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Bump-Day-Drama um Lazier und Dominguez

19. Mai 2008 - 00:14 Uhr

Der Bump-Day von Indianapolis lieferte einen echten Thriller - A.J. Foyt, Buddy Lazier und Marty Roth dabei, Mario Dominguez und Roger Yasukawa out

A.J. Foyt Vision
A.J. Foyt IV fuhr sich erst ins Indy 500, bevor er seinen Vision-Dallara crashte
© IRL

(Motorsport-Total.com) - Ein am Ende hoch dramatischer Bump-Day von Indianapolis war für alle noch nicht qualifizierten Piloten die allerletzte Chance, sich ins 92. Indy 500 am 25. Mai zu fahren - und sie konnte zumindest teilweise genutzt werden. Buddy Lazier (Hemelgarn Racing) schaffte buchstäblich in letzter Minute den Sprung ins Feld, während Mario Dominguez (Pacific Coast Motorsport) in seinem allerletzten und vielversprechenden Anlauf crashte.

Doch der Reihe nach: A.J. Foyt IV (Vison Racing) erreichte gleich in seinem ersten Versuch einen Vier-Runden-Durchschnitt von 219,184 Meilen pro Stunde (MpS). Dieser Schnitt sollte sich als ausreichend erweisen, auch wenn Foyt kurz darauf - einen großen Feuerschweif hinter sich herziehend - seinen Dallara-Honda in die Streckenbegrenzung von Indianapolis setzte.

Offensichtlich war der Tankdeckel nicht richtig befestigt worden, weswegen der Vision-Dallara auf seiner eigenen Spritladung ausrutschte und rücklings in die Mauer einschlug. Unabhängig davon warf Foyt mit seiner Zeit Marty Roth (Roth Racing) aus dem Feld, der gestern nur 215,506 MpS erreichte.

Roth konterte jedoch wenig später mit 218,965 MpS, was ihn ins Indy 500 zurückbrachte, und dadurch seinerseits Buddy Lazier -gestern 217,939 MpS - aus demselben hinaus beförderte. "Hoffentlich müssen wir das heute nicht wiederholen", lautete der vorsichtige Roth-Kommentar, der sich später als prophetisch erweisen sollte.

Buddy Lazier Hemelgarn
Buddy Lazier schaffte in letzter Minute den Sprung ins Indy 500
© IRL

Denn damit stand plötzlich Roger Yasukawa (Beck Motorsports; 218,010 MpS) auf der Kippe, der gestern noch 31. wurde. Im Verlauf des Abends spitzte sich nun ein Dreikampf um den letzten Startplatz zwischen Yasukawa, Lazier und Dominguez zu, die in der Tagestabelle allesamt mit einem Schnitt um die 218,5 MpS rangierten.

Wie eng es am Bump-Day zuging, kann folgendes Beispiel verdeutlichen. Dominguez scheiterte in seinem ersten Qualifikationsversuch denkbar knapp an der Yasukawa-Marke von 218,010 MpS. Umgerechnet benötigte Yasukawa bei seinem gestrigen Lauf insgesamt eine Zeit von 2:45,130 Minuten für seine vier fliegenden Runden, während der Mexikaner 2:45,308 Minuten brauchte. Nach 16 Kilometern fehlten Dominguez also nur 0,178 Sekunden zum Einzug in das 92. Indy 500.

Doch dies sollte bei weitem nicht das letzte Wort der Kontrahenten sein, denn die letzte halbe Stunde des Bump-Days sollte es in sich haben - nicht zuletzt auch deswegen, weil Reifenlieferant Firestone einen Scheck in Höhe von 50.000 US-Dollar für den letzten Piloten versprochen hatte, der den Sprung in das Feld schaffen würde.

Mario Dominguez Pacific Coast Motorsports
Mario Dominguez landete bei seinem allerletzten Anlauf in der Mauer
© IRL

Laziers erster Versuch blieb erfolglos, doch der zweite Anlauf von Dominguez (218,620 MpS) war umso erfolgreicher. Zwanzig Minuten vor dem Ende stand der Mexikaner somit im Feld, während Yasukawa ausgeschieden war. Aber der Beck-Pilot mit Wohnsitz in Los Angeles fuhr sofort wieder auf die Strecke - und scheiterte in 218,559 MpS.

Doch auch Lazier, der Indy-500-Champion von 1996, gab sich noch nicht geschlagen. Acht Minuten vor Toresschluss katapultierte sich der Hemelgarn-Pilot in 219,015 MpS wieder ins Feld - und schoss Dominguez wieder hinaus. Damit war der Schnitt von Marty Roth (218,965 MpS) plötzlich wieder der Maßstab, und ein verzweifelter Yasukawa versuchte sich ein letztes Mal vergeblich an dieser Hürde.

Nun lief den Piloten die Zeit davon. Der letzte Qualifikant sollte wieder Dominguez sein, der wenige Sekunden vor Toresschluss noch einmal auf die Strecke ging. In der ersten seiner vier Runden erreichte der Mexikaner einen Schnitt von 219,780 MpS, was gegen die Roth-Zeit locker ausreichen würde.

Doch dann verlor Dominguez eingangs Turn 1 die Kontrolle über seinen PCM-Dallara und hatte sogar noch Glück, dass er sich bei seinem Abflug nicht überschlug. Damit hatte das Bump-Day-Drama von Indianapolis ein würdiges Ende gefunden - A.J. Foyt IV, Buddy Lazier und Marty Roth konnten sich ins Feld fahren, Mario Dominguez, Roger Yasukawa und Max Papis müssen hingegen endgültig die Heimreise antreten.

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