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'Bad Boy' Kyle Busch: "Ich werde immer klüger"

12. Mai 2008 - 13:38 Uhr

Kyle Busch ist in aller Munde - er ist erfolgreich, die Südstaaten hassen ihn, und er ist auf dem besten Weg, der neue Bösewicht der Nation zu werden

Kyle Busch wird zwar immer klüger, aber auch immer unbeliebter...
© NASCAR

(Motorsport-Total.com) - Es war ein ziemlich wilder Ritt, den Kyle Busch beim Dodge Challenger 500 präsentierte. Aber er war auch erfolgreich, denn mehrere Mauerberührungen, ein Problem mit den Radmuttern samt Strafversetzung, Bremsprobleme und ein untersteuernder Gibbs-Toyota konnten den 23-Jährigen nicht an seinem dritten Saisonsieg hindern.

Der Toyota Camry mit der Startnummer 18 war nach den 500 Meilen von South Carolina mit Sicherheit kein Neuwagen mehr, zu sehr hatte Kyle Busch sein Auto geschunden - aber eben nicht in die Mauer gesetzt. "Ganz ehrlich - vor ein oder zwei Jahren hätte ich wahrscheinlich noch einen Unfall gebaut", erklärte der Youngster auf der Pressekonferenz. "Aber ich werde klüger. Nicht viel, aber zumindest ein bisschen. So dass ich nun weiß, dass wir hier ein langes Rennen fahren."


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Da darf er wohl auch während des Rennens über Funk sein Auto lautstark als "jämmerlich" beschimpfen, denn wer sechs Wochen in Folge pro Wochenende mindestens ein Rennen in einer der drei Topklassen der NASCAR gewinnt, der hat immer recht. Und nach dem Rennen sind solche emotionalen Anfälle auch schnell vergessen.

Der neue NASCAR-Bad-Boy

Kyle Busch
Der zerschundene Gibbs-Toyota von Kyle Busch nach Darlington
© NASCAR

"Man muss schon denken, dass man der Beste ist und man muss wissen, dass die besten Leute an deinem Auto arbeiten", erklärte der jüngere Busch-Bruder. "Aber natürlich, irgendwann wird diese Serie auch zu Ende gehen, das kann nicht an jedem Wochenende so weitergehen."

Dann werden die Buhrufe der NASCAR-Fans wohl noch lauter werden, was dem Bösewicht aus Las Vegas aber egal sein wird. "Ich bin hier, um Rennen zu fahren, und zu gewinnen", sagte er in Darlington. "Und wenn ich gewinne, dann regen sie sich nur noch mehr auf, und weinen auf dem Nachhauseweg."

Gemeint ist natürlich die "Junior-Nation", die unglaublich große Fangemeinde von Superstar Dale Earnhardt Jr., die die Ereignisse von Richmond noch lange nicht vergessen wird, als Kyle Busch den Publikumsliebling zwei Runden vor dem Ende in einen Dreher schickte, und so den ersten Earnhardt-Sieg nach zweijähriger Durststrecke verhinderte.

Jeff Gordons Nachfolger?

Kyle Busch Joe Gibbs
Jeder Sieg bringt die "Junior-Nation" zum weinen - Kyle Busch freut es
© NASCAR

Den NASCAR-Offiziellen kommen die aktuellen Ereignisse wahrscheinlich gerade recht, denn der neue offizielle Bösewicht heißt Kyle Busch, und der Kampf Gut gegen Böse ist mit Sicherheit perfekt für die Einschaltquoten. Und Busch genießt seine Rolle sichtlich. Er habe nach Richmond 30 neue Mitglieder in seinem persönlichen Fan-Club aufgenommen, scherzte er gegenüber der 'AP'. "Das macht zusammen jetzt 330 Fans."

So ist Kyle Busch auf dem besten Weg, Jeff Gordon als Staatsfeind Nummer eins abzulösen. "Wenn er die Wahl hätte, dann wäre er wohl lieber nicht der Bösewicht", vermutete Gordon, der den Youngster aus gemeinsamen Hendrick-Zeiten gut kennt. "Er ist kein böser Junge, er bringt sich nur immer in komische Situationen."

Nun sei dieser "außergewöhnlich talentierte" junge Rennfahrer in der Pflicht, "das alles zu akzeptieren, und trotzdem er selbst zu bleiben." Gordon weiß, wovon er spricht, denn jahrelang spielte er die gleiche Rolle. "Ich kann mich noch gut an Dale Earnhardt Sr. erinnern", schmunzelte Gordon. "Das einzige, was ihn interessierte, war die Lautstärke der Fans. Jetzt mögen die Buhrufe lauter sein, als der Jubel, aber wenigstens machen sie jede Menge Krach."