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Johnson stichelt - Keselowski denkt an Senna

16. November 2012 - 13:24 Uhr

Psychospiele: Während Jimmie Johnson seinen Gegner in eine mentale Verunsicherung treiben will, erinnert sich Brad Keselowski an Ayrton Senna

Brad Keselowski
Brad Keselowski will es am Sonntagabend wie Ayrton Senna machen
© NASCAR

(Motorsport-Total.com) - Zugegeben: Die Verbalschlacht von Homestead, die am Donnerstagabend traditionell das letzte NASCAR-Wochenende des Jahres eröffnet, lieferte in der Saison 2011 die besseren Sprüche. Dies lag vor allem am damaligen Herausforderer Tony Stewart, der Tabellenführer Carl Edwards mit diversen Schwingern in den Schatten stellte. Unvergessen bleibt dabei die wohl knackigste Aussage von "Smoke": "Für diesen Titel würde ich sogar meine eigene Mutter über den Haufen fahren."

Ein Jahr später ging es in Homestead beim Verbalduell zwischen Brad Keselowski (Penske-Dodge) und Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet) wesentlich subtiler zu. Für den 28-jährigen Shooting-Star wäre Rang 15 die Titelgarantie. Johnson wiederum, der am Sonntagabend 20 Meisterschaftspunkte aufholen muss, versuchte dem Tabellenführer ein ums andere Mal einzuimpfen, wie groß der Druck eines NASCAR-Finales sei.

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Zwei Beispiele: "Es ist nicht einfach, wenn man davon ausgeht, dass ein Top-15-Resultat so mir nichts, dir nichts zu holen ist", so Johnson. "Dieses Rennen hat eine immense Bedeutung und egal, wer du bist, irgendwann einmal werden diese Gedanken hoch kommen. Das ist ein Element, auf das ich vertrauen muss und wir werden ja sehen, wie sie darauf reagieren."

Johnson ein paar Minuten später: "Eine Sache, die ich gelernt habe: Egal, wie erfahren du im Titelkampf bist, irgendwann einmal trifft dich die schiere Bedeutung dieses Wettbewerbs. Vielleicht ist man die meiste Zeit ruhig, vielleicht sogar bis zu dem Moment, in dem man in sein Auto steigt. Aber irgendwann kommt das alles hoch und ich habe so etwas fünfmal erlebt. Das kann dann ein Wendepunkt sein und wir werden ja sehen, wie er darauf reagiert."

Keselowski als Senna-Fan

Keselowski, der angesichts seiner sagenhaften Konstanz im Chase 2012 immer betonte, das Homestead-Finale "wie jedes andere NASCAR-Rennen auch" angehen zu wollen, reagierte auf diese subtilen Störmanöver Johnsons gefasst: "Ich und alle Menschen, die mich umgeben, also sowohl in meinem professionellen, als auch in meinem privaten Leben, sind nicht dafür bekannt, bei solchen Gelegenheiten wackelig zu werden."

"Wir werden uns ganz darauf konzentrieren, unseren Job zu erledigen und versuchen, uns nicht um andere Dinge kümmern. Was das alles bedeutet oder wo die Hindernisse liegen. Es geht darum, uns ganz auf uns selbst zu fokussieren und dann werden die Dinge sich von ganz alleine regeln." Soll heißen: Der blaue Penske-Dodge mit der Startnummer 2 soll mit der gewohnten Aggressivität auftreten.

Keselowski zitierte dafür ein Beispiel aus der Formel 1, genauer gesagt aus dem Monaco-Rennen 1988. "Einer meine absoluten Lieblingsfilme ist die Dokumentation über Ayrton Senna. Da gibt es diese kraftvolle Szene, als er auch gegenüber seinem Teamkollegen mit identischem Material klar und deutlich in Führung lag und seine Box ihn bat, doch langsamer zu machen. Dann ist er gecrasht."

Keinesfalls ein Einbremsen also, kein Kalkulieren, keine Rechenspiele in der führenden Penske-Mannschaft. "Ich werde mein Spiel spielen und mein Rennen fahren", betont Keselowski. "Auf diese Art und Weise sind wir soweit gekommen und wenn wir das umsetzen können, dann werden wir gut dastehen. Genauso gehen wir unser Rennen an."

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