NASCAR Playoff-Vorschau 2017: Die Regeln

14. September 2017 - 17:01 Uhr

Vom 17. September bis zum 19. November wird in den Playoffs der NASCAR-Champion 2017 ermittelt - Wir stellen die neuen Regeln im Detail vor

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Mit dem neuen NASCAR-Titelsponsor Monster Energy gibt es neue Playoff-Regeln
© NASCAR

(Motorsport-Total.com) - Das Playoff-System der NASCAR (von 2004 bis 2016 als Chase bekannt) hat für die Saison 2017 wieder einmal ein paar Neuerungen erfahren. Geblieben ist das seit 2014 angewandte Verfahren mit mehrstufiger Eliminierung. Der Kreis der Titelkandidaten wird somit auch in diesem Jahr von anfangs 16 über zwölf und acht bis hin zu vier Fahrern sukzessive kleiner.

Geblieben ist auch, dass ein Sieg in einer der ersten drei Playoff-Stufen (Round of 16, Round of 12 oder Round of 8) automatisch den Einzug in die jeweils nächste Playoff-Stufe bedeutet. Was die Punkte betrifft, gibt es aber Neuerungen.

So verfallen die für diese Saison neuen Playoff-Punkte, die sowohl während der Regular-Season als auch während der ersten drei Playoff-Stufen angesammelt wurden, erst in der letzten Playoff-Stufe: der "Championship 4" mit dann nur noch vier Teilnehmern im finalen Kampf um den Titel.

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Nachfolgend die Playoff-Regeln 2017 im Detail:

Round of 16

Stufe eins der Playoffs ist die "Round of 16". Diese umfasst die Rennen auf dem Chicagoland Speedway (17. September), auf dem New Hampshire Motor Speedway (24. September) und auf dem Dover International Speedway (1. Oktober). Als Ausgangssituation vor diesen drei Rennen haben die 16 Playoff-Teilnehmer jeweils 2000 Punkte auf dem Konto. Hinzu kommen die im Verlauf der Regular-Season eingefahrenen Playoff-Punkte für Rennsiege (jeweils fünf Punkte) und Stage-Siege (jeweils ein Punkt) sowie weitere Playoff-Punkte für die Top 10 der Gesamtwertung bei Ende der Regular-Season.

Daraus ergibt sich die aktuelle Ausgangslage: Martin Truex jun. 2053 Punkte; Kyle Larson 2033 Punkte; Kyle Busch 2029 Punkte; Brad Keselowski 2019 Punkte; Jimmie Johnson 2017 Punkte; Kevin Harvick 2015 Punkte; Denny Hamlin 2013 Punkte; Ricky Stenhouse jun. 2010 Punkte; Ryan Blaney 2008 Punkte; Chase Elliott 2006 Punkte; Ryan Newman, Kurt Busch, Kasey Kahne, Austin Dillon und Matt Kenseth je 2005 Punkte; Jamie McMurray 2003 Punkte.

Die Gesamtwertung nach den drei Rennen der "Round of 16" wird für den ersten Schritt der Eliminierung herangezogen. Den Rennsiegern der "Round of 16" ist das Erreichen der nächsten Playoff-Stufe sicher. Die übrigen Teilnehmer werden über die Punkte in der Gesamtwertung ermittelt. Die vier Fahrer auf den hinteren Rängen des Playoff-Feldes (Gesamtrang 13 bis 16) fallen für die zweite Playoff-Stufe aus dem Titelkampf heraus.

Round of 12

Die "Round of 12" ist Stufe zwei der Playoffs. Sie umfasst die Rennen auf dem Charlotte Motor Speedway (8. Oktober), auf dem Talladega Superspeedway (15. Oktober) und auf dem Kansas Speedway (22. Oktober). Als Ausgangssituation vor diesen drei Rennen haben die nun nur noch zwölf Playoff-Teilnehmer jeweils 3000 Punkte auf dem Konto. Die Playoff-Punkte aus der Regular-Season und der "Round of 16" werden mitgenommen.

Weiter geht es wie gehabt: Die Gesamtwertung nach den drei Rennen der "Round of 12" wird für den zweiten Schritt der Eliminierung herangezogen. Wieder garantiert ein Sieg das Erreichen der nächsten Playoff-Stufe. Allerdings muss dieser Sieg in der "Round of 12" zustande gekommen sein.

Ein zuvor in der "Round of 16" eingefahrener Sieg garantiert nicht das Weiterkommen, da das Siegkonto beim Übergang von einer Playoff-Stufe zur nächsten im Gegensatz zu den Playoff-Punkten jeweils "auf Null gestellt" wird. Anderenfalls hätte ja der Sieger des Playoffs-Auftakts auf dem Chicagoland Speedway von vornherein seinen Platz in der "Championship 4" in Homestead sicher.

Während die Rennsieger der "Round of 12" sicher die nächste Playoff-Stufe erreichen, werden die weiteren Teilnehmer wieder über die Gesamtwertung aufgefüllt. Im Gegenzug fallen wieder die Fahrer auf den vier hinteren Rängen des Playoff-Feldes (Gesamtrang neun bis zwölf) heraus.

Round of 8

Die "Round of 8" ist Stufe drei der Playoffs. Sie umfasst die Rennen auf dem Martinsville Speedway (29. Oktober), auf dem Texas Motor Speedway (5. November) und auf dem Phoenix Raceway (12. November). Als Ausgangssituation vor diesen drei Rennen haben die nun nur noch acht Playoff-Teilnehmer jeweils 4000 Punkte auf dem Konto. Hinzu kommen die Playoff-Punkte aus der Regular-Season, der "Round of 16" und der "Round of 12".

Die Gesamtwertung nach den drei Rennen der "Round of 8" wird herangezogen, um den letzten Schritt der Eliminierung einzuleiten. Ein letztes Mal fallen die Fahrer auf den vier hinteren Rängen des Playoff-Feldes (Gesamtrang fünf bis acht) für die nächste Playoff-Stufe heraus.

Wie schon in der "Round of 16" und in der "Round of 12", so gilt auch hier: Siege haben mehr Gewicht als Punkte, allerdings nur dann, wenn diese Siege tatsächlich in der "Round of 8" eingefahren wurden. In der "Round of 16" oder der "Round of 12" erzielte Siege sind keine Garantie für das Erreichen der letzten Playoff-Stufe.

Championship 4

Die letzte Stufe der Playoffs ist die "Championship 4". Sie umfasst nur ein einziges Rennen, das Ford EcoBoost 400 auf dem Homestead-Miami Speedway am 19. November. Als Ausgangssituation für dieses alles entscheidende Rennen treten die 4 verbliebenen Playoff-Teilnehmer punktgleich mit jeweils 5000 Punkten an.

Die im gesamten Saisonverlauf eingefahrenen Playoff-Punkte verfallen nun. Zudem gibt es für die vier Titelkandidaten in diesem entscheidenden Rennen auch keine Bonuspunkte für Top-10-Platzierungen in den ersten beiden Rennsegmenten (Stages).

Das bedeutet im Klartext, dass weiterhin der bei Rennende in Homestead bestplatzierte Fahrer in Reihen der vier Titeljäger der NASCAR-Champion ist. Dafür reicht im ungünstigsten Fall ein 37. Platz im Rennen, sofern die anderen 3 verbliebenen Playoff-Teilnehmer auf den Plätzen 38, 39 und 40 ankommen...

Die Erfahrung der Jahre 2014, 2015 und 2016 hat aber gezeigt, dass die vier finalen Playoff-Teilnehmer in der Regel um den Homestead-Sieg mitfahren und dieser Sieg beinahe notwendig ist, um sich den Titel tatsächlich zu sichern. 2014 siegte Kevin Harvick und wurde somit erstmals Champion. 2015 triumphierte Kyle Busch und errang damit erstmals in seiner Karriere den Titel in der NASCAR-Topliga. 2016 war es Jimmie Johnson, der sich mit seinem ersten Homestead-Sieg zum siebten Mal zum Champion krönte.

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