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Kanaan: "Oriol kam als sehr eingebildeter Spanier daher"

24. Mai 2008 - 18:13 Uhr

Tony Kanaan beschreibt die ersten gemeinsamen Jahre mit seinem Freund Oriol Servia, als sich beide noch alles andere als grün waren

Oriol Servia
Der Helm von Oriol Servia - der Künstler Salvador Dali fährt immer mit
© IRL

(Motorsport-Total.com) - Oriol Servia und Tony Kanaan sind gute Freunde und starten am Sonntag gemeinsam in das Indy 500 der wiedervereinigten IndyCar-Serie. Das war nicht immer so. Durch Cristiano da Matta haben sich beide Fahrer kennen gelernt und fanden einander zunächst nicht besonders sympathisch.

Kanaan holte den jungen Spanier unter seine Fittiche und nahm ihn 1997 mit auf Straßenkurse, um ihm alles beizubringen, was er selber wusste. Beide teilten sich die Hotelzimmer und arbeiteten zusammen - und konnten nach einiger Zeit einander nicht ausstehen. Der Brasilianer hielt den jungen Servia für aufgeblasen und nichts deutete auf die tiefe Freundschaft hin, die heute zwischen den beiden besteht.

"Wir haben uns zu Beginn gehasst", lacht Kanaan heute darüber. "Oriol kam als ein sehr eingebildeter Spanier daher. Wir haben fast ein Jahr nicht ein Wort miteinander gesprochen, aber dann kamen wir uns dank Cristiano sehr nahe. Er durchlebte eine sehr schwere Zeit, weil er keinen Job fand und ich nahm ihn unter die Fittiche in dem Sinne von 'Komm mit zu meinen Rennen'."

So lernte Servia, was zu einem Champion dazugehört. Kanaan gewann die Indy-Lights-Krone. "Ich habe ihm immer gesagt, nie aufzugeben. Du musst dich auf jeder Strecke zeigen, selbst, wenn du nicht fährst. Ich weiß, das ist schwierig genug. Ich war auch mal in dieser Lage. Ich musste auch viele Rennen in diesen sauren Apfel beißen", erinnerte sich Kanaan an die gemeinsamen Tage.

Servias Helmdesign - Dali fährt immer mit

Servia ist an seinem Helmdesign stets leicht zu erkennen. Neben den spanischen Farben ziert auch ein Bildnis des großen und bekannten spanischen Künstler Salvador Dali den Kopfschutz des KV-Piloten. "Er und ich kommen aus der selben Gegend", so Servia über den Surrealisten. "Sein Dorf ist zehn Minuten entfernt."
"Mein ganzes Leben habe ich seine Arbeit vergöttert und hatte immer ein paar seiner Motive auf meinen Helmen. Jetzt habe ich sein Gesicht auf einer Seite des Helms, weil ich ihn mag und weil ein etwas verrücktes Gesicht hat. Es schaut recht cool aus. Es sieht so aus, als würde er aus dem Wagen schauen, um zu signalisieren, dass ich ok bin."

Viele Fahrer der heutigen Zeit wechseln das Helmdesign wie die sprichwörtliche Unterwäsche, doch davon hält Servia nichts: " Für einen Fahrer ist der Helm sein Gesicht für die Fans." Ins Indy 500 startet der Spanier von Platz 25 aus, es wird von dieser Position aus schwer, an seine guten Resultate aus der ChampCar-Zeit anzuknüpfen.

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