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Duell 2014: Warum Audi und Porsche in Le Mans fahren

12. November 2012 - 16:30 Uhr

Porsche wird 2014 in die LMP1-Szene kommen, Audi will ebenfalls in Le Mans fahren: Warum der Volkswagen-Konzern das Duell der Schwestern will

Le Mans: Porsche wird ab 2014 gegen die Konzernschwester Audi fahren
© Porsche

(Motorsport-Total.com) - Als Porsche ankündigte, ab 2014 wieder um Le-Mans-Gesamtsiege zu fahren, gingen zunächst viele Beobachter davon aus, dass dies Zwangsläufig das Ende des LMP1-Programmes von Audi bedeutet. Dem ist allerdings nicht so. In zwei Jahren wird es in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) und beim Klassiker an der Sarthe zum großen Duell der Konzernschwestern kommen: Porsche will die "Freunde" aus Ingolstadt schlagen. Dieser Wettkampf der VW-Marken ist nicht nur geduldet, sondern sogar erwünscht.

"Aus Konzernsicht wird es der Wettstreit der Technologien. Sowohl Porsche mit dem Benziner-Hybrid als auch Audi mit einem Diesel-Hybrid werden die bestmögliche Technologie entwickeln", erklärt Wolfgang Dürheimer. Der Motorsport-Koordinator des Volkswagen-Konzerns ergänzt: "Die Erkenntnisse beider Technologiestränge stehen ab diesem Zeitpunkt den Serien-Antriebsentwicklern aller Konzernmarken zur Verfügung. Derartige Antriebskonzepte werden wir in Zukunft dann sicher auch auf der Straße sehen."

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Audi und Porsche sollen sich gegenseitig Druck machen, damit der Gesamtkonzern möglichst viel Know-how von der Entwicklungsbühne Le Mans ziehen kann. Aus sportlicher Sicht gibt es zwei Betrachtungsweisen. Im Duell der beiden Schwestern wird es immer einen Verlierer geben - aber immer auch einen, der als Sieger aus dem Duell hervorgeht. Solch ein Wettstreit sei aus Konzernsicht überhaupt nicht ungewöhnlich, meint Dürheimer.

Le Mans: Der große Entwicklungskatalysator

"Auch ein Audi A3 tritt bei Vergleichstests gegen einen VW Golf an. Ein Panamera fightet mit einem Audi A8, einen Phaeton und einem Bentley. Ein Lamborghini tritt auf der Rennstrecke gegen einen Porsche und einen Audi R8 an", sagt er. "Jede Marke versucht dabei ihre Produkte ins bestmögliche Licht zu setzen und die meisten Punkte zu holen. Der Wettstreit zwischen unseren Konzernmarken ist gewollt, er spornt die Entwickler der Häuser zu Höchstleistungen an und generiert Spitzentechnologie."

Vor allem mit zwei verschiedenen Antriebskonzepten will man sich gegen die bisherige Hybridmacht Toyota stemmen. "Die Hybridtechnik ist auf dem Vormarsch, sie ist weit mehr als eine Übergangstechnologie. Hybride werden uns viele Jahre begleiten, im Rennsport und natürlich in der Serie", meint Dürheimer. "Der ACO bietet neuartigen, zukunftsorientierten Antriebstechnologien eine großartige Bühne im Motorsport. Ich finde das große Klasse."

Das Duell der beiden Marken hat einen großen Vorteil: Falls ACO und FIA keine perfekte Balance zwischen Diesel und Benziner hinbekommen, so bleibt mindestens eine VW-Marke siegfähig. In den vergangenen Wochen wurde intensiv über die Details des 2014er-Reglements diskutiert. Es fand ein regelrechtes Tauziehen zwischen den Vertretern der jeweiligen Antriebskonzepte statt. Hinter den Kulissen rangelten Audi und Porsche (natürlich auch Toyota) am großen Politiktisch um Einstufungen.

"Ich habe in die Auseinandersetzung um die beste Ausgangsposition im Technischen Reglement nicht persönlich eingegriffen. Das machen die Motorsportchefs der Marken. Dabei treffen die Herren Dr. Ullrich und Kristen aufeinander", schildert das Volkswagen-Motorsport-Oberhaupt. "Aus meiner Sicht steht es dort 1:1 und es wird kaum noch etwas passieren. Die Regeln stehen im Grunde fest, es ist maximal noch mit Veränderungen im Detail zu rechnen."

Der Geschwisterkampf als Thriller

"Der sportliche Wettbewerb erfordert, dass beide Marken isoliert arbeiten. Keiner möchte seinen Entwicklungsvorsprung verlieren", sagt Dürheimer und schiebt möglichen Technologietransfers in der Entwicklungsphase der LMP1-Autos frühzeitig einen Riegel vor. Porsche hat sich gewisses Know-how aus Ingolstadt und Neckarsulm allerdings bereits über die Abwerbung einiger erfahrener Audi-Mitarbeiter geholt. Es wird mit harten Bandagen gekämpft - viel Geld ist im Spiel.

"Auf Grundlage des LMP1-Reglements besteht die Gefahr, dass die Kosten sehr hoch werden", mahnt Dürheimer. "Aufgabe von ACO und FIA ist es, die Kostenspirale nicht eskalieren zu lassen. Andernfalls besteht das Risiko, irgendwann nicht mehr genügend LMP1-Fahrzeuge im Starterfeld zu haben. Es gilt deswegen, die Entwicklung sorgfältig zu beobachten. Le Mans war immer das Testumfeld für neue Technologien - das wird hoffentlich immer so bleiben."

Die Fans dürfen sich auf eine goldene Zukunft in der WEC und in Le Mans freuen. Der Klassiker an der Sarthe staubt noch längst nicht ein, sondern er wird voraussichtlich 2014 frisch aufblühen. Audi mit einem Diesel-Hybrid gegen Porsche mit einem Benziner-Hybrid - dieses Duell wird nicht nur deutschsprachige Fans begeistern. "Le Mans 2014 wird ein Thriller werden. Das sollte sich kein Motorsport-Fan entgehen lassen", erklärt Dürheimer voller Vorfreude.

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