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Gigantenduell: Warum Toyota so schnell war

26. Juni 2012 - 17:15 Uhr

Bei den 24 Stunden von Le Mans gab es das erste Gipfeltreffen: Toyota jagte Audi - Bei den kommenden WEC-Rennen ist Spannung garantiert

Tom Kristensen, Rinaldo Capello, Allan McNish
Enges Duell: Audi spürte 2012 den heißen Atem von Toyota im Nacken
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Knapp zehn Tage nach den 24 Stunden von Le Mans wirken die Eindrücke von der Jubiläumsausgabe des Langstrecken-Klassikers noch nach. Vor allem der harte Kampf zwischen Audi und Toyota aus dem ersten Rennviertel ist in der Erinnerung aller Augenzeugen noch höchst präsent. Die Japaner überraschten mit einem enormen Tempo, jagten den Ingolstädtern zwischenzeitlich sogar sensationell die Führung ab. Dies lässt auf spannende WEC-Läufe im weiteren Verlauf des Jahres hoffen.

"Wir haben die Führung übernommen, aus eigener Kraft. Das war für ein erstes Antreten, für ein Auto, das erst fünf Monate alt ist, in Wirklichkeit noch ein Baby, ziemlich außergewöhnlich", sagt Alexander Wurz rückblickend im Interview mit dem 'ORF'. "Ich muss sagen, ich war selbst auch überrascht, dass wir aus eigener Kraft die Führung übernehmen können." Teamkollege Nicolas Lapierre hatte sich kurz vor dem Ausscheiden beider TS030 an Audi-Pilot Benoit Treluyer vorbeigewuchtet.

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"Dann hatten wir Standfestigkeits-Probleme. Das war mir schon eher klar, nach nur fünf Monaten Entwicklungszeit. Entweder machst du ein langsames Auto, das standfest ist, oder ein schnelles, das nicht standfest ist. Das haben wir im Augenblick", fasst Wurz seine Erkenntnisse zusammen. "Wir können uns verbessern, wir werden uns verbessern. Das Team ist voll motiviert - und Japan hat gesehen, dass wir es ernst nehmen. Und Ingolstadt genauso."

Audi-Pilot von Toyota-Hybrid beeindruckt

Die Botschaft ist sicherlich in Ingolstadt angekommen. Werksfahrer Treluyer, der gemeinsam mit Marcel Fässler und Andre Lotterer seinen zweiten Sieg einfahren konnte, berichtete von einem "coolen Duell" um die Spitze. "Es war eigentlich das erste Mal, dass mir an jenem Wochenende ein Toyota direkt begegnete. Zuvor war mir nie einer in die Quere gekommen. Ich war wirklich überrascht, wie stark deren Beschleunigung aus den Ecken heraus ist."

Dies ist aus technischer Sicht die wichtigste Erkenntnis aus Le Mans. Der Hybridantrieb des Toyota hat sichtbare Vorteile. Die Japaner mit Sitz in Köln setzen auf ein System mit zusätzlichem Antrieb an der Hinterachse, während Audi die Frontvariante bevorzugt. Toyota darf des Hybridschub sofort nutzen, Audi erst ab Tempo 120 km/h - ein erheblicher Nachteil, zumindest bei trockenen Bedingungen. "Das könnte ein Fehler im Reglement sein, der Toyota einen zu großen Vorteil verschafft", meint Treluyer gegenüber 'Autosport'.

"Ich finde, man müsste die Regeln entsprechend ändern. Nicolas konnte im Duell dermaßen extrem wegziehen am Kurvenausgang. Ich hatte keine Chance", beschreibt Treluyer sein Duell um die Führung. "Der Hybrid steht natürlich über allem anderen. Dieser Schub ist das Beeindruckendste, was ich je in einem Rennauto erlebt habe. Es fühlt sich so an, als würde man als Rennfahrer mit einer Zeitmaschine 20 Jahre in die Zukunft gehen. Absolut unglaublich", staunt Anthony Davidson.

Duell in Silverstone: Nur sechs Stunden

Der Brite, der nach rund sechs Stunden spektakulär aus dem Rennen flog und sich dabei am Rücken verletzte, hat weitere Stärken des Toyota ausgemacht. "Der Toyota ist bei den Richtungswechseln viel agiler als der Peugeot. Was die Balance angeht, hat das Team wirklich gute Arbeit geleistet", so der frühere Formel-1-Pilot. Als Nachteil empfindet er die Geräuschkulisse des Benzinermotors. "Der Lärm kann dich auch müde machen", meint Davidson, der sich im Peugeot 908 an leises Dieselsäuseln gewöhnt hatte.

Das Duell zwischen Audi und Toyota wird Ende August in Silverstone seine Fortsetzung finden. Es bleibt dann nicht nur ein Zweikampf von Herstellern, sondern vor allem auch ein Wettstreit verschiedener technischer Konzepte. "Das jetzt ist der Motorsport, den man eigentlich sehen will. Ich sage schon seitdem ich vor zehn Jahren hier hergekommen bin, dass es eigentlich keine Langstreckenrennen sind, sondern 24 Stunden lange Sprintrennen", freut sich der dreimalige Le-Mans-Sieger Marco Werner.

"Es ist schade, dass Toyota ausgeschieden ist, da sie einen tollen Job gemacht und eine großartige Show geboten haben. Sie hatten eine gute Pace und ich glaube nicht, dass da alle so mit gerechnet haben", erklärt Werner im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Der nächste "Langstrecken-Sprint" in Silverstone geht nur noch über sechs Stunden. Dies ist genau die Rennzeit, die Toyota ohne Defekte und mit viel Speed in Le Mans absolvieren konnte...

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