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Platin, Gold, Silber und Bronze: Streit um Fahrereinstufungen

22. November 2016 - 18:48 Uhr

Die Fahrereinstufungen für die Saison 2017 sorgen für reichlich Diskussionen: Roman Russinow will gegen seinen Gold-Status ankämpfen - Fehlen klare Regeln?

Roman Rusinov Russinow
Plötzlich Profi: G-Drive-Finanzier Roman Russinow droht mit Abschied aus der WEC
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Die FIA hat die neue Liste der Fahrereinstufungen für die Saison 2017 veröffentlicht. In diesem Dokument sind zahlreiche Veränderungen zum laufenden Jahr markiert. Einige davon sorgen für anhaltende Diskussionen. Vor allem jene Piloten, die vom Status eines Amateurs (Bronze, Silber) auf Profi (Gold, Platin) heraufgestuft wurden, befürchten Probleme bei der Suche nach Cockpits oder Programmen für die Saison 2017.

Aus den Reihen der WEC-fahrer erging es unter anderem dem neuen GTE-Am-Champion Rui Aguas (AF Corse), dem Gulf-Porsche-Piloten Ben Barker, dem LMP2-Triumphator Gustavo Menezes (Alpine) und G-Drive-Mann Roman Russinow so. Alle diese Fahrer wurden vom Status Silber auf Gold heraufgestuft. In den Kategorien LMP2 und GTE-Am, wo sich Profis und Amateure die Autos teilen müssen, kann dies einen großen Unterschied ausmachen.

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Für Russinow, der seit Jahren zwischen den Welten Profi und Amateur hin- und herwechselt, könnte die neue Einstufung als Gold-Pilot ernste Konsequenzen haben. "Ganz einfach: Ich habe abseits des Rennsports einen Fulltime-Job. Ich fahre nur zum Spaß", droht Russinow im Gespräch mit 'sportscar365.com' indirekt mit einem Ende seines LMP2-Programmes. Weil der Russe bislang Silber-Status hatte, konnte er sich sein Ligier-Cockpit mit Toppiloten wie Rene Rast oder Alex Brundle teilen.

Nun wieder Profi: Russinow droht wieder mit Abschied

"Wir haben mit G-Drive ein solch tolles Projekt in der LMP2 aufgebaut, aber es ist dann seltsam, wenn man sieht, wie einige gute GP2-Piloten ihren Silber-Status behalten dürfen, auch Leute wie Julien Canal oder Pierre Thiriet bleiben bei Silber. Das stellt man sich wirklich die Frage, was ein Silber-Pilot eigentlich ist", so Russinow. In seinen Gesprächen mit ACO-Sportchef Vincent Beaumesnil habe er herausgefunden, dass die Einstufungen "ohne jede Logik" vonstatten gingen.

Eigentlich sind in den Regeln für die Fahrerkategorisierung klare Vorgaben verankert. Jedoch lässt man sich dort immer ein Hintertürchen auf. Sollte die FIA abseits der festgeschriebenen Kriterien, die an Faktoren wie Vorleistungen in anderen Serien, Zugehörigkeit zu Werksteams oder Alter des Fahrers geknüpft sind, der Meinung sein, dass ein anderer Status angemessen wäre, dann lässt sich dies jederzeit bewerkstelligen.

Russinows Frust ist einerseits verständlich. Ausgerechnet nach seinem Titelgewinn in der LMP2-Klasse gemeinsam mit Julien Canal und Sam Bird 2015 stufte ihn die FIA wieder von Gold auf Silber zurück. Jetzt, da man den Titel verpasste, geht es in der Kategorie wieder herauf. Logisch klingt dies tatsächlich nicht. Aufgrund der schnellen Rundenzeiten des Russen schüttelten allerdings viele Konkurrenten angesichts seiner Einstufung als Amateur immer wieder mit den Köpfen.

Jan Seyffarth ist als Amateurfahrer zu haben

Interessant in diesem Zusammenhang: Bei den Kriterien für den Gold-Status ist angegeben, dass ein Pilot beim Gewinn des LMP2-Titels in der WEC in diese Kategorie fällt, sobald er dieses Erfolg gemeinsam mit einem Piloten eingefahren hat, der maximal den gleichen Status hat wie er selbst. Russinow holte 2015 als Gold-Pilot die Meisterschaft und hatte dabei Silber-Fahrer Julien Canal an seiner Seite. Eigentlich hätte er also gar nicht zurückgestuft werden dürfen.

Allerdings drohte der Russe auch damals schon damit, dass er sein Rennprogramm aus der WEC abziehen könnte, wenn ihm nicht wieder der Status als Amateur zugestanden wird - und somit in der Lage ist, sich zwei Profis an Bord zu holen. "Dann schaue ich mich eben woanders um", droht Russinow auch jetzt wieder. Er werde zunächst an der Rallye Dakar teilnehmen und anschließend schauen, ob sich ein Programm in der WEC realisieren lässt. Russinow hat gegen Zahlung von 250 Euro Beschwerde gegen den Gold-Status eingelegt.

Für sportlich ambitionierte Teams wird die Suche nach soliden Piloten mit Amateurstatus immer schwieriger. Interessant sind derzeit vor allem drei Namen: Die beiden langjährigen IMSA-Prototypenpiloten Max Angelelli und Chris Dyson wurden in der neuen Liste mit Silber-Status angegeben. Zudem gilt der Deutsche Jan Seyffarth (Silber) ebenfalls als Amateur. Bis zum 30. November gelten die Fahrereinstufungen noch als provisorisch. Ab Dezember können veränderte Einstufungen nur noch in Härtefällen vorgenommen werden.

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