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NASCAR 2017: So schaffte es Gibbs zurück an die Spitze

06. September 2017 - 11:53 Uhr

Joe Gibbs hatte in der aktuellen Saison zu Beginn mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, dann kam die Wiederauferstehung - Doch woran lag es?

Denny Hamlin
Plötzlich siegen sie wieder: Haben die Joe-Gibbs-Toyotas monatelang nur geblufft?
© LAT

(Motorsport-Total.com) - In der vergangenen Saison verbuchten alle Joe-Gibbs-Piloten bis zum Juni mindestens einen Sieg auf ihre Konten. In Homestead standen mit Kyle Busch und Carl Edwards gleich zwei Toyota-Piloten im Finale der letztjährigen NASCAR-Saison. Damals musste sich Gibbs jedoch Chevrolet-Pilot Jimmie Johnson geschlagen geben, der sich seinen siebten Titel sicherte. 2017 lief es für Toyota bis zur Saisonhalbzeit alles andere als optimal: Martin Truex jun. war der einzige Camry-Fahrer, der es schaffte, zu gewinnen.

Hatte Gibbs mit Problemen zu kämpfen oder hatte der überraschende Rücktritt von Carl Edwards einen Einfluss auf die Leistung der Toyotas? Vielleicht hat sich der Rennstall aber auch einzig auf die diesjährigen Playoffs konzentriert und nur das nötigste geleistet, um die Chance auf den Titel zu wahren. Sollte dies der Fall sein, könnten Ford und Chevrolet in den zehn Playoff-Rennen große Schwierigkeiten bekommen, mit Toyota mitzuhalten.

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Mike Wheeler, der Crewchief von Denny Hamlin, holte am vergangenen Sonntag in Darlington seinen 2. Saisonsieg im Jahr 2017. Er sprach davon, dass bei Joe Gibbs Racing hart gearbeitet und geniale Ideen umgesetzt wurden, um wieder in die Spur zurückzufinden.

Er sagt im 'SiriusXM NASCAR Radio': "Es ist lustig, denn zur Saisonhalbzeit haben sich alle gefragt, warum die Startnummer 11 keine Rennen gewinnt und nicht vorne mitfährt. Ich habe mir die Statistiken angeschaut und gesehen, dass wir in allen Rennen der vergangenen zwei Monate, mit nur zwei Ausnahmen, konstant in den Top 5 unterwegs waren. In Indianapolis wurden wir in einen Unfall verwickelt und in Michigan hatten wir ein technisches Problem."

Nachdem die zwei Saisonhälfte am New Hampshire Motor Speedway eingeläutet wurde, siegte Gibbs in vier von sieben Rennen. Truex jun., der regelmäßig gewann und sich so den Titel in der regulären Saison sicherte, scheint das Memo übersehen zu haben, in dem es hieß, sich bis zu den Playoffs zurückzuhalten.

Ein Schritt nach dem anderen

Aus irgendwelchen Gründen hatte Gibbs aber Schwierigkeiten, mit Furniture Row mitzuhalten. Auch die fehlende Konstanz machte dem Team schwer zu schaffen. "Es lag nicht nur an einer Sache", fügt Wheeler hinzu. "Wenn ein Baseball-Spieler solche Probleme hat, versucht er auch nicht, Homeruns zu schlagen, sondern erst einmal den Ball zu treffen. So sind auch wir vorgegangen. Wir landeten auf den Plätzen sechs oder acht und konnten nicht mit den Toppiloten um den Sieg kämpfen."

"Zuerst mussten wir schneller werden, weshalb wir die Balance des Fahrzeugs optimiert haben. Wenn die Balance nicht stimmt, gewinnt man keine Rennen. Das Aerodynamikpaket wurde im Winter überarbeitet. Die Änderungen waren so groß, dass wir nicht wussten, wie sich das Auto im Vergleich zur vergangenen Saison auf der Strecke verhalten wird. Das mussten wir es erst einmal auf die harte Tour lernen. Nachdem wir das Fahrverhalten des Fahrzeugs verbessert hatten, haben wir mit Toyota und Joe Gibbs weiter an der Verbesserung des Autos gearbeitet. Auch Denny fühlte sich im Auto immer wohler und fand einige wichtige Dinge heraus, um bessere Leistungen abzuliefern."

Die Optimierung der Fahrzeuge ist für einen Rennstall ein niemals endender Prozess. Laut Wheeler wird das Team die Daten aus Darlington für das letzte reguläre Saisonrennen in Richmond nutzen. Für Hamlin stehen die Chancen gut, denn er siegte auf dieser Strecke in seiner Karriere bisher dreimal.

Der Wendepunkt

Der Sieg von Hamlin in New Hampshire markierte für Joe Gibbs Racing und für die Mannschaft rund um die Startnummer 11 den Wendepunkt in der aktuellen NASCAR-Saison. "Der Sieg bedeutete uns sehr viel, da auf uns viel Druck lastete", erklärte Wheeler. "Wir mussten gewinnen und so viele Punkte wie möglich holen. Wir hatten auf ein Top-5-Resultat gehofft. Wir wussten aber, dass ein kaputter Reifen oder ein Crash alles hätte zunichtemachen können."

"Um die verbliebenden Playoff-Plätze kämpfen viele Piloten, die in der Tabelle ganz nah bei einander liegen. Sollte jemand in Richmond gewinnen, der bisher keinen Sieg auf dem Konto hat, wird es sehr interessant werden. Für unser Team und Matt Kenseth in der Startnummer 20 wäre es am besten, das Rennen einfach zu gewinnen. Solange kein noch nicht für die Playoffs qualifizierter Fahrer auf Platz eins landet, ist Matt auch ohne einen Sieg in den Playoffs. Wir hätten jedoch gerne die zusätzlichen fünf Bonuspunkte, die er durch einen Sieg bekommen würde."

"Darüber zu sprechen, ist sehr einfach. Wir müssen aber sichergehen, mit so vielen Punkten wie möglich in die Playoffs zu starten. Deshalb wollen wir uns die maximale Punkteausbeute sichern."

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