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IndyCar 2018: High-Downforce-Kit ebenfalls präsentiert

02. August 2017 - 15:03 Uhr

Eine Woche nach den Testfahrten im Superspeedway-Trimm hat IndyCar auch das Paket mit viel Abtrieb in ChampCar-Optik präsentiert - Fahrer begeistert

Oriol Servia, Juan Pablo Montoya
Das neue Aero-Kit mit viel Abtrieb legte einen gelungenen Start hin
© IndyCar

(Motorsport-Total.com) - Oriol Servia und Juan Pablo Montoya sind wieder im Dienst: Eine Woche nach den Testfahrten in Indianapolis wurde auf dem Mid-Ohio Sports Car Course am Dienstag erstmals das High-Downforce-Kit der universellen IndyCar-Aerodynamik für 2018 getestet. Wie schon beim Paket mit wenig Abtrieb orientiert sich auch die Lösung für Straßen- und Rundkurse sowie Kurzovale an der Optik der ChampCar-Boliden und bricht ganz bewusst mit der IRL, aus der die heutige IndyCar-Serie hervorgegangen ist.

Oberstes Ziel beim neuen Kit des weiterhin genutzten Dallara IR-12 war in erster Linie die neue Optik - ein revolutionärer Ansatz, der für die Zukunft Schule machen könnte. Ein zweites Ziel war die deutliche Reduktion des Abtriebs. Das neue Kit produziert 30 Prozent weniger Anpressdruck als die derzeitigen Performance-orientierten Aerodynamiken von HPD und Chevrolet. Außerdem wird mehr Abtrieb über den Unterboden erzielt, weshalb es erstmals in der IndyCar-Serie einen Diffusor geben wird. Damit sollen die Fahrzeuge für das "Dirty Air"-Phänomen weniger anfällig sein und besseres Racing ermöglichen.

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Die Testfahrten begannen pünktlich um 8:30 Uhr mit Funktionstests, gefolgt von mehreren Shortruns. Gegen Ende des Vormittag waren auch die ersten Longruns drin. Am Nachmittag wurde ein Rennen simuliert, das Ende des Tages stand im Zeichen von Zweikampf-Simulationen.

Von voll zu "Oh mein Gott!"

Montoya, der einen Penske-Chevrolet steuerte, zeigt sich begeistert vom neuen, deutlich anspruchsvolleren Fahrverhalten: "Das fühlt sich gut an - ganz anders als mit dem jetzigen Aerokit. Das neue Fahrzeug verzeiht etwas mehr, aber weil es weniger Abtrieb hat, rutscht es mehr. Und das, denke ich, ist gut. Was man normalerweise als gegeben betrachten konnte, wird mit diesem Auto zu einem 'Oh mein Gott!' Zum Beispiel in Kurve 9, da drehen die Reifen durch und man fährt quer über die Kuppe. Selbst der Ausgang der letzten Kurve ist richtig heikel."

IndyCar 2018: High-Downforce-Kit

Ohio, USA


01.08.2017
Foto 1 von 66
Oriol Servia
Oriol Servia

Der Kolumbianer verweist auf die aktuelle Generation der Boliden, die für ihn zu sehr wie auf Schienen fahren. "Man sieht im Fernsehen keinen Unterschied zwischen dem, was der Erste tut und dem, was der 15. macht", klagt er. "Ich denke, man wird künftig viel mehr Lenkradbewegungen sehen. Die Fahrzeuge geraten viel schneller aus dem Gleichgewicht." Und genauso soll es sein: "Wenn man ein Auto richtig am Limit bewegt, dann müssen die Leute sehen, dass man wirklich mit dem Fahrzeug kämpft." Und dieses Ziel wurde wohl erreicht.

Auch Oriol Servia, der die alten CART-Geschosse noch kennt, zeigt sich von seinem Schmidt-Peterson-Honda angetan: "Ehrlich, das ist großartig! Ich sage das nicht bloß, weil wir das sagen sollen. Es ist wirklich viel besser als das diesjährige Fahrzeug." Er erinnert sich an seinen Einsatz in Detroit mit der aktuellen Fahrzeuggeneration zurück: "Selbst dort, wo die Geschwindigkeiten eher niedrig sind, konnte man nicht an den Vordermann heranfahren, weil man sofort Abtrieb verloren hat. Hier allerdings hat man noch Anpressdruck gefunden und es war sehr ausbalanciert."

Als hätte der Motor 50 PS mehr...

Ein netter Nebeneffekt des Aerokits mit weniger Abtrieb: Die Fahrzeuge werden auf der Geraden schneller. "Man spürt die Leistung definitiv mehr", strahlt Routinier Servia. Eine inoffizielle Topspeed-Messung ergab 298 km/h, deutlich mehr als die 289 km/h von Simon Pagenaud im Rennen, die darüber hinaus mit Push-to-Pass erreicht worden sein dürften. "Es erinnert mich ein wenig an mein Rookie-Jahr 2000, als das Fahrzeug nicht nur aus der Kurve stürmte, sondern immer weiter beschleunigte, auch im vierten, fünften, sechsten Gang. Das macht Spaß!", grinst der 43-Jährige.

Andererseits sind in den Kurven mehr Kompromisse gefordert, doch genau das stellt den Fahrer in den Vordergrund: "Beispielsweise bin ich ziemlich sicher, dass Kurve 1 am Wochenende voll ging. Mit diesem Auto ist das nicht drin. Man muss vom Gas gehen, leicht die Bremse antippen und kann sich trotzdem nicht sicher sein, dass man es packt. Es ist eine viel größere Herausforderung."

Natürlich ist noch nicht alles ganz perfekt. Montoya hätte da - wenig überraschend - noch einen Wunsch: "Der nächste Schritt wäre, noch ein bisschen mehr Leistung einzuführen. Aber man spürt es jetzt schon mit weniger Abtrieb ein bisschen mehr. Mit den bisherigen Autos ist das Gaspedal wie ein Schalter mit zwei Stellungen. Mit dem neuen gerät man leichter in Schwierigkeiten."

Trotz des geringen Abtriebs dürften die Zeiten nicht signifikant langsamer werden. Inoffiziellen Messungen zufolge soll Juan Pablo Montoya schneller gewesen sein als die schnellste Runde des IndyCar-Rennens am Sonntag an selber Stelle. Die IndyCar-Testfahrten werden am 10. August mit Testfahrten auf dem Kurzoval von Iowa fortgesetzt.

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