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Gibbs will Stewart behalten

29. April 2008 - 10:17 Uhr

Während Dale Earnhardt Jr. die Gedankenspiele seines Freundes Tony Stewart verstehen kann, will Joe Gibbs Racing seinen Top-Piloten als Fahrer behalten

Tony Stewart
Tony Stewart ist der Hauptdarsteller der aktuellen NASCAR-Silly-Season
© NASCAR

(Motorsport-Total.com) - Was 2007 Dale Earnhardt Jr. erledigte, übernimmt in der aktuellen Silly Season nahtlos ein anderer Superstar der NASCAR - Tony Stewart. Aber mit einem kleinen Unterschied, denn verhandelte Earnhardt Jr. vergangenen Sommer über einen Vertrag für das folgende Jahr, so beschäftigen sich die Gerüchte um Stewart bereits mit der Saison 2010.

Was in der gesamten Diskussion oft vergessen wird, ist die Tatsache, dass der zweifache NASCAR-Champion zu diesem Zeitpunkt stramm auf die 40 zu gehen wird, was "Junior" in Talladega durchaus bemerkte. "Er versucht nur dahin zu kommen, wo wir alle einmal hinkommen werden, wenn wir uns langsam mit einem Rücktritt beschäftigen", analysierte Earnhardt die Gedankenspiele Stewarts.

Ganz Unrecht hat er nicht, denn Stewart ist bekannt dafür, dass er über einen hervorragenden Geschäftssinn verfügt. Der Einstieg in ein NASCAR-Ownership würde für den Joe-Gibbs-Piloten wiederum nichts anderes bedeuten, als die Absicherung seiner persönlichen Zukunft.

"Tony hat seine ganze Karriere lang Kontakte aufgebaut", weiß Stewart-Kumpel Earnhardt. "Im Prinzip muss Tony nur wissen, was er will, denn ich glaube, dass er alle seine Ziele erreichen kann, was immer er sich auch vornehmen wird." Rein sportlich gesehen würde "Junior" seinem Kumpel jedoch empfehlen, dort zu bleiben, wo er ist.

"Joe Gibbs wird noch eine lange Zeit ganz vorne mitspielen", ist sich der 33-Jährige sicher. "Aber wenn er will, dann könnte er auch sein eigener Joe Gibbs werden", und genau das ist auch die Überlegung Stewarts. Dieses Argument blieb auch im Hause Gibbs nicht verborgen.

Satellitenteam bei Gibbs?

Joe Gibbs
Joe Gibbs - sein Wort hat in der NASCAR-Garage immer noch Gewicht
© NASCAR

"Im Moment nicht", erklärte Teamchef J.D. Gibbs auf einer Pressekonferenz in Talladega, als er nach dieser Möglichkeit gefragt wurde. "Unser Vertrag sieht das nicht vor. Aber ich denke, wir können ihm dabei helfen, sein eigenes Team zu starten, wenn er das wirklich möchte."

Ein Satellitenteam also, nach dem Vorbild von Hall of Fame Racing, deren Toyota Camrys bei Gibbs gebaut, und mit Toyota-Triebwerken ausgestattet werden. Doch das wäre in der Joe-Gibbs-Philosophie nur die zweitbeste Lösung, denn man will schlicht und ergreifend den Fahrer Stewart behalten.

"Wir werden die kommenden beiden Jahre zusammen mit Tony so hart angehen, dass er hoffentlich der Meinung sein wird, bei uns in den Ruhestand zu gehen", kündigte der Teamchef an, und wurde dabei durch seinen in den USA hochprominenten Vater und Teamgründer Joe bestärkt.

"Jede Entscheidung, die ich ihn habe treffen sehen, drehte sich nur darum, Rennen zu gewinnen", erklärte der "Coach". "Ich glaube, die Meßlatte ist das, was wir gemeinsam in den vergangenen zehn Jahren geschafft haben. So etwas ist nur schwer zu erreichen." In der Tat: Zwei gemeinsame Titel und 32 Rennsiege sind ein gewaltiges Argument.

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