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ELMS-Test: OAK mit dem Morgan-Judd an der Spitze

10. März 2012 - 19:32 Uhr

Mit nur 14 Fahrzeugen war das Starterfeld bei den offiziellen Testfahrten sehr dünn: Sebastien Buemi und Brandon Hartley im LMP2-Auto

Teamchef Nicolet sowie die LMP1-Fahrer Moreau und Kraihmer fuhren im Morgan
© DPPI

(Motorsport-Total.com) - Genau drei Wochen vor dem Start in die erste Saison der neu strukturierten European-Le-Mans-Series absolvierten einige Teilnehmer im Rahmen zweier offizieller Testtage wichtige Probefahrten. Bei den insgesamt vier Sessions in Le Castellet waren nur 14 der insgesamt 27 für die Saison 2012 eingeschriebenen Fahrzeuge auf der Strecke. Und dies auch nur bedingt, denn einige Teams hatten technische Probleme.

Am schlimmsten erwischte es den GTC-McLaren von Gulf am Freitag. Der MP4-12C, der sich während des gesamten Tages im Klassement vor allen GTE-Autos halten konnte, fing am Nachmittag Feuer und konnte für den zweiten Tag nicht mehr repariert werden. Michael Wainwright, der sich am Steuer mit dem erfahrenen Rob Bell abwechselte, musste den McLaren am Ende der Mistral-Geraden abstellen und sich schnell in Sicherheit bringen - ihm passierte jedoch nichts.

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Ansonsten war in der Testarbeit nur wenig Feuer. Die LMP2-Teams von Greaves, TDS und OAK wechselten sich an der Spitze ab. Die Tageswertung konnte schließlich am Freitag und Samstag OAK mit dem Morgan-Judd für sich verbuchen. Am Steuer des Autos saßen Teambesitzer Jacquet Nicolet und die OAK-LMP1-Piloten Guillaume Moreau und Dominik Kraihamer. Bei Greaves kam am Samstag auch Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle zum Zuge. Der Brite wird gemeinsam mit Sohn Alex in Le Mans starten.

Der Test in Le Castellet fand bei trockenen, aber sehr kühlen Bedingungen statt. In der Nacht von Freitag auf Samstag gab es in Südfrankreich sogar Bodenfrost. Die Gripverhältnisse waren alles andere als ideal, daher war die Arbeit am Setup schwierig. Die schnellste Runde des Morgan-Judd von 1:46.138 Minuten wurde von niemandem auch nur annähernd erreicht. Am Nachmittag konnte TDS mit dem Oreca-Nissan den Abstand zwar verkürzen, aber er lag immer noch bei einer Sekunde.

Hinter den Top 3 machte die irische Murphy-Mannschaft mit dem Oreca-Nissan eine gute Figur. Das Team um Jody Firth, Warren Hughes und Luca Moro, der kurzfristig für die Saison bestätigt wurde, hielt sich konstant auf dem vierten Rang. Bei Boutsen standen vor allem zwei Piloten im Fokus, die im Verlauf der Saison wohl kaum zum Einsatz kommen werden: Sebastien Buemi und Brandon Hartley. Der Schweizer Ex-Formel-1-Pilot nutzte den Test, um sich für seine weiteren Prototypeneinsätze für Toyota vorzubereiten.

"Eine nette Erfahrung", berichtet der frühere Red-Bull-Testpilot Brandon Hartley von seinen ersten 20 Runden in einem LMP2-Auto. "Ich hatte viel Spaß. Die Sicht war zwar seltsam, aber die Lenkung schön leichtgängig. Das Auto produziert jede Menge Abtrieb, sodass man in schnellen Kurven richtig flott unterwegs sein kann. Ich habe es genossen. Irgendwann will ich in die Langstreckenszene", so der Neuseeländer, der nach eigenen Angaben mehrere Optionen für die neue Saison hat.

Race Performance packte seinen Oreca-Judd bereits am Samstagmittag in den LKW. Die Leistungen des Teams waren bis dorthin nicht überzeugend gewesen. Mit der besten Rundenzeit von 1:49.698 Minuten war man meilenweit von der Spitze entfernt. "Das Auto hat mehr Grip und mehr Abtrieb", stellt Jonathan Hirschi der 2012er-Version des Oreca dennoch ein gutes Zeugnis aus. "Die Basis stimmt, aber wir haben noch viel Arbeit."

Aus der neuen Topkategorie der ELMS (die LMP1 starten nicht mehr) fehlten in Le Castellet noch viele Fahrzeuge. Unter anderem war JetAlliance noch nicht am Start, auch Pecom (mit Pierre Kaffer) und Status fehlten in Südfrankreich. Sebastien-Loeb-Racing (SLR) war ebenfalls noch nicht im Betrieb, weil die Lieferungen der Oreca-Chassis auf sich warten lassen. Der französische Hersteller hat unerwartet viele Bestellungen vorliegen und musste zunächst die WEC-Teams versorgen, die in der kommenden Woche in Sebring ihr erstes Rennen fahren.

Aus Reihen der GTE-Fahrzeuge war es kurioserweise der IMSA-Porsche des Jahres 2011, der in 1:57.694 Minuten die beste Zeit markierte. Das Auto aus der GTE-Am-Kategorie war somit schneller als die 2012er-Version des Porsche 911 GT3 RSR, die in der Pro-Wertung gemeldet ist. Die schnellste GTE-Pro-Rundenzeit fuhren Jonny Cocker und James Walker im Ferrari 458 Italia von JMW.

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