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Die "Danica-Regel" und ihre Folgen

24. Mai 2008 - 02:32 Uhr

Seit dieser Saison gibt es in der IndyCar-Serie eine Gewichtsregelung, um schwere Fahrer nicht mehr so zu benachteiligen wie früher

Danica Patrick
Wegen Fliegengewicht Danica Patrick wurde eine neue IRL-Regel eingeführt
© IRL

(Motorsport-Total.com) - In der IndyCar-Serie gibt es seit Anfang dieser Saison eine Vorschrift, die von den Amerikanern nur liebevoll "Danica-Regel" genannt wird. Dabei handelt es sich um eine Art Gewichtsausgleich, damit leichte Fahrer gegenüber den Schwergewichten nicht mehr ganz so krass im Vorteil sind, wie dies früher immer der Fall war.

Zum Hintergrund: In den meisten Rennserien ist es üblich, dass es ein einheitliches Mindestgewicht gibt. In der Formel 1 liegt dieses zum Beispiel bei 605 Kilogramm für Auto plus Fahrer, wobei die Autos tatsächlich viel leichter sind und das Defizit mit klug verteilten Ballastplatten aus Wolfram ausgeglichen wird. Unterm Strich haben damit alle gleiche Voraussetzungen. Das hat es in der IndyCar-Serie früher nicht gegeben.

"Danica-Regel" gibt es seit Saisonbeginn

Erst als die kleine und zierlich gebaute Danica Patrick (46 Kilogramm) mit ihren Erfolgen für Furore sorgte, kam die Konkurrenz auf die Idee, über eine Gewichtsregelung in der IndyCar-Serie nachzudenken. Gesagt, getan: Vor der Saison 2008 wurde eine Kompromisslösung erarbeitet, deren genauer Inhalt aber streng geheim ist. IRL-Manager Brian Barnhart will nämlich nicht, dass sich die Fahrer zum Beispiel zu Tode hungern, um dadurch einen Vorteil zu erhaschen.

Barnhart war eigentlich ein Gegner der Gewichtsregelung: "Wenn Shaquille O'Neal Basketball spielt, setzen sie den Korb ja auch nicht höher, nur weil er größer ist als alle anderen Spieler", sprach er sich kürzlich gegen die "Danica-Regel" aus. Aber Patrick selbst kümmert die Diskussion hinter den Kulissen eigentlich am allerwenigsten, denn obwohl ihr früherer Vorteil drastisch reduziert wurde, ist sie 2008 erfolgreicher als je zuvor.

"Natürlich bin ich enttäuscht darüber", sagte sie, "denn in anderen Sportarten gibt es so etwas auch nicht. Aber andererseits wird sich darum kein Mensch scheren, wenn es drauf ankommt." Und das wird am Sonntag beim Indy 500 der Fall sein - wo der Unterschied im Vergleich zu früher übrigens vernichtend gering ist: Auf den großen Ovalen gibt es ohnehin kaum Beschleunigungsphasen, also spielt das Gewicht dort keine große Rolle.

Feld in vier Gewichtsgruppen unterteilt

"Selbst mit der Gewichtsregelung wird Danica nicht langsamer werden."
Scott Roembke

Viel ist über die IRL-Gewichtsregelung nicht bekannt, aber man weiß, dass die Fahrer vor Saisonbeginn gewogen und in vier Gruppen unterteilt werden. Die schwerste Gruppe darf sogar Gewicht aus dem Auto rausnehmen, die zweite Gruppe bleibt unverändert, die dritte Gruppe bekommt ein paar Pfund zusätzlich ins Auto und die leichteste Gruppe muss noch mehr zuladen. Bei Patrick beträgt der Unterschied zu früher laut Andretti/Green-Auskunft ungefähr 15 Kilogramm.

Das mag auf Ovalen keine große Rolle spielen, aber auf den Rundkursen bedeuten 15 Kilogramm mehr einen Unterschied von bis zu einer halben Sekunde pro Runde, wie man aus der Formel 1 weiß. Etwas paradox auch: Durch die starre Einteilung in vier Gruppen muss zum Beispiel Ryan Briscoe ein um fast fünf Kilogramm schwereres Auto als Penske-Teamkollege Helio Castroneves fahren, obwohl er um nicht einmal ein Kilogramm leichter ist!

Patrick selbst, die den Stein erst ins Rollen gebracht hat, will sich mit diesem Thema gar nicht groß auseinandersetzen, und auch sonst glaubt die Szene nicht, dass die Gewichtsregelung signifikanten Einfluss nehmen wird: "Danica ist schnell, weil sie eine schnelle Fahrerin ist", erklärte Scott Roembke, Generaldirektor von Patricks früherem Team Rahal/Letterman. "Selbst mit der Gewichtsregelung wird sie nicht langsamer werden..."

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