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Bald mehr Autos? IndyCar spricht mit vier Interessenten

12. Juli 2017 - 10:49 Uhr

IndyCar droht 2018 der mögliche Verlust eines Penske-Fahrzeugs, doch der Wegfall könnte kompensiert werden - Vier Parteien zeigen an einem Einstieg Interesse

Will Power
21 Autos sind zu wenig: IndyCar verhandelt mit neuen Interessenten
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Die Stimmung im IndyCar-Fahrerlager ist gut wie eh und je, doch an einer Front hapert es noch mit dem langsamen Wiederaufstieg der IndyCar-Serie: Mit 21 Vollzeit-Fahrzeugen ist das Feld klein wie noch nie seit dem Zusammenschluss aus ChampCar und IRL im Jahre 2008. Zahlreiche Teams sind in den vergangenen Jahren verschwunden oder wurden verschmolzen. Nur durch die Aufstockung auf vier Fahrzeuge bei den großen Teams ist ein Feld von über 20 Fahrzeugen momentan garantiert.

Doch IndyCar hofft, im Zuge des 2015 begonnenen, langsamen Aufstiegs der Serie auch das Starterfeld wieder aufzufüllen. Fast im Wochenrhythmus treffen sich IndyCar-Rennchef Jay Frye und vier potenzielle Interessenten an einem Vollzeitprogramm: Die vom Indianapolis 500 bereits bekannten Teams Juncos und Harding Racing, Dauerinteressent Carlin und Steinbrenner Racing. Alle vier Teams sind bei den Indy Lights vertreten, Steinbrenner in Kooperation mit Andretti Autosport.

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"Es ist schon lange her, dass wir ein solches Potenzial für neue Teams hatten wie zum jetzigen Zeitpunkt", sagt Frye selbstbewusst gegenüber 'Autoweek'. Er genießt im IndyCar-Fahrerlager großes Ansehen, da er sich stark um die Belange der Teams kümmert. Natürlich weiß der ehemalige NASCAR-Teambesitzer selbst, dass es unwahrscheinlich ist, kommende Saison acht zusätzliche Autos in der Startaufstellung zu sehen. "Aber wann hatten wir zuletzt ein solches Potenzial?", fragt Frye rhetorisch.

Natürlich geht es um einen Balanceakt: Die Indy Lights sind mit Starterfeldern von zwölf bis 15 Autos pro Rennen schon jetzt unter der kritischen Grenze für ein vernünftiges Autorennen. Ein Einstieg eines Teams in die IndyCar-Serie darf also nicht zulasten der Nachwuchsserie gehen. Zudem muss die Serie womöglich den Wegfall eines Penske-Boliden verkraften: Helio Castroneves soll ins neue Sportwagen-Programm von Penske gehen. Doch mit dem Iowa-Sieg hat dieser den Plan sogleich mit sportlicher Leistung hinterfragt.

IndyCar-Teamverluste seit 2008

Seit dem Zusammenschluss aus CART und IRL sind IndyCar zwölf Teams abhanden gekommen - Eine Übersicht


17.02.2017
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2008 - Pacific Coast Motorsports (2003-2008): Das erste Opfer nach dem Zusammenschluss war  das Team von Tyler Tadevic. Nachdem es 2007 in der Champ-Car-Serie debütierte, nahm es 2008 in der neuen IndyCar-Serie nur noch an einigen Rennen teil, weil Ersatzteile fehlten. Nachdem ein Zusammenschluss mit Rubicon nicht zustande kam, war Ende.
2008 - Pacific Coast Motorsports (2003-2008): Das erste Opfer nach dem Zusammenschluss war das Team von Tyler Tadevic. Nachdem es 2007 in der Champ-Car-Serie debütierte, nahm es 2008 in der neuen IndyCar-Serie nur noch an einigen Rennen teil, weil Ersatzteile fehlten. Nachdem ein Zusammenschluss mit Rubicon nicht zustande kam, war Ende.

IndyCar versucht derzeit, einen Business-Plan für die 2020er-Jahre aufzustellen. Nach beinahe einer Dekade des Stillstands seit der Wiedervereinigung wähnt sich die Szene mittlerweile im Aufwind. Ein großer Name fällt als Teil der längerfristigen Planungen immer wieder. "McLaren ist Teil unserer Gespräche, aber mit jenen vier Teams reden wir jede Woche" bestätigt Frye. Zak Brown hat ein Interesse daran, die Rennaktivtäten von McLaren wieder breiter aufzustellen, hat in der Formel 1 allerdings zurzeit eine riesige Baustelle, die Priorität genießt.

IndyCar bemüht sich auch weiter um einen dritten Motorenlieferanten. Mit dem Wegfall der Hersteller-Aerokits wurde die Einstiegshürde gesenkt. Ob ein solcher Lieferant allerdings noch einen 2,2-Liter-Turbomotor bauen wird (neben der V6-Konfiguration wären theoretisch auch vier Zylinder möglich), ist fraglich. "Wir haben einen Plan und diesen legen wir dar", bekräftigt Jay Frye. "Aber wenn wir heute einen Vertrag mit einem Hersteller abschließen, würde es noch drei bis vier Jahre dauern, bis man ihn auf der Strecke sieht."

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