Jetzt gewinnen: Liqui Moly
Aktuelle Bildergalerien
ANZEIGE 
 
ANZEIGE
 
 
 
ANZEIGE
 
 
Apps zu Formel 1, MotoGP, DTM und Co. für Android, iOS und Windows Phone
Facebook
Google+
Folgen Sie uns!
Motorsport-Total.com bei Facebook Motorsport-Total.com bei Google+ Motorsport-Total.com bei Twitter RSS-Feeds von Motorsport-Total.com

Talladega: Brad Keselowski siegt bei Playoff-"Massaker"

16. Oktober 2017 - 01:14 Uhr

"Big One" mit 16 Autos und weitere Crashs wirbeln Playoff-Feld durcheinander: Nach turbulentem Talladega-Rennen steht Brad Keselowski in der "Round of 8"

Brad Keselowski
Brad Keselowski überstand das Chaos und steht in der "Round of 8" der Playoffs
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Ein Massencrash mit 16 Autos, drei Unterbrechungen mit der Roten Flagge und nach insgesamt mehr als vier Stunden Renndauer am Ende der Jubel von Penske-Pilot Brad Keselowski, der bei seinem 300. Rennen in die Victory Lane fuhr: Das ist die Kurzzusammenfassung des ereignisreichen letzten Restrictor-Plate-Rennens der Monster Energy NASCAR Cup Series 2017.

Beim Alabama 500 auf dem Talladega Superspeedway lief wie so oft lange Zeit alles verhältnismäßig ruhig ab. Doch in den letzten gut 20 der 188 Runden gab es gleich mehrere Crashs, die nicht weniger als acht der zwölf Playoff-Teilnehmer aus dem Rennen rissen (Fotos: Alabama 500 in Talladega).

ANZEIGE

Einer der Titelkandidaten konnte sich irgendwie am besten aus allem heraushalten und siegte: Brad Keselowski. Weil es das zweite Rennen der "Round of 12" in den NASCAR-Playoffs 2017 war, ist Keselowski mit seinem Sieg genau wie Martin Truex Jr. mit seinem Charlotte-Sieg aus der Woche zuvor die Qualifikation für die "Round of 8" der Playoffs sicher.

Nur vier von zwölf Playoff-Teilnehmern im Ziel

"Wow! Wahnsinnig schwer zu erklären, was in diesem Rennen los war!", so die Worte von Brad Keselowski nach dem bereits fünften Talladega-Sieg seiner Karriere. "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Dieser Sieg ist wirklich etwas ganz Besonderes", suchte der Penske-Pilot, der mit einem Sonder-Design in Anlehnung an Dale Earnhardt Jr. fuhr, in der Victory Lane nach Worten.

Apropos Dale Earnhardt Jr.: Der in seiner letzten NASCAR-Saison nicht um den Titel kämpfende Publikumsliebling erlebte von der Pole-Position gestartet ein äußerst ereignisreiches letztes Restrictor-Plate-Rennen seiner Karriere, das ihn nach einer umstrittenen Strafe und zweimaliger Beinahe-Verwicklung in einen Crash am Ende noch um seinen siebten Talladega-Sieg kämpfen sah.

Doch als die Karierte Flagge fiel, wurde es doch "nur" der siebte Platz für "Junior" hinter Sieger Brad Keselowski, Ryan Newman (Childress-Chevrolet; 2.), Trevor Bayne (Roush-Ford; 3.), Joey Logano (Penske-Ford; 4.), Aric Almirola (Petty-Ford; 5.) und Denny Hamlin (Gibbs-Toyota; 6.).

Während sowohl Bayne als auch Almirola in jeweils einen der zahlreichen Crashs verwickelt waren und trotzdem noch in die Top 5 fuhren, kamen in Reihen der zwölf Titelkandidaten neben Sieger Brad Keselowski nur Denny Hamlin auf Platz sechs sowie Kyle Larson (Ganassi-Chevrolet; 13.) und Matt Kenseth (Gibbs-Toyota; 14.) überhaupt ins Ziel. Kenseth war auf Platz 14 der letzte Ankömmling im Feld. 26 der 40 gestarteten Fahrzeuge sahen die Zielflagge nicht.

Stage 1: McMurray-Crash, Strafen und Keselowski-Sieg

Polesitter Dale Earnhardt Jr. führte das Feld auf die Reise. Die ersten Führungsrunden gingen aber an Joey Logano. Mit dem Penske-Piloten an der Spitze wurden bereits in Runde 13 die Green-Flag-Stops eingeläutet. Von da an kam man mit einer Tankfüllung bis zum Stage-Ende in Runde 55.

Allerdings folgten nur acht weitere Fahrer dem Logano-Beispiel des frühen Boxenstopps, dazu gehörten vier Playoff-Teilnehmer: Brad Keselowski, Kevin Harvick, Ricky Stenhouse und Ryan Blaney. Die andere Gruppe, angeführt von Earnhardt Jr., kam erst in Runde 26 an die Box. In dieser Gruppe fuhren die acht weiteren Playoff-Teilnehmer: Jamie McMurray, Denny Hamlin, Kyle Busch, Matt Kenseth, Chase Elliott, Kyle Larson, Jimmie Johnson und Martin Truex Jr.

McMurray freilich erreichte die Box gar nicht erst. Denn in dem Moment, als er wie diverse Fahrer Tempo herausnahm, um in die Boxengasse abzubiegen, wurde der Ganassi-Pilot von Erik Jones (Furniture-Row-Toyota) angeschoben. McMurray fuhr zu diesem Zeitpunkt deutlich weiter oben als die anderen Piloten, weshalb der nachfolgende Jones überrascht wurde.

McMurray zahlte den Preis. Er wurde in die Fahrspur von Jeffrey Earnhardt (Circle/TMG-Chevrolet) geschoben, mit diesem in einen Crash verwickelt und musste aufgeben. "Es war mein Fehler", so McMurray und weiter: "Ich wurde von der 18 (Kyle Busch) neben mir abgelenkt und wusste überhaupt nicht, wo die 77 (Jones) war. Ich nehme das auf meine Kappe."

In der Gruppe um Earnhardt Jr., Elliott, Larson und Co. gab es derweil durchaus umstrittene Strafen in Form von Rückversetzungen an die Führungsrunde. Grund: Diese Gruppe kam an die Box, als die Boxengasse aufgrund des McMurray-Crashs gerade geschlossen war beziehungsweise gerade geschlossen wurde. Die betroffenen Fahrer hatten nicht die geringste Chance, im letzten Moment zurück auf die Strecke abzubiegen, zumal dort gerade der Crash um McMurray passierte...

Bevor nach 55 Runden die grün/weiß karierte Stage-Flagge zum Ende von Stage 1 fiel, gab es in Runde 51 noch eine weitere Gelbphase (Abflug von Paul Menard in Turn 2 nach Reifenschaden). Es gab noch einmal einen Restart. Diesen entschied Brad Keselowski mit Unterstützung seines nicht im Titelkampf befindlichen Penske-Teamkollegen Joey Logano für sich. So holte sich Keselowski einen Umlauf später die zehn Bonuspunkte für den Stage-Sieg. Logano und Ryan Blaney (Wood-Ford) beendeten dieses turbulente erste Rennsegment auf den Plätzen zwei und drei.

Stage 2: Johnson-Kollision, Hamlin-Glück und Blaney-Sieg

In Stage 2 führten anfangs die Gibbs-Teamkollegen Matt Kenseth und Denny Hamlin. Als in Runde 68 der nächste Durchgang der Green-Flag-Stops eingeläutet wurde, war es Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet), der im (erneuten) Chaos der sich in die Boxengasse einfädelnden Autos Beschädigungen davontrug. Ty Dillon (Germain-Chevrolet) wurde überrascht und fuhr Johnson ins Heck. Mit arg verbogenen Kotflügel hinten rechts konnte Johnson seinen Boxenstopp einlegen und weiterfahren. Behoben wurde der Schaden erst beim darauffolgenden Boxenstopp.

Als diese Sequenz der Green-Flag-Stops absolviert war, führte zunächst Matt DiBenedetto (FAS-Ford) und anschließend Ricky Stenhouse (Roush-Ford). Wenig später musste Denny Hamlin außerplanmäßig die Box aufsuchen, weil eines der Räder beim vorangegangenen Boxenstopp nicht richtig angezogen wurde. Doch Hamlin hatte Glück. Weil es, gerade als er an der Box war, eine Gelbphase (Debris-Caution für Kleinteile auf der Strecke) gab, verlor er keine Runde.

Der folgende Restart läutete eine Phase ein, in der sich - je nach Linienwahl - Stenhouse, Kurt Busch (Stewart/Haas-Ford) und Ryan Blaney an der Spitze des Feldes abwechselten. Es ging unter Grün ins Ziel des Segments, das nach insgesamt 110 Rennrunden beendet war. Blaney kassierte die zehn Bonuspunkte vor Keselowski und dem nicht im Titelkampf befindlichen Clint Bowyer (Stewart/Haas-Ford).

Stage 3: "Big One" mit 16 Autos und dreimal Rot

Gingen Stage 1und 2 über jeweils 55 Runden, so war Stage 3 auf 78 Runden angesetzt. Als um die 142. der insgesamt 188 Runden die letzte Sequenz der Green-Flag-Stops absolviert wurde, übernahm zunächst Kyle Busch mit seinen Gibbs-Teamkollegen im Nacken das Kommando. Nur wenig später aber nahm die anfangs dominante Gruppe um die Penske-Piloten Joey Logano und Brad Keselowski wieder das Zepter in die Hand.

Nach einem Crash im Hinterfeld - Clint Bowyer, Aric Almirola, A.J. Allmendinger (JTG-Chevrolet), Cole Whitt (TriStar-Chevrolet) und Michael McDowell (Leavine-Chevrolet) rauschten ineinander - und einer weiteren Gelbphase (Crash von Joey Gase auf der Gegengerade) schien es in die entscheidende Phase zu gehen. Und nun wurde es richtig hitzig. Beim Restart mit noch 18 Runden zu fahren ging noch alles gut. Doch nur eine Runde später brach am Ende der Gegengeraden das Chaos los, das in einer Massenkarambolage mit 16 Autos in Turn 3 endete.

Auslösendes Moment für den Massencrash war, als der Front-Row-Ford von David Ragan mitten im Pulk von Martin Truex Jr. (Furniture-Row-Toyota) in den Stewart/Haas-Ford von Kurt Busch gedreht wurde. Was folgte war der unvermeidliche "Big One" und in diesen waren abgesehen vom bereits sicher für die nächste Playoff-Stufe qualifizierten Truex Jr. auch fünf weitere Playoff-Teilnehmer verwickelt: Kevin Harvick, Ricky Stenhouse, Kyle Busch, Matt Kenseth und Jimmie Johnson.

"Ich wollte in eine Lücke stoßen, die direkt vor mir geschlossen wurde", erklärt Truex Jr., um anzufügen: "Ich hasse es für alle Beteiligten und wünschte, ich hätte diesen Fehler nicht gemacht. Es war einfach eine Fehlentscheidung. Ich hätte geduldiger sein sollen."

Keselowski triumphiert nach Playoff-"Massaker"

Im Anschluss an eine längere Unterbrechung mit der Roten Flagge übernahm Chase Elliott beim Restart das Kommando, doch nur eine Runde später schepperte es erneut in Turn 3. Diesmal wurde es für das Ford-Trio Ryan Blaney, Joey Logano und Trevor Bayne zu eng. Neben diesen drei Fahrern wurden in den "Small One" auch Kevin Harvick (erneut) sowie der zu Beginn von Stage 3 ganz kurz in Führung gelegene Teilzeitstarter Brendan Gaughan (Beard-Chevrolet) verwickelt. Es kam erneut für einige Minuten die Rote Flagge heraus.

Der vorletzte Restart ging mit acht verbleibenden Runden über die Bühne. Der bis dahin komplett unauffällig gebliebene Kyle Larson (Ganassi-Chevrolet) übernahm die Führung und duellierte sich anschließend mit Rookie Daniel Suarez (Gibbs-Toyota) um diese. Sechs Runden vor Schluss versuchte Chase Elliott vor Turn 3 in eine Lücke zwischen Larson und Suarez zu stoßen und seinerseits die Führung zu übernehmen. Die Nummer ging schief. Elliott erwischte den von der Außenbahn in die Mitte ziehenden Suarez und drehte dessen Gibbs-Toyota in den Ganassi-Chevy von Larson.

"Es gab da ganz klar eine Lücke. Kyle, der unten fuhr, ließ mir genug Luft. Aber ich glaube, Daniel hat mich einfach nicht rechtzeitig gesehen", so die Erklärung von Elliott, für den das Rennen ebenso wie für Suarez an Ort und Stelle beendet war. Derweil schaffte es Larson mit arg verbeultem Auto noch irgendwie an die Box. Dort wurde das Auto innerhalb der 5-Minuten-Regel notdürftig repariert. Am Ende wurde es Larson noch der wichtige 13. Platz in der Führungsrunde.

Derweil ging der letzte Restart drei Runden vor Schluss mit Brad Keselowski und Dale Earnhardt Jr. auf der Innenbahn sowie Ryan Newman und Denny Hamlin auf der Außenbahn über die Bühne. Newman übernahm die Spitze und führte das Feld in die letzte Runde. In dieser setzte Keselowski auf der Außenbahn von Turn 3 den finalen Angriff. Der Penske-Pilot hatte nun Teamkollege Joey Logano im Nacken. So konnte Keselowski sowohl seinen Kollegen als auch Newman hinter sich lassen und fuhr zum Sieg und damit der Lösung des Tickets für die "Round of 8".

Playoff-Spannung: Noch eine Chance auf "Round of 8"

In Reihen der Playoff-Piloten haben beim sprichwörtlichen "Massaker" der Titelkandidaten Jamie McMurray durch den Crash in Stage 1, Kevin Harvick, Ricky Stenhouse, Kyle Busch und Jimmie Johnson durch die Verwicklung in den "Big One" sowie Chase Elliott durch die Verwicklung in den letzten Crash herbe Rückschläge erlitten.

Das letzte Rennen der "Round of 12" in den Playoffs steigt am kommenden Wochenende auf dem Kansas Speedway in Kansas City. Dort entscheidet sich, welche vier Fahrer ihren Traum vom NASCAR-Titel 2017 endgültig begraben müssen. Nach aktuellem Stand der Dinge wären es Kyle Busch, Matt Kenseth, Ricky Stenhouse und Jamie McMurray, die sich aus dem Titelkampf verabschieden müssten. Eine letzte Chance, den Einzug in die "Round of 8" doch noch zu schaffen, haben sie aber noch.

Artikeloptionen
Artikel bewerten