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Die persönliche Zwischenbilanz von Jeff Gordon

17. Juli 2008 - 15:42 Uhr

Jeff Gordon nahm zu vielen heißen NASCAR-Themen Stellung - das aktuelle Renngeschehen, den Titelkampf, die Wirtschaft, Mark Martin und die Fans

Jeff Gordon
Jeff Gordon nahm zu vielen wichtigen NASCAR-Themen Stellung
© NASCAR

(Motorsport-Total.com) - In seiner langjährigen NASCAR-Karriere hat Jeff Gordon schon viel gesehen, aber die Saison 2008 sticht für den vierfachen Sprint-Cup-Champion hervor. "In diesem Jahr liegt das Feld so eng zusammen, wie noch nie", versicherte der 36-Jährige, was angesichts der jüngsten Dominanz von Kyle Busch etwas überraschen mag.

Denn vor allem auf den Intermediate-Ovalen ist von Ausgeglichenheit bei weitem nicht viel zu bemerken. Gordons Begründung: "Im Prinzip fahren alle den gleichen Speed sobald die grüne Flagge fällt, und das macht das Überholen so schwer." Und das ist auch der Grund, warum die Rennaction im Sprint Cup ein wenig gelitten hat.

"Ich glaube, das ist auch der Eindruck den die NASCAR-Spitze um Brian France gewonnen hat und daher stimme ich ihnen bei ihrem Motto 'Zurück zu den Wurzeln' durchaus zu." Gibbs-Toyota und Roush-Ford - die Hendrick-Armada ist in diesem Bild derzeit nur die Nummer drei, was Jeff Gordon auch zugibt.

"Wir haben sicher nicht das Selbstvertrauen, das wir vor Jahresfrist hatten. Ich würde unsere Teams als solide bezeichnen. Wir sind etwas zurückgefallen." Gordon äußerte dieses jedoch ohne auch nur einen Hauch von Nervosität oder Unruhe zu verbreiten, denn er weiß, dass im Chase wieder alles offen ist.

Die Franchitti-Aktion war ein Weckruf

Dario Franchitti
Dario Franchittis Schicksal ist auch an Jeff Gordon nicht spurlos vorbei gegangen
© NASCAR

Dann wird Hendrick aller Wahrscheinlichkeit nach mit drei Chevrolets vertreten sei, denn neben Gordon - derzeit sicherer Gesamtsechster - befinden sich auch Jimmie Johnson (5.) und Neuzugang Dale Earnhardt Jr. (2.) stramm und sicher auf Playoffkurs.

Daher wird sich die Herangehensweise von Jeff Gordon in den kommenden Rennen nicht ändern. Die Strategie wird konservativ gewählt, für Experimente à la Kurt Busch in Loudon ist kein Platz. "Wenn du keine Chance mehr auf den Chase hast, oder sicher im Chase bist, dann kannst du so etwas machen. Wir müssen aber noch sehr vorsichtig sein, bevor wir solche Risiken eingehen."

Eines hat auch Jeff Gordon erkannt, wenn auch nicht am eigenen Leib. Er bezeichnete das Schicksal von Dario Franchitti und die Schließung des Ganassi-Teams als "Weckruf. Das zeigt, dass wir alle verwundbar sind. Ich hätte mir im Leben nicht gedacht, dass sie solche Sponsorprobleme bekommen - aber das dachte Chip Ganassi wahrscheinlich auch nicht."

Große Freude auf Mark Martin

Mark Martin
Auf die gemeinsame Saison mit Mark Martin freut sich Jeff Gordon besonders
© NASCAR

Umso glücklicher sieht Jeff Gordon seine sichere Lage mit DuPont du Hendrick: "Das ist eines der Dinge, die ich an Rick Hendrick so mag. Er ist ein toller Geschäftsmann, aber trotzdem bescheiden geblieben. Es gab Zeiten, da hätten wir DuPont gegen einen anderen Sponsor ausspielen können."

"Aber Rick sagte: 'Wir haben eine tolle Firma, die immer loyal war. Wir werden jetzt nicht gegen sie arbeiten und versuchen zu verhandeln. Wir schauen, dass alles für sie und auch für uns funktioniert'". Das Ergebnis war eine Vertragsverlängerung, die ohne viel Aufhebens umgesetzt wurde.

Auf einen Neuzugang freut sich Jeff Gordon in der kommenden Saison: "Ich liebe Mark Martin, er ist wahrscheinlich der aufregendste Fahrer mit dem ich je gefahren bin. Wenn ich an Leute denke, die in ihrem Leben mehrere Meisterschaften gewinnen sollten, dann ist er einer davon, denn verdient hätte er es ohne weiteres."

Auch Gordon will noch ein paar Jahre in der NASCAR fahren. "Unser Sport ist schon einzigartig, denn - vielleicht abgesehen von der NFL - gibt es hier bei den Fans solch eine Leidenschaft, solch ein Mitgehen und solch eine Offenheit, wie es nur in der NASCAR möglich ist. Ob die Fans einen nun mögen oder nicht."

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