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Davidson: "... hob ab und flog kopfüber durch die Luft"

18. Juni 2012 - 11:16 Uhr

Anthony Davidson schildert seinen schweren Unfall - Trotz seiner Rückverletzung nimmt der Toyota-Pilot viel Positives aus Le Mans mit

Anthony Davidson
Anthony Davidsons Unfall ließ vielen Zuschauern den Atem stocken
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Am Samstagabend gegen 20 Uhr hielten in Le Mans alle Zuschauer und Beteiligten den Atem an. Der Unfall von Anthony Davidson war der große Schreckmoment der 80. Ausgabe der 24 Stunden. Der Brite konnte seinem Toyota zwar aus eigener Kraft entsteigen, es war jedoch schnell offensichtlich, dass er bei dem spektakulären Unfall nicht unverletzt geblieben war. Doch schon am Sonntag äußerte sich Davidson zu seinem Befinden. "Ich habe mich schon einmal besser gefühlt, soviel ist sicher. Ich habe Schmerzen im mittleren Bereich des Rückens. Aber das ist das Einzige, was mir wehtut, ich habe wirklich Glück gehabt", teil der 33-Jährige aus dem Krankenhaus mit.

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Dort diagnostizierten die Ärzte Brüche der Rückenwirbel elf und zwölf. Das Rückenmark des Briten wurde glücklicherweise nicht beschädigt, dennoch wird ihn die Verletzung einige Zeit außer Gefecht setzen. "Die Ärzte sagen, dass es im Durchschnitt drei Monate dauert, bis die Verletzung ausgeheilt ist", sagt Davidson, der jedoch hofft, schneller wieder einsatzfähig zu sein. "Das gilt für einen Durchschnittspatienten und nicht für einen Profisportler. So lange dauert es, bis die Knochen vollständig geheilt und genau so stark wie vorher sind. In etwa drei Wochen sollten die Schmerzen verschwinden und die volle Beweglichkeit zurückkehren."

Die Kollision mit dem Ferrari von Pierguiseppe Perazzini schildert der Toyota-Fahrer wie folgt: "Ich war nach dem Scheitelpunkt der Kurve schon fast an dem Auto vorbei. Ich hatte eine Corvette und einen Ferrari mit einem Pro-Aufkleber überholt. Die beiden haben miteinander gekämpft und ich dachte, der andere Ferrari würde zu ihrer Gruppe gehören und daher auch ein Pro sein. Das Auto fuhr links, wie du es von einem Pro erwarten würdest."

Der Toyota hebt ab

"Erst als ich direkt hinter ihm war, habe ich realisiert, dass es ein Amateur-Auto war. Aber das war alles kein Problem, ich dachte, er würde links bleiben, was zunächst auch so aussah. Ich fuhr durch den Scheitelpunkt der Kurve, begann zu bremsen und hatte die Kurve fast schon durchfahren, als ich hinten links getroffen wurde." Damit nahm das Unheil seinen Lauf. "Das Auto drehte sich nach links, hob ab und flog kopfüber durch die Luft. In diesem Moment fühlte ich mich wie in einem Flugzeug, das außer Kontrolle geraten ist. Ich wusste, wie nahe die Streckenbegrenzung war und dass bei dieser Geschwindigkeit der Einschlag nicht lange auf sich warten lassen würde."

"Das war sehr beängstigend. Das Auto schlug dann auf dem Boden auf, dabei spürte ich einen gewaltigen Schlag in den Rücken. Ich hatte meine Augen geschlossen und die Hände vom Lenkrad genommen. Eine halbe Sekunde später bin ich dann frontal eingeschlagen. Ich öffnete meine Augen und realisierte, dass ich noch lebe. Ich hatte Schmerzen, spürte aber meine Füße und konnte sie bewegen, das hat alles funktioniert", beschreibt Davidson den spektakulären Abflug.

Vom Unfall schockiert reagierte der 33-Jährige anschließend etwas irrational. "Ich weiß, dass ich gerade bei einer Rückenverletzung im Auto sitzen bleiben sollte, aber ich war ein wenig panisch und musste aus dem Auto heraus. Das war wirklich seltsam. Ich bin wegen der Schmerzen vorsichtig ausgestiegen und habe mich auf die Seite des Autos gelegt, bis die Rettungskräfte bei mir waren."

Krankenbesuch der Teamkollegen

Nach der Erstversorgung und der anschließenden Untersuchung im Krankenhaus kam in der Nacht zum Sonntag die Entwarnung, dass Davidson den Unfall ohne nachhaltige Verletzungen überstanden hat. Davon überzeugten sich auch seine Teamkollegen. "Stephane und Sebastian waren noch in der Nacht bei mir, die Fahrer des anderen Autos haben mich am Morgen besucht und sogar mein letztjähriger Teamkollege Sebastien Bourdais war im Medical Center. Es war schön, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Das gesamte Team war am Sonntagmorgen da und hat nach mir gesehen", freut sich Davidson über die Anteilnahme.

Noch im Krankenbett fand auch ein erstes Debriefing des Rennens statt. "Als das Team bei mir war, haben wir uns wegen unserer Vorstellung abgeklatscht. Mehr als alles andere wollten wir den Speed unseres Autos demonstrieren." Nachdem dies Toyota eindrucksvoll gelungen ist, zieht Davidson trotz des Unfalls ein positives Fazit des Le-Mans-Auftritts von Toyota.

"Zurückblickend, selbst vom Krankenbett aus, gab es viel Positives. Wie konnten hinter viele Punkte einen Haken machen, und einer davon war schnell zu sein. Wir hatte ein großartiges Qualifying, sind zwischen die Audis gefahren und waren im Rennen so schnell, dass Nico in der Nummer sieben die Führung übernehmen konnte", so der Brite.

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