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Zanardi schielt auf Daytona, Ganassi auf Zanardi

02. Januar 2013 - 14:00 Uhr

Die ChampCar-Legende kokettiert mit einem Start beim 24-Stunden-Klassiker und beim Indy 500 - Sein früherer Teamchef will die Rückkehr unbedingt ermöglichen

Alessandro Zanardi
Auch nach dem DTM-Rückschlag stehen Zanardi viele Türen offen
© BMW

(Motorsport-Total.com) - Die US-amerikanische Motorsport-Szene kennt in diesen Tagen kaum ein anderes Thema als die 24 Stunden von Daytona. Da macht auch ein alter Bekannter keine Ausnahme: Alex Zanardi. Wie bekannt ist, reizt den zweifachen ChampCar-Meister eine Rückkehr auf die Rennstrecke, nach dem gescheiterten DTM-Projekt mit BMW wohl auch jenseits des Atlantik. Auf den Langstrecken-Klassiker in Florida hat er bereits ein Auge geworfen und streckt ganz offenherzig die Fühler nach einem Drive aus.

Zanardi scheint Gefallen an der Idee gefunden zu haben: "In einem Team mit Freunden wäre das ein Spaß", überlegt der Mann aus Bologna im Gespräch mit der 'Gazzetta dello Sport'. Ein kurzfristiger Einsatz noch 2013 scheint jedoch nicht machbar. Gut drei Wochen vor den ersten Trainingssessions sind fast alle wichtigen Cockpits bezogen. Zeit, ein Auto für die speziellen Ansprüche Zanardis zu bauen, gäbe es ohnehin nicht mehr. Und das braucht eine Weile, wie das Beispiel BMW gezeigt hat.

Zanardi will ein "Einzelevent" bestreiten

Allerdings schließt der 46-Jährige auch einen Start bei den 500 Meilen von Indianapolis nicht aus. Entsprechende Gerüchte kursieren bereits seit geraumer Zeit. Genug Auswahl also für Zanardi, der weiter eine Beschäftigung sucht. "Es wäre die einfachste Option, mich wieder hinter das Steuer zu klemmen", erklärt er seine Pläne bis zu den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro, die er fest im Visier hat. "Ich hatte Angebote, in hochklassigen Serien wie der DTM oder der WTCC an den Start zu gehen."

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Einen Vollzeitjob bezeichnet der Familienvater, der nach eigener Aussage Freude an vielen Dingen im Alltag gefunden hat, allerdings nicht als erstrebenswert: "Eine volle Saison ist nicht das, was ich mir wirklich wünsche. Stattdessen wäre ein gut vorbereitetes Einzelevent die perfekte Herausforderung." Unter dieser Prämisse stehen die zwei US-Events hoch im Kurs. Und es gibt auch einen Mann, der offensichtlich gewillt ist, Zanardi seinen Wunsch zu erfüllen: Chip Ganassi.

Ganassi will Zanardi zurückholen

Der frühere Teamchef des Italieners gerät ins Schwärmen, wenn es um das so US-amerikanisch anmutende Comeback-Märchen geht. "Eine Persönlichkeit wie er und alles, was damit verbunden ist, ist der Traum eines jeden Teams", meint Ganassi gegenüber dem 'Telegraph' und spricht von mehr oder weniger konkreten Plänen, die er gemeinsam mit seinem früheren Weggefährten schmiedet. "Wir führen Gespräche mit ihm, aber wir müssen abwarten. Geredet wird viel", weiß Ganassi.

Zanardi hätte die freie Wahl, denn die Autos des Unternehmers aus Pittsburgh rollen sowohl in Daytona als auch in Indianapolis. "Ich würde es gerne durchziehen und will nicht sehen, dass er mit irgendjemand anderem zurückkehrt", macht Ganassi klar. Ob aus alter Verbundenheit oder einfach nur wegen der Tatsache, dass eine Rückkehr wohl auch in den USA ein Aufsehen erregendes Ereignis wäre, bleibt offen. Für Zanardi steht nur fest: "Ich werde das Handbiking nicht aufgeben, das ist wahre Liebe."

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