur einmal
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Er wird immer "Mister Le Mans" bleiben: Tom Kristensen hat sich mit seinen neun Siegen bei den 24 Stunden von Le Mans ein Denkmal gesetzt. Der stets bodenständige Däne stand 2014 sogar kurz vor seinem zehnten Sieg, bevor er drei Stunden vor Schluss seinen Audi R18 e-tron quattro zu einem Turboladerwechsel an die Box bringen musste. Es hätte aber alles ganz anders kommen können, denn schon zu Beginn seiner Karriere stand Kristensen kurz vor einem Le-Mans-Einsatz für Toyota, wie er sich erinnert.

Die Karriere des Dänen begann in den 1990er-Jahren in Japan, wo er bei Tourenwagenrennen und in der Formel 3 fuhr. Durch sein Formel-3-Engagement beim Toyota-Team TOM's bekam er seine Finger an den Toyota TS010, den Gruppe-C-Sportwagen, mit dem die Japaner in der Spätphase des Gruppe-C-Reglements in der Sportwagen-Weltmeisterschaft und den 24 Stunden von Le Mans antraten.

Viel Tempo, null Sicherheit

1993 sollte es so weit sein: Der völlig unbekannte Nachwuchsfahrer wurde von Toyota für die 61. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans vorgesehen. In der 'Royal Automobile Talk Show' erinnert er sich noch genau an seine erste Berührung mit dem 700 PS starken Boliden, die furchteinflößend war: "Ich habe damals die Entwicklungsfahrten für die Traktionskontrolle des TS010 auf dem Yamaha-Testgelände gemacht. Wenn ich heute darauf zurückblicke, wird mir echt mulmig."

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Die Fahrten fanden auf einer Highspeedstrecke ohne jegliche Sicherheitsfeatures statt. Der Fukuroi Test Course hatte nicht einmal Randsteine und wies maximal zwei Meter Grasauslaufzone auf, gefolgt von einer einfachen Leitplanke. Im ungünstigsten Fall konnte ein Fahrzeug über diese hinwegfliegen und wäre im Wald gelandet. "Kein Wunder, dass ich die Tests fahren sollte", lacht Kristensen. "Die erfahrenen Piloten hatten wohl alle eine Ausrede. Sie hatten an den Testtagen irgendwie irgendetwas anderes vor... Ich habe es einfach durchgezogen."

Le-Mans-Einsatz scheitert an Titelkampf

Die Pläne änderten sich, als Kristensen zu einem ernsthaften Meisterschaftskandidaten in der japanischen Formel-3-Meisterschaft heranwuchs. "Ich stand ganz kurz vor meinem Le-Mans-Debüt mit Toyota. Dann sagte man mir aber, dass ich mich auf den Titelkampf in der Formel 3 konzentrieren solle", beschreibt er die Kehrtwende seines damaligen Arbeitgebers. Es sollte sich immerhin auszahlen, denn er wurde japanischer Formel-3-Meister vor den späteren Tourenwagen-Stars Rickard Rydell und Anthony Reid.

So kam es, dass nur ein einziges Rennen mit dem Toyota TS010 bestritt - auf dem Mickey-Maus-Kurs von Mine in Japan. "Ich habe mir das Auto damals mit Jacques Villeneuve und Eddie Irvine geteilt", erinnert er sich. "Wir waren richtig schnell und hätten das Rennen bestimmt gewinnen können." Doch dann verabschiedeten sich zwei Gänge im Auto und die drei Youngsters fielen auf Platz drei zurück. "Es waren großartige Zeiten!", grinst er.

Zwar kam es nicht zum erhofften Le-Mans-Einsatz, da Kristensen nach seinem Formel-3-Titel sich von TOM's trennte, weil Toyota sich damals nicht in der Formel Nippon engagierte. Zudem verschwand die Gruppe C von der Bildfläche. Ganz umsonst war die Zeit aber nicht, ist er sich sicher: "Ich muss ehrlich sagen, dass mir das bei meinem Debüt in Le Mans ganz sicher geholfen hat." Und da gewann er 1997 gleich auf Anhieb mit Joest Racing. Es folgten acht weitere Siege bis 2013, davon sieben mit Audi und einer mit Bentley. Bei all seinen Le-Mans-Siegen hatte er einen Motor aus dem VW-Konzern im Heck. Toyotas Investition ging nach hinten los.

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