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IndyCar: Diese drei Teams könnten KV-Wegfall kompensieren

17. März 2017 - 16:12 Uhr

Nach dem Ende von KV Racing Technology braucht IndyCar dringend neue Teams - Drei Kandidaten wollen rein - Wer nimmt die hohe Einstiegshürde?

Sebastien Bourdais
Das KV-Team wird im IndyCar-Fahrerlager schmerzlich vermisst
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Das IndyCar-Fahrerlager in St. Petersburg fiel eine Nummer kleiner aus als in den vergangenen Jahren. KV Racing Technology fehlt vielen im Paddock. Die traurige Statistik, dass seit dem Zusammenschluss aus CART und IRL jedes Jahr mindestens ein Team verloren gegangen oder mit einem anderen verschmolzen ist, bleibt somit erhalten. Mit nur noch 8,5 Teams (Herta als halbes Team gezählt) und 21 Autos startete IndyCar mit dem dünnste Starterfeld seit der Wiedervereinigung.

Die IndyCar-Serie braucht dringend neue Teams. Die gute Nachricht: Es ist nicht alles hoffnungslos. Die schlechte: Kurzfristig wird kein Team mehr dazukommen. Derzeit gibt es drei Kandidaten, die in Frage kämen, in Zukunft in den IndyCar-Sport auch jenseits des Indy 500 einzusteigen. Dabei handelt es sich um das Indy-Lights-Team Juncos, ein Unterfangen des ehemaligen Teammanagers Larry Curry und Gabby Chaves sowie das aus vielen Nachwuchsserien bekannte Team Carlin.

Juncos mit großen Plänen

Am wahrscheinlichsten gilt derzeit ein baldiger Vollzeit-Einstieg des Teams von Ricardo Juncos. Der Argentinier hat nicht nur das Equipment von KV gekauft, sondern auch eine Teilnahme am Indianapolis 500 2017 angekündigt. Dazu ist die Mannschaft, die unter anderem mit Conor Daly und Spencer Pigot in den IndyCar-Nachwuchsklassen Titel gefeiert hat, in die unmittelbare Nähe des Indianapolis Motor Speedway gezogen. Er verfügt über zwei einsatzbereite Fahrzeuge. Da der Dallara DW12 auch mit dem neuen Aerokit ab 2018 weiterhin die Basis stellen wird, hätte man bereits ein einsatzfähiges Fahrzeug plus Ersatzchassis.

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"Das ist ein Traum, der wahr wird", schwärmt Ricardo Juncos und dankt Kevin Kalkhoven für dessen große Hilfe beim Transfer des Equipments. Der Argentinier ist ein Selfmade-Mann: 2002 zog er nach der argentinischen Staatspleite in die Vereinigten Staaten von Amerika mit nichts außer 400 Dollar Schulden. Er arbeitete sich vom Mechaniker bei einem Kart-Team zum Teambesitzer eines Rennstalls hoch, der beim prestigeträchtigsten Rennen des amerikanischen Kontinents teilnimmt. Ein Vollzeit-Einstieg erfordert allerdings eine Investition in Millionenhöhe. Daher ist ein Teilzeitengagement 2018 und ein vollwertiger Einstieg 2019 realistischer.

Carlin mauert

Noch vor wenigen Monaten galt nicht Juncos, sondern Carlin als aussichtsreichstes Team, KV zu übernehmen. Doch an einem Punkt im Winter müssen die Verhandlungen an einem toten Punkt steckengeblieben sein. Seitdem herrscht seitens des Teams von Trevor Carlin, das 2017 weiterhin in der Indy-Lights-Serie an den Start geht, Funkstille. Auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' an den Formelserien-Gigant hieß es, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben gemacht werden könnten, ob überhaupt noch Interesse an der IndyCar-Serie bestünde.

Eine theoretische Möglichkeit würde sich über Michail Aljoschin ergeben. Der Russe hatte 2010 mit Carlin die Formel Renault 3.5 World Series gewonnen und hat einen dicken Rucksack Rubel im Gepäck. Allerdings stellte Carlin in der Vergangenheit immer die Bedingung, mit einem vorhandenen IndyCar-Team gemeinsame Sache machen zu wollen. KV ist damit eine verpasste Gelegenheit.

Was plant Larry Curry?

Ein drittes Projekt dreht sich ganz um den ehemaligen Teammanager Larry Curry und Gabby Chaves, den Rookie of the Year 2015 der IndyCar-Serie. Informationen von 'Racer' zufolge soll Curry derzeit ein eigenes Team formieren, das aus den Hallen von Dreyer & Reinbold aus operieren soll. Zunächst steht auch hier ein Start beim Indianapolis 500 2017 im Vordergrund. Ob sich daraus mehr und vielleicht sogar eine Rückkehr in Vollzeit von Dreyer & Reinbold ergibt, lässt sich angesichts der dünnen Faktenlage aktuell nicht abschätzen.

IndyCar-Teamverluste seit 2008

Seit dem Zusammenschluss aus CART und IRL sind IndyCar zwölf Teams abhanden gekommen - Eine Übersicht


17.02.2017
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2008 - Pacific Coast Motorsports (2003-2008): Das erste Opfer nach dem Zusammenschluss war  das Team von Tyler Tadevic. Nachdem es 2007 in der Champ-Car-Serie debütierte, nahm es 2008 in der neuen IndyCar-Serie nur noch an einigen Rennen teil, weil Ersatzteile fehlten. Nachdem ein Zusammenschluss mit Rubicon nicht zustande kam, war Ende.
2008 - Pacific Coast Motorsports (2003-2008): Das erste Opfer nach dem Zusammenschluss war das Team von Tyler Tadevic. Nachdem es 2007 in der Champ-Car-Serie debütierte, nahm es 2008 in der neuen IndyCar-Serie nur noch an einigen Rennen teil, weil Ersatzteile fehlten. Nachdem ein Zusammenschluss mit Rubicon nicht zustande kam, war Ende.

Auch gehört Larry Curry zu den zwielichtigeren Gestalten im IndyCar-Fahrerlager. Nach einer äußerst erfolgreichen Zeit im Menard-Team - er verhalf Tony Stewart zur IRL-Meisterschaft 1996/97 - musste er eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten absitzen, weil er John Menard um rund eine Million US-Dollar betrogen hatte. Ein Neuanfang bei Vision Racing endete 2008 in seiner Entlassung, nachdem er illegale Autos in Homestead an den Start bringen wollte. Danach stieß er zu Dreyer & Reinbold, wo Erfolge allerdings ausblieben. Zuletzt managte er das ebenfalls recht erfolglose Lazier-Partners-Programm beim Indy 500 2016.

Kurzfristig wird sich kein Team finden können, um den Verlust von KV und anderen in jüngerer Vergangenheit verschwundener Rennställe zu kompensieren. Ob sich die Projekte materialisieren, hängt wie so oft von der Finanzierung ab. Und hier liegt das Problem: Die Einstiegshürden liegen enorm hoch mit einem relativ geringen Return of Investment - aller Aufbruchsstimmung im Fahrerlager zum Trotz. Selbst für ein Team wie Carlin, das in vielen Nachwuchsserien unterwegs ist, sind Budgets von rund fünf Millionen US-Dollar pro Auto und Jahr größer als alles, was er bislang gemacht hat.

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