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Viele Spekulationen um den IndyCar-Kalender

09. Juni 2008 - 15:39 Uhr

Eddie Gossage hat in Texas wieder eine Diskussion losgetreten, die sich mit dem zukünftigen Kalender der IndyCars beschäftigt - wer sind die Favoriten?

Start zum Indy 500 2008
Eines steht fest: Indianapolis ist sicherlich über jeden Zweifel erhaben
© IRL

(Motorsport-Total.com) - Eines ist ganz klar: Das sensibelste Thema für IndyCar-Chef Tony George und seine Führungscrew ist die Gestaltung des IndyCar-Kalenders 2009. Die Wiedervereinigung im Februar 2008 kam für alle Beteiligten viel zu kurzfristig, um am aktuellen Jahresplan noch viele Stellschrauben drehen zu können, doch in der kommenden Saison ist dies völlig anders.

Die Aufgabe von George und Co. ist es, Fahrern, Teams, Sponsoren und nicht zuletzt den Fans ein klares Signal zu geben, wie die mittelfristige Zukunft der IndyCars auszusehen hat. Dieses ist bei weitem kein leichtes Unterfangen, denn gefragt ist eine Balance aus gleich drei Streckentypen, die in den großen Zeiten der damaligen CART-Serie Anfang der 1990er Jahre so erfolgreich war.

Denn genau ein gelungener Mix aus Ovalen, Rundstrecken und Stadtkursen machte die CART-Serie für alle Beteiligten so attraktiv. In den Zeiten der Trennung entwickelte sich die IRL voll in Richtung Oval-Serie, was jedoch schon 2005 wieder aufgebrochen wurde. Die ChampCars hingegen verzichteten zuletzt komplett auf die Ovale, was sich auch nicht das Gelbe vom Ei entpuppte.

Eines ist vollkommen klar: Ohne Ovale geht es in den USA nicht. Eine reine Ovalserie wiederum bietet zu wenig Abgrenzung gegenüber dem Motorsport-Marktführer NASCAR. Doch wie genau sollte dieser Mix aussehen? Würde George das alte Erfolgskonzept der CART-Serie wieder aus der Schublade hervorholen, dann müsste mittelfristig wieder ein Drittel-Mix her.

Bei angenommenen 18 Saisonrennen summa summarum also sechs Ovale, sechs Rundstrecken und sechs Stadtkurse. Derzeit befinden sich aber mit Homestead, Motegi, Kansas, Indianapolis, Milwaukee, Texas, Iowa, Richmond, Nashville, Kentucky und Chicagoland gleich elf Ovale auf dem Kalender, was Eddie Gossage, den Präsidenten des Texas Motor Speedway zuletzt zu einer Brandrede pro Erhalt des Ovalschwerpunktes inspirierte.

Verhandlungen in Mexiko City

Robert Doornbos
Die ChampCars waren in Mexiko City schon einige Male zu Gast
© ChampCar Media

Dem gegenüber stehen - Surfers Paradise mit eingerechnet - fünf Stadtkurse (St. Petersburg, Long Beach, Detroit, Edmonton und Surfers Paradise), sowie mit Watkins Glen, Mid-Ohio und Sears Point nur drei Rundstecken. George und Co. flogen angeblich nach dem Texas-Rennen direkt weiter nach Mexiko, um dort über eine Austragung 2009 zu verhandeln. Auch der Andretti-Kurs in Toronto wird als heißer Kandidat für 2009 gehandelt.

Klar ist auch, dass angesichts dieses derzeitigen Ungleichgewichtes pro Ovale eine abrupte Änderung des Renngeschehens für 2009 nicht sofort umsetzbar erscheint, denn es existieren sicherlich noch mittelfristige Verträge mit einigen Rennpromotern. 'Speed.tv' will erfahren haben, dass für 2009 zumindest Homestead und Nashville auf der Kippe stehen sollen.

Als die sechs Ovale mit der stärksten Anziehungskraft könnten sich mittelfristig Indianapolis, Texas, Richmond, Iowa, Milwaukee und die Honda-Strecke im japanischen Motegi herauskristallisieren. Auch über eine Wiederaufnahme des zu CART-Zeiten so beliebten Phoenix wird eifrig spekuliert.

Mit Long Beach, St. Petersburg, Surfers Paradise, Edmonton und Toronto gibt es fünf klare Favoriten im Bereich der Stadtkurse, während die bestehenden Rundstrecken von Watkins Glen, Mid-Ohio und Sears Point durch Mexiko City, Elkhart Lake und idealerweise auch den Formel-1-Kurs von Montréal ergänzt werden könnten.

Das alles ist allerdings rein spekulativ und auch erst bis zur Saison 2011 wahrscheinlich, wenn die IndyCars zum einen das 100-jährige Bestehen der 500 Meilen von Indianapolis feiern, und zum anderen ein neues Auto kommt. Dann vielleicht auch mit mehr als nur einem Motorenhersteller.

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