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Patrick stellt St. James in den Schatten

23. April 2008 - 15:53 Uhr

Danica Patrick hat mit ihrem ersten IndyCar-Sieg Geschichte geschrieben und will nun viel mehr - Lyn St. James zwischen Aufbruchstimmung und Skepsis

Danica Patrick
Danica Patrick hat nach ihrem historischen ersten Sieg in Motegi gut lachen
© IRL

(Motorsport-Total.com) - Am vergangenen Wochenende in Motegi schaffte Danica Patrick als erste Frau der Motorsportgeschichte einen Sieg in einer absoluten Premiumserie, genauer gesagt bei den IndyCars. Die 26-Jährige ist seither in aller Munde. Nun hoffen viele auf einen Impuls für mehr Frauen im Rennauto.

Die erste große US-Rennlady war Janet Guthrie, die 1977 die erste Frau am Start des Indy 500 war - etwas, was bisher insgesamt erst fünf Ladys geschafft haben. Ebenfalls Geschichte geschrieben hat Lyn St. James mit ihrem elften Platz beim Indy 500 1992. St. James qualifizierte sich insgesamt neunmal für den Klassiker am "Brickyard", kam aber nie mehr an ihr Debüt heran. Patricks Sieg in Motegi stellte sie auf eine Ebene mit den Erfolgen von Tennisspielerin Billy Jean King.

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Frauen vor dem Durchbruch?

"Ich habe das Gefühl, dass Frauen in vielen verschiedenen Bereichen gerade einen Durchbruch schaffen."
Danica Patrick

"Es ehrt mich sehr, dass Lyn gesagt hat, dass das die größte Sache seit Billy Jean King ist. Das bedeutet mir sehr viel", erklärte Patrick in der Woche nach ihrem Premierentriumph. "Ich habe das Gefühl, dass Frauen in vielen verschiedenen Bereichen gerade einen Durchbruch schaffen. Der Motorsport ist einer davon." Neben der Andretti/Green-Pilotin fuhr ja bis vor kurzem auch noch Sarah Fisher in der IndyCar-Serie.

St. James bezweifelt aber, ob es nun tatsächlich zu einem Frauenpower-Aufschwung kommen wird: "Da waren Fishers Erfolge, da waren Danicas Erfolge, Erin Crocker hat ein World-of-Outlaws-Rennen gewonnen, ich die 24 Stunden von Daytona und ich startete beim Indy 500 außen in der zweiten Reihe. Aber das alles hat alles nicht zu Gelegenheiten bei Teamchefs oder Sponsoren geführt", erklärte die Ex-Rennfahrerin dem 'Indianapolis Star'.

Patrick selbst sieht das ein wenig anders, zumindest was ihre eigene Perspektive angeht. Denn bei ihrem Hauptsponsor Motorola fühlt sie sich in guten Händen und sportlich ist sie bei Andretti/Green im wahrscheinlich besten Team der US-Formelszene. Daher glaubt sie nicht, dass ihr Motegi-Sieg eine verglühende Sternschnuppe bleiben wird, sondern vielmehr, dass es erst der erste von vielen großen Momenten war.

Der erste Sieg ist der schwierigste

"Man sagt, dass der erste Sieg immer am schwierigsten ist, und ich stimme zu."
Danica Patrick

"Man sagt, dass der erste Sieg immer am schwierigsten ist, und ich stimme zu", so die Amerikanerin, die lange auf Motegi warten musste. "Ich habe mich immer für jemanden gehalten, der um die Meisterschaft kämpfen kann, weil ich eine konstante Fahrerin bin und - das hoffe ich zumindest - clever genug. Aber bisher hatte ich eben noch keine Rennen gewonnen, und ohne Siege kann man nicht Meister werden."

Die Tragweite ihres Erfolgs vom vergangenen Wochenende ist ihr übrigens noch nicht hundertprozentig bewusst: "Ich weiß schon, was passiert ist und dass das eine wunderbare Sache ist, ich bin auch sehr stolz darauf", teilte Patrick mit. "Aber erst wenn ich mehr Zeit habe, um darüber nachzudenken, wird es mir ganz bewusst werden. Das braucht ein bisschen. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr werde ich es begreifen."