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WEC: Wohin die Reise gehen soll

29. März 2012 - 13:50 Uhr

WEC-Manager Gerard Neveu über die Herausforderungen in der Langstrecken-WM: Hersteller halten, Privatteams schützen und passende Austragungsorte finden

Das Jahr 2012 dient dem Aufbau der neuen Langstrecken-Weltmeisterschaft
© FIA/ACO

(Motorsport-Total.com) - Nachdem sich der ACO mit dem Intercontinental-Le-Mans-Cup (ILMC) in den vergangenen Jahren vorsichtig auf die weltweite Bühne getastet hatte, gibt es in diesem Jahr endlich wieder Langstreckensport mit FIA-WM-Status. Drei Faktoren waren auf dem Weg zur WEC grundlegend wichtig: das Engagement von ACO, die Zusagen von Herstellern und Teams und der FIA-Präsident Jean Todt, der das Kriegsbeil zwischen Le Mans und Paris endlich begraben konnte.

Todt war es, der sich bei der FIA gegen erhebliche Widerstände durchsetzte. Die Ressentiments zwischen Le-Mans-Veranstalter ACO und dem Automobil-Weltverband waren über Jahre gewachsen, konsequent gepflegt und gehegt worden. Der französische FIA-Präsident, der selbst als Peugeot-Rennleiter in Le Mans erfolgreich war, überwand viele Hindernisse und setzte sich endlich mit den stolzen Herren des ACO an einen Tisch. Nur so war die Geburt der neuen WM überhaupt möglich.

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Bei vielen Fans kam das Ansinnen zur Schaffung der WEC bestens an, auch bei Herstellern. Einzig die Privatteams waren anfangs sehr skeptisch, weil die Kosten einer Teilnahme an einer weltweiten Serie das bisherige Engagement natürlich deutlich übersteigen. Man fand einen Weg, um die Rufe der großen Automobilbauer zu hören und die Stimmen aus den Teams wie Pescarolo, OAK oder Rebellion nicht zu vernachlässigen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. 30 Fahrzeuge sind für die Saison 2012 eingeschrieben. "Wenn man das Fehlen von Peugeot mal beiseite lässt, dann ist die aktuelle Starterliste noch besser als wir es erwartet hatten. Wir hatten uns insgeheim gedacht, dass eine Nennliste mit 28 Fahrzeugen bereits ein toller Start wäre. Nun sind es sogar 30", freut sich WEC-Manager Gerard Neveu im Gespräch mit dem Magazin 'Le Mans Racing'.

Logistikkosten werden teils übernommen

Der Schlüssel zum Erfolg ist der Spagat zwischen Herstellerinteressen und Kostenkontrolle. "Wir hatten schon in Zhuhai im vergangenen Jahr das Versprechen abgegeben, dass wir die Teams bestmöglich unterstützen wollen. Das funktioniert nun, indem der Protomoter einen Großteil der Logistikkosten der Teams übernimmt. Die Teams zahlen immer noch ganz schön viel, aber längst nicht alles", beschreibt Neveu ein Element, das die Privatteams überzeugen konnte.

Der WEC-Kalender des Auftaktjahres kann sich sehen lassen. Die Events in Sebring, Le Mans, Spa, Silverstone und Fuji seien gesetzt, die anderen Austragungsorte Verhandlungssache gewesen, berichtet Neveu. "Dann kommen natürlich Marketinginteressen ins Spiel", so der WEC-Macher im Interview mit 'Speed TV'. "Man darf die Interessen von Herstellern, Sponsoren und Partnern nicht ignorieren, denn die bringen viel Geld in die Szene."

Die Entscheidung fiel letztlich für die beiden großen Märkte China und Brasilien. "In Brasilien ist Emerson Fittipaldi der örtliche Promoter. Die machen dort richtig gute Arbeit", lobt Neveu. Als überraschenden Schauplatz zauberte man Bahrain aus dem Hut. Dies - so gibt Neveau offen zu - lag nur zum Teil an der Attraktivität der Region. Die Verantwortlichen in Bahrain müssen der Serie offenbar ein Angebot gemacht haben, das man nicht ablehnen konnte.

Porsche kommt - wer noch?

Die große Frage ist derzeit, wie viele Fahrzeuge nach dem Höhepunkt in Le Mans überhaupt noch an der "Weltreise" teilnehmen werden. In den vergangenen Jahren herrschte im Anschluss an der 24-Stunden-Rennen stets Flaute. "Ich denke, das Gegenteil wird nun der Fall sein. Ich schätze, dass nach Le Mans diese WM erst richtig losgeht", meint Neveu in 'Le Mans Racing'. "Diejenigen, die in Le Mans nicht gewonnen haben, wollen dann doch in der Meisterschaft nach vorne kommen."

Das ist der Trumpf, den Neveu in der Hand zu halten glaubt. Ob er sticht? Man wird es sehen. Mit seiner Anwesenheit in Sebring - und nicht beim Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne - setzte Jean Todt ein klares Signal. Die FIA setzt auf eine große WEC-Zukunft. "Wir müssen die besonderen Werte im Langstreckensport schützen, wir müssen die Balance zwischen Werksmannschaften und privaten Teams erhalten und wir müssen dieses Jahr nutzen, um aus dieser Serie eine Serie der Zukunft zu machen", nennt Neveu die drei Kernaufgaben.

"Die WEC wird von allen begeistert aufgenommen, aber das reicht uns nicht. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass alle Teilnehmer aus diesem Jahr auch im kommenden Jahr wieder dabei sind. Zusätzlich müssen wir neue Teilnehmer hinzubekommen", meint der Franzose. Die Vorzeichen sind gut. Nissan, Honda und Porsche stehen vor der Tür. Weitere Teams und Hersteller sollen mit dem Reglement 2014 gelockt werden. Die WEC grenzt sich dann wohl noch mehr von der Formel 1 ab: Langstrecke als Entwicklungsbühne, Formel 1 als Rennshow im engen technischen Korsett.

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