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Das Indy 500 und der Unser-Clan
 
von Pete Fink 09. Mai 2008 - 12:31 Uhr
 
Mit neun Siegen sind die Unsers die mit Abstand erfolgreichste Indy-Familie - vielleicht kommt es bald zu einem Indy-Auftritt in der vierten Generation
 
Al Unser Al Unser Jr.
"Big Al" und Little Al" - die Unsers halten in Indianapolis viele Rekorde
Zoom © IRL
(Motorsport-Total.com) - Neben den großen Namen Andretti, Foyt, Rahal oder Mears ist die Geschichte des Indy 500 ohne eine Familie niemals komplett - die Unser-Dynastie. Jerry Unser ist der Urheber der Familie aus Albuquerque, New Mexiko, und die rennsportlichen Anfänge der Unsers gehen zurück bis in das Jahr 1928. Denn die Brüder Jerry, Louis und Joe Unser waren im Besitz eines Vertrages, der vorsah, zum Indy 500 anno 1929 ein Auto an den Start zu bringen.

Doch Joe verunglückte bei Testfahrten tödlich und das Vorhaben wurde abgeblasen. 1940 war es Louis Unser, der zum Training antrat, sich jedoch nicht qualifizieren konnte. Das erreichte 1958 schließlich Jerry Unser, der jedoch nur eine Runde weit kam, bevor er in einen Massencrash verwickelt wurde. Ein Jahr später verunglückte er im Training schwer, und erlag wenig später seinen Verletzungen.

 

Jerry Unser war auch der Vater von Al Unser, der in der Folge, neben A.J. Foyt und Rick Mears, einer von nur drei Piloten werden sollte, die das Indy 500 viermal gewinnen konnten. Al Unsers älterer Bruder Bobby siegte in Indianapolis dreimal, und der Sohn von "Big Al"- Al Unser Jr. - behielt zweimal die Oberhand. Neun Indy-Siege machen den Unser-Clan damit zur erfolgreichsten Familie in Indianapolis.

Selbst der frühe Tod des Vaters hinderte Al Unser nicht an seiner Rennsportkarriere: "So schlimm war das nicht", gab der mittlerweile 69-Jährige in Indianapolis zu Protokoll. "Jerry tat das, was er tun wollte. Er liebte das Leben und er liebte das Rennfahren. Natürlich bedeutete das einen herben Verlust, aber unsere Ambitionen hat das nicht beeinflusst."

Al Unser 1987 Siegerauto Penske
Al Unsers Siegerauto von 1987 - das Austellungsstück von Roger Penske
Zoom © IRL
Sage und schreibe 73mal trat bisher ein Mitglied aus der Unser-Dynastie in Indianapolis an, zusammengerechnet gewann die Familie seither über elf Millionen US-Dollar an Preisgeld. Als "Big Al" 1987 (nach 1970, 1971 und 1978) zum vierten und letzten Mal das Indy 500 gewann, war er bereits 48 Jahre alt - auch ein Rekord - und fuhr einen Penske-Boliden, der zuvor ein Ausstellungsstück in einem Hotel in Pennsylvania war.

Sein älterer Bruder Bobby war zu diesem Zeitpunkt nach seinen drei Triumphen (1968, 1975 und 1981) bereits zurückgetreten, also oblag es "Little Al" Unser Jr., die Familientradition fortzuführen. 1983 traten die beiden als erstes Vater-/Sohn-Duo in Indianapolis an, und Al Jr. gewann später in den Jahren 1992 und 1994.

46 Jahre alt ist Al Unser Jr. heute, und 2007 trat er zuletzt noch einmal an. Es war sein 19. Indy-Start und er wurde am Ende 26. "Ich hoffe immer noch, dass ich dies eines Tages noch einmal wiederholen kann", erklärte Al Unser Jr. in Indianapolis. "Ich bin noch zu jung, um das aufzugeben, und dafür liebe ich Indy auch zu sehr."

Al Unser Jr. Foyt 2007
2007: Al Unser Jr. wird in einem Dallara-Honda von A.J. Foyt 26.
Zoom © IRL
2008 arbeitet Al Jr. als Fahrercoach für die zahlreichen Indy-Rookies, doch die vierte Unser-Generation steht bereits in den Startlöchern. Al Unser III - 25 Jahre alt - fährt in der IndyLights-Serie, und vielleicht ergibt sich eines Tages die Möglichkeit, als Vater-Sohn-Gespann aufzutreten.

Das wäre nach Jerry, "Big Al" und "Little Al" dann die vierte Indy-Generation, schon wieder ein Rekord. "Aus irgendwelchen Gründen hat weder Onkel Bobby, noch mein Vater hier ein Auto besessen", bilanzierte Al Jr. "Ja, ich würde eines Tages gerne als Teamchef auftreten. Daran arbeite ich gerade."

Der Pilot wäre wohl gesetzt: "Ich würde dieses Rennen gerne zusammen mit meinem Sohn bestreiten, das ist meine Hauptmotivation in dieser Sache", erklärte der 46-Jährige - jedoch nicht ohne einen kleinen Zusatz: "Aber ein dritter Sieg wäre natürlich auch etwas feines."

 
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